Hannover. Der Landtag wird im Januar nächsten Jahres gewählt. 37 Genossen stimmten für die 60-jährige Politikerin. Ihre zwölf Jahre jüngere Herausforderin Schröder-Köpf kam auf 34 Unterstützer. Vier Mitglieder enthielten sich. Die unterlegene Kontrahentin zeigte sich wenig überrascht vom Ergebnis. „Das war so eingepreist, das hat man an den Fragen schon bemerkt“.
Nachdem sich die Kandidatinnen nun in drei von fünf Ortsvereinen präsentiert haben, hat Sigrid Leuschner 21 Delegierte hinter sich – einen mehr, als auf der entscheidenden Wahlkreiskonferenz im März nötig sind. Dort stimmen 40 Delegierte ab, wer für die SPD im Rennen um ein Direktmandat gegen den CDU-Kandidaten antreten soll. Leuschner sagte nach der Auszählung: „Ich freue mich. Ich glaube schon, dass jetzt eine Vorentscheidung gefallen ist.“ Sie habe sich gut präsentiert, viele Fragen seien aus dem Wahlkreis gekommen, da kenne sie sich aus. Leuschner sitzt seit 1994 für die SPD im Landtag.
Doris Schröder-Köpf, von deren erfolgreicher Nominierung sich viele in der Partei eine Verjüngung erhoffen, muss nun eine Wende schaffen, die in der Partei kaum jemand für möglich hält. Zunächst muss sie die Delegierten der Ortsvereine in Kirchrode und Zoo gewinnen. Dann braucht sie Delegierte, die im März das Votum ihrer Ortsvereine ignorieren – und nicht Leuschner, sondern die Herausforderin unterstützen. Schröder-Köpf will dennoch nicht aufgeben. Es sei sinnvoll, weiterzumachen, die letzte Entscheidung würden erst die Delegierten treffen. Sie kündigte jedoch auch für den Fall einer Niederlage an, „an Bord“ bleiben und die Partei in Wahlkämpfen unterstützen zu wollen.
75 Sozialdemokraten waren am Abend ins Margot-Engelke-Zentrum in der Südstadt gekommen, um sich die politischen Ideen der beiden Kandidatinnen anzuhören. Die Runde war erneut nicht öffentlich, Vorstandsmitglieder des Ortsvereines twitterten jedoch nach Art von Sport-Live-Tickern Details aus der Versammlung in die Welt. „Eine emotionale Rede“, hieß es, als Sigrid Leuschner ihren Part beendet hatte. Wenig später, neutraler: „Doris beendet ihre Vorstellung.“ In der Diskussion ging es um den Kampf gegen Rechtsextremismus, um Wahlkampfstrategien, Schulpolitik und „BürgerInnennähe“.
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