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Bei Schäfer's gibt's nach Großbrand wieder Brötchen

Lieferengpässe behoben Bei Schäfer's gibt's nach Großbrand wieder Brötchen

Die Lieferengpässe nach dem Brand in der Lehrter Großbäckerei Schäfer’s
 sind weitgehend behoben – weil jetzt andernorts gebacken wird. Die Großbäckereien von Schäfer’s in Porta Westfalica, Berlin, Osterweddingen bei Magdeburg und Teutschenthal nahe Halle haben die Produktionsmengen des Lehrter Werkes übernommen.

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„Ich wirtschafte auf eigenes Risiko“: Annerose Hörmiller kann in ihrer Döhrener Schäfer’s-Filiale wieder frische Backwaren in den Ofen schieben.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Das Gersterbrot fehlt. Das beliebte Produkt aus der Lehrter Großbäckerei Schäfer’s konnte Annerose Hörmiller ihren Kunden am Mittwoch noch nicht anbieten. Doch grundsätzlich waren die Regale in der Döhrener Schäfer’s-Filiale wieder gut gefüllt. Etwa 80 Prozent der Waren, die sie normalerweise aus dem Lehrter Betrieb erhalte, seien termingerecht eingetroffen, freut sich die Geschäftsfrau, die noch drei weitere Zweigstellen von Schäfer’s führt. Am zweiten Tag nach dem Großbrand in der Bäckerei ist offenbar wieder weitgehend Normalität in die Lieferlogistik eingekehrt - wie eine stichprobenartige Umfrage unter den 43 Filialen im hannoverschen Stadtgebiet bestätigt.

Mehr als 240 Feuerwehrleute haben am zweiten Weihnachtsfeiertag gegen ein Feuer in der Großbäckerei Schäfers an der Mielstraße in Lehrte gekämpft: Dort war am Morgen ein Brand ausgebrochen.

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Am Dienstag sah das noch ganz anders aus. Da fanden sich in der Auslage vielerorts kaum mehr Backerzeugnisse. Manche Filialen mussten sogar schließen, weil nach dem Brand keine Ware geliefert werden konnte. „Wir haben alles darangesetzt, die Lücke so schnell wie möglich wieder zu schließen“, sagt Unternehmenssprecherin Alexandra Antonatus. Möglich wurde das, weil die anderen Großbäckereien von Schäfer’s in Porta Westfalica, Berlin, Osterweddingen bei Magdeburg und Teutschenthal nahe Halle die Produktionsmengen des Lehrter Werkes übernommen haben. Dafür werden auch Mitarbeiter aus Lehrte an den anderen Standorten eingesetzt. Zudem wurde kurzfristig ein ehemaliges Edeka-Lager in Bad Fallingbostel als Verteilzentrum umgenutzt. Laut Antonatus konnte gestern in den 210 niedersächsischen Filialen, die bisher von Lehrte aus beliefert wurden, bereits wieder ein „fast vollständiges Brötchen- und Backwarensortiment“ vorgehalten werden.

„Die haben in der kurzen Zeit ganz schön was auf die Beine gestellt“, sagt Annerose Hörmiller. Sie betreibt ihre vier Filialen in Hanover mit einem sogenannten Partnerschaftsvertrag nach dem Franchise-Prinzip. „Ich wirtschafte auf eigenes Risiko“, erklärt sie. Darum sei es für sie umso wichtiger, dass die Ware schnell wieder verfügbar sei. Bei der Lieferung seien die selbstständigen Partner ebenso zügig bedient worden wie die Zweigstellen, die zu der Firmenzentrale in Porta Westfalica gehören, betont Antonatus. Zukäufe bei anderen Bäckereien seien für die Allermeisten gar nicht erst nötig geworden.

Wann die Produktion in Lehrte wieder aufgenommen wird, konnte die Schäfer’s-Sprecherin gestern nicht genau sagen. Ziel sei es, innerhalb der nächsten Wochen die Konditorei, Teile der Brötchenproduktion und die Logistik nach dem Brand wieder betriebsfähig zu machen. Ob das auch für den Brotbackbereich gilt, ist ungewiss. Dieser ist durch das Feuer besonders schwer beschädigt worden.

Wie lange die Kunden noch auf das Gersterbrot - eine ausgewiesene Spezialität aus Lehrte - verzichten müssen, ließ Antonatus offen. Aber eine gute Nachricht gibt es auf jeden Fall: Auf die Silvesterkrapfen aus dem Hause Schäfer’s muss kein Kunde verzichten.

Ein Backriese im Umbau

Schäfer’s gilt als größter deutscher Filialbäcker – wobei die Konzernmutter, die Edeka Minden-Hannover, genau diese Filialen gerade loswerden will. Schon vor gut vier Jahren hat sie beschlossen, sich auf die Produktion zu konzentrieren und die Läden (darunter auch Marken wie Meffert und Der Leinebäcker) in die Hände von selbstständigen Edeka-Händlern und Existenzgründern – meist früheren Filialleitern – abzugeben. Die „Edekaner“ – wie etwa der hannoversche Platzhirsch Wucherpfennig – haben vor allem die Schäfer‘s-Läden übernommen, die ohnehin in ihren Supermärkten stehen. Dieser Prozess ist quasi abgeschlossen. Schwieriger ist die Abgabe von Läden an „Jung“-Unternehmer. Das Bäckereigeschäft lahmt, die Konkurrenz durch Backstationen und Billigketten ist groß. Das war auch der Hauptgrund für den Rückzug des Handelsriesen. Doch das dauert länger als geplant. Ende vergangenen Jahres betrieb die Edeka Minden-Hannover noch 340 von mehr als 760 Läden in eigener Regie.

lr

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