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Aus der Stadt Lichtgestalt(er) am Landesmuseum
Hannover Aus der Stadt Lichtgestalt(er) am Landesmuseum
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20:53 15.01.2014
Von Sonja Fröhlich
Farbenspiel im Landesmuseum. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Wenn die Abenddämmerung beginnt, jagen farbige Lichtimpulse über die Fenster des Landesmuseums. Von links nach rechts und als Antwort von rechts nach links. Es handelt sich um Morsezeichen, die in codierte Farbsequenzen umgewandelt worden sind. „Farbdepesche“ nennt Lichtkünstler Prof. Daniel Hausig sein Werk, das von Mittwoch an jeden Abend bis 23 Uhr und in aller Früh an dem Neo­renaissancebau an der Willy-Brandt-Allee zu sehen ist. Die Installation ist leuchtender Vorbote für die große Landesausstellung, mit der fünf niedersächsische Museen (Landesmuseum, Schloss Herrenhausen, Historisches, Wilhelm-Busch- und Residenzmuseum im Celler Schloss) die Personalunion der Königshäuser in Hannover und London vor 300 Jahren feiern.

„Farbdepesche“ nennt Lichtkünstler Daniel Hausig sein Werk, das bis 17. Mai nachts an der Fassade des Landesmuseums zu erleben ist.

Am 17. Mai endet das Farbenspiel. Dann beginnt in den Häusern die insgesamt 5,5 Millionen Euro teure Ausstellung „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714–1837“ – sie soll Hannover und Celle reichlich royalaffine Touristen bescheren. Hausig, der aus dem Wettbewerb „Hauslicht 2014“ mit Bewerbern aus der britischen und deutschen Kunstszene als Sieger hervorging, hat mit seiner „Farbdepesche“ das Thema Kommunikation beleuchtet und die Verbindungen zwischen Großbritannien und Hannover interpretiert. Depesche (von französisch depecher: sich beeilen) ist der altertümliche Ausdruck für Telegramm. Diese Art der Kommunikation hat es allerdings erst zum Ende der Personalunion gegeben. Bis dahin überbrachten Boten zu Pferde die Nachrichten zwischen den Herrschenden.

„Interessant war für mich aber die große geografische und physische Distanz, der der König ausgesetzt war, um die Interessen beider Länder zu vertreten“, sagt Hausig. Man habe das Thema bewusst in die zeigenössische Kunst versetzt, so Katja Lembke, Direktorin des Landesmuseums, das die Hauptausstellung zum Jubiläum zeigen wird. „Wir wollten ein frisches Zeichen setzen. Die Ausstellung soll nicht nur zurückschauen, sondern auch einen Ausblick geben.“ Der Schweizer Hausig hat schon bundesweit Museen, Kunsthallen und anderen öffentlichen Gebäude farbige Schlaglichter verpasst. Drei Monate hat der Lichtkünstler und Professor an der Hochschule für Bildende Künste Saarbrücken für die Installation in Hannover gebraucht.

Eine Woche lang setzten er und ein siebenköpfiges Team die Arbeit an den 35 bis zu 7,50 Meter hohen Fenstern um. Sie mischen dazu das Licht auf 1024 Steuerkanälen und mit jeweils 254 Dimmstufen. „Man muss sich das wie ein Orchester vorstellen. Jedes Fenster muss sechs Instrumente spielen, zusammen ergibt es eine Komposition.“ Tatsächlich gibt es für die 16-minütige Farbschau – es dominieren royales Rot und Blau – auch Textvorlagen. Diese bedienen sich aus dem Auszug eines Briefes von Georg I. an den sächsischen Herzog Friedrich II. vom 18. August 1714 sowie dem Auszug aus dem Gedicht „Was es gilt“, das Johann Wolfgang von Goethe gegen die Newton’sche Optik schrieb.

Da heißt es: „Möget ihr das Licht zerstückeln / Farb um Farbe draus entwickeln (…) Nein, es soll uns nicht gelingen / Sollt uns nicht beiseite bringen: / Kräftig, wie wir’s angefangen / Wollen wir zum Ziel gelangen.“ Auch Experten der telegrafischen Kommunikation dürfte es schwerfallen, die Zeichen zu erkennen. Sie seien zu abstrakt dargestellt, sagt Hauser. Ein Hingucker sind sie aber auf jeden Fall.

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