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Ließen MHH-Ärzte Beweise für Fehler verschwinden?

Prozess um Totgeburt Ließen MHH-Ärzte Beweise für Fehler verschwinden?

Die MHH zahlt einem Paar nach der Totgeburt von dessen Baby 65 000 Euro. In dem Fall geht es um Ultraschallaufnahmen, die die Gefahr für das Ungeborene zeigten. Die MHH hatte deren Existenz zunächst bestritten. Sie waren aber nur gelöscht – und konnten wiederhergestellt werden. 

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Klage gegen MHH: Bundesgerichtshof gibt Eltern recht.

Quelle: Rainer Dröse

Hannover. Fast zehn Jahre nach dem Tod eines ungeborenen Kindes muss die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) den Eltern 65 000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Ärzte der Frauenklinik hatten bei einer Ultraschalluntersuchung im März 2006 nicht erkannt, dass sich die Nabelschnur, die das Baby mit Sauerstoff versorgt, zu einem Knäuel verknotet hatte. Zwei Wochen später kam der kleine Junge tot zur Welt, der damals 42 Jahre alten Mutter konnten die Ärzte nur mit einer Notoperation das Leben retten. Das Paar, beide Mediziner, klagte daraufhin gegen die MHH und musste bis vor den Bundesgerichtshof ziehen. Der Grund: Die beiden Ultraschallbilder, die das Nabelschnurknäuel zeigen, waren verschwunden.

„Sowohl bei unserer Klage vor dem Landgericht Hannover als auch vor dem Oberlandesgericht Celle behaupteten die beiden verantwortlichen Ärzte, es gebe diese Aufnahmen nicht“, sagt Rechtsanwalt Manfred Koch, der die Eltern vertritt. Da die Frau aber auch nach dem zweiten verlorenen Prozess weiter versicherte, die Bilder gesehen zu haben, stellte Koch im Januar 2014 einen Strafantrag wegen Urkundenunterdrückung und Prozessbetrug.

Bei einer Durchsuchung der MHH im Oktober 2014 fanden die IT-Experten der Polizei die beiden gelöschten Bilddateien auf einem Computer der Klinik. Da waren Manfred Koch und seine Mandanten bereits vor den Bundesgerichtshof gezogen. „Nach diesen neuen Ermittlungsergebnissen hat die MHH sofort die Forderung anerkannt und sich bei den Eltern schriftlich entschuldigt“, sagt MHH-Sprecher Stefan Zorn. Die Klinik habe keine Chance gehabt, die gelöschten Daten selbst zu finden. Das konnten nur Experten einer externen Softwarefirma, die von der Kripo kontaktiert wurden.

„Vor dem BGH hat die MHH dann auch die von meinen Mandanten geltenden Ansprüche sofort anerkannt“, sagt Koch. „Wir sind auf das Tiefste bestürzt, dass so etwas in unserem Haus passieren konnte“, sagt MHH-Vorstand Andreas Tecklenburg. Direkt nach Bekanntwerden der Ermittlungsergebnisse im Oktober 2014 erstattete die MHH wegen der mutmaßlichen Vertuschung Anzeige gegen unbekannt. Die Ermittlungen konnten aber nicht aufklären, wer die Bilder gelöscht hatte. Die Assistenz- und die Oberärztin, die die Bilder damals als nicht bedenklich einstuften und vor Gericht aussagten, es habe die Ultraschallaufnahmen nie gegeben, arbeiten nach HAZ-Informationen nicht mehr an der MHH .

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