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Aus der Stadt So schön war der Festakt zum 775. Stadtjubiläum
Hannover Aus der Stadt So schön war der Festakt zum 775. Stadtjubiläum
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00:16 11.07.2016
Quelle: HAZ-Montage
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Hannover

Zum Geburtstag ihrer Heimatstadt ließ es sich Exil-Berlinerin Lena Meyer-Landrut nicht nehmen, ein Ständchen zu singen. Genauer gesagt brachte sie drei Lieder mit. Neben zwei aktuellen Hits vom Album „Crystal Sky“ präsentierte sie auf der Bühne der Festhalle Marris natürlich auch „Satellite“, jenes Lied, mit dem sie vor sechs Jahren Deutschland beim Eurovision Song Contest vertrat – und gewann. Mit eigenwilligem Englisch holte die damals 19-Jährige den Sieg in Oslo. Und Hannover war stolz auf seine berühmte Tochter.

Als „Unesco City of Music“ konnte die Stadt ihr 775-jähriges Jubiläum natürlich nicht musiklos feiern. Ohne große Worte startete Lena ihren Auftritt mit dem Song „Traffic Lights“. Neben dem Gesang, der für sie nach wie vor Broterwerb ist, fällt sie mit dem Versuch ins Auge, sich erfolgreich als Mode-Ikone zu positionieren. Die High Society im Festzelt Marris zückte dann auch gleich die Smartphones und fotografierte munter drauflos. Tonaufnahmen waren aber verboten. „Wir machen gleich weiter – ohne Pause“, meinte Lena und stimmte direkt „Wild and Free“ an, den Titelsong des Kinoerfolgs „Fack ju Göhte 2“. Vielleicht wusste sie einfach nicht so recht, was sie sagen sollte – so viele Weißhaarige hatte die Sängerin wahrscheinlich noch nie im Publikum sitzen. Und Lampions unter der Decke wie in der Festhalle Marris sind auch nicht die Regel in Konzerthallen.

Vor dem letzten Stück sprach Lena dann aber doch noch kurz mit Moderator Andreas Kuhnt. Über ihre Lieblingsfahrgeschäfte auf dem Schützenfest etwa. „Autoscooter ist mir zu asozial, da habe ich Schiss“, sagte sie, und die Zuschauer lachten. „Wilde Maus“ und „Teststrecke“ seien ihr lieber. „Die Band ist total achterbahnverrückt – ich bin ein Geisterhausfan“, ergänzte die 25-Jährige noch. Kuhnt fragte, ob sie ihren ersten großen Hit überhaupt noch gern singe. „Klar, dem Song habe ich alles zu verdanken! Ohne ,Satellite‘ wäre ich nichts“, entgegnete Lena. Dieses Mal reagierte das Publikum gerührt. Den für ihre Karriere so wichtigen Song gab sie schließlich auch noch zum Besten. Dieses Mal in besserem Englisch. 

Auf Deutsch gratulierte Oberbürgermeister Stefan Schostok der Landeshauptstadt. In seiner Festrede machte er eine kleine Rechnung auf: Fast 775 Leute seien im Zelt, nehme man die Autoritäten an den Wänden noch hinzu, gehe die Rechnung sogar auf. So können doch jeder ein Jahr Stadtgeschichte repräsentieren. Mit den Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum zeige die Stadt, „wofür die Frauen und Männer vor uns den Grundstein gelegt haben: Das Leben in der innovativen und grünen, der kreativen und weltoffenen, der lebendigen und bunten Stadt, dem lebens- und liebenswerten Zuhause für Menschen jeder Herkunft und Kultur.“

Hannover definiere sich nicht über ein einzelnes Wahrzeichen oder eine einzelne Eigenschaft, einzelne bedeutsame geschichtliche Ereignisse, sagte Schostok. Genauso wenig, wie es die Hannoveranerin oder den Hannoveraner gebe. Es gebe die Menschen und ihre Geschichten. 

Den „unaufgeregten“ Hannoveraner demonstrierte der Oberbürgermeister dann in ein paar lässig formulierten Errungenschaften der Stadt. Und Hannover 96? „In einem Jahr sind wir wieder oben, sagt der Hannoveraner.“

Auch der Speiseplan trug heimatliche Züge – wobei allerdings nicht, wie dem Vernehmen nach zuerst im Gespräch gewesen, das stadteigene HCC, sondern die Messegastronomie kochte. Als Vorspeise wurde zu lockeren Klängen von Hannovers Jazzcrooner Juliano Rossi alias Oliver Perau eine Terrine vom Steinhuder Räucherfisch sowie Salat von Kräutersaiblingen und grünem Spargel gereicht. Als Hauptgang ließen sich die Gäste Schweinefiletmedaillons von der Kräuterkruste nebst Herrenhäuser Bockbierjus, Spitzkohl-Pfifferlingsgemüse und Gratin von der Heidekartoffel schmecken.

Als Nachtisch gab es Cake von der hannoverschen Beerengrütze, Grießflammerle mit Heu-Apfel und marinierte Aprikosen. Und anschließend ein schönes Gilde – und einen „Schnaps 775“. Womit kann man sich auf das Stadtjubiläum besser zuprosten?

Die Jubiläumszahl spielte dann auch noch einmal am späten Abend eine Hauptrolle: Zum obligatorischen Freitagsfeuerwerk auf dem Schützenplatz erstrahlten als Lichtinstallation die drei Ziffern zusammen mit dem Stadtwappen.

Und das war der Speiseplan

Auch der Speiseplan trug passend zum freudigen Anlass heimatliche Züge: Als Vorspeise wurde – zu lockeren Klängen von Hannovers Jazzcrooner Juliano Rossi alias Oliver Perau - unter anderem eine Terrine vom Steinhuder Räucherfisch sowie Salat von Kräutersaiblingen und grünem Spargel gereicht. Als Hauptgang ließen sich die Gäste Schweinefiletmedaillons von der Kräuterkruste nebst Herrenhäuser Bockbierjus, glasiertem Spitzkohl-Pfifferlingsgemüse und Gratin von der Heidekartoffel schmecken. Und als Nachtisch gab es Cake von der hannoverschen Beerengrütze, Grießflammerle mit Heu-Apfel und marinierte Aprikosen. Und anschließend ein schönes Gilde – und einem „Schnaps 775“. Womit kann man sich auf das Stadtjubiläum besser zuprosten?

Von Uwe Janssen und Johanna Stein

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