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Aus der Stadt Bezirksrat stimmt nur knapp für Schützenfest-Shuttle
Hannover Aus der Stadt Bezirksrat stimmt nur knapp für Schützenfest-Shuttle
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00:25 16.05.2018
Der Schützenplatz bei Nacht –soll da noch ein Shuttle fahren? Quelle: dpa
Linden-Süd

 Die Idee, einen Shuttle-Bus zum Schützenfest einzurichten, kommt bei einer sehr knappen Mehrheit im Bezirksrat Linden-Limmer an. Mit den Stimmen von SPD, Grünen und FDP hat das Gremium dem Vorschlag zugestimmt, einen solchen Pendelverkehr zu testen, der den Stadtteil Linden-Süd mit dem Schützenplatz verbindet. Der Vorschlag geht auf eine Initiative der Ampel-Koalition im Stadtrat zurück – sie hatte angeregt, dass die Stadtverwaltung einen solchen Shuttle-Service versuchsweise an den Festwochenenden anbieten soll. Beschlossen wurde das noch nicht, zunächst sollte der Bezirksrat in der Sache angehört werden.

Die Linken im Bezirksrat hatten das Thema mittels eines Dringlichkeitsantrages auf die Tagesordnung der April-Sitzung des Gremiums geholt. Viel Zeit zum Planen bleibt nicht mehr: Vom 29. Juni bis zum 8. Juli wird auf dem Schützenplatz gefeiert. Nach den Vorstellungen der Ratspolitiker soll die Buslinie auf einem privaten Parkplatz südlich der Hanomagstraße und östlich der Marianne-Baecker-Allee starten, der unter der Woche von der Firma Komatsu genutzt wird. Mit dem Shuttle würde dort an den Schützenfest-Wochenenden zugleich eine Art Park-and-ride-Verkehr geschaffen. Der Bus soll zudem Zwischenstopps am Waterlooplatz und an der Stadionbrücke einlegen. 

Skepsis bei den Linken

Linken-Fraktionschef David Müller machte im Bezirksrat deutlich, dass er der Shuttle-Idee sehr skeptisch gegenübersteht. „Für welche Nutzer soll das überhaupt gedacht sein?“, fragte er. Gerade an Wochenenden herrsche rund um die Fachmärkte auf dem Hanomag-Gelände schon viel Verkehr. Das sei für alle problematisch, die dort tagsüber von ihrem Auto in den Shuttle umsteigen wollen. Für alkoholisierte Partygänger zu später Stunde Park-and-ride anzubieten, mache ohnehin keinen Sinn. Besser sei es, Werbung für bereits bestehende Park-and-ride-Plätze im Umland zu machen – damit die Schützenfestbesucher gar nicht erst mit dem Auto in die Stadt kommen.

Ähnlich argumentierte CDU-Fraktionschefin Gabriele Steingrube. „Der Park-Such-Verkehr in Linden-Süd wird zunehmen“, warnte sie. Zudem sei noch ungewiss, ob die Stadt den Privatparkplatz auf dem Gelände überhaupt als öffentliche Park-and-ride-Fläche ausweisen könne. 

Grundsätzlich sieht Müller keinen Bedarf für einen Shuttle: Der Schützenplatz sei von Linden-Süd aus schon gut erreichbar, betonte er. Es gebe eine komfortable Anbindung über die S-Bahn am Fischerhof sowie die beiden Üstra-Linien 3 und 7 zur Station Allerweg oder zur Waterloo-Station sowie ergänzende Buslinien Richtung Stadion. Auch sei die Frage der Taktzeiten für den Shuttle und der Kosten für den Betrieb noch offen.

Grünen betonen nachhaltigen Nutzen

Daniel Gardemin, Vorsitzender der Grünen-Fraktion, befürwortet die Shuttle-Idee. „Die Bevölkerung wird so ermuntert, das Schützenfest zu besuchen, ohne direkt mit dem Auto vorzufahren“, sagte er. Der Shuttle sei eine Ergänzung zum bestehenden Angebot des ÖPNV und eine gute Gelegenheit, andere Möglichkeiten der Mobilität zu testen. So sieht es auch Matthias Voß, Fraktionsvorsitzender der SPD. Der Bereich rund um den Schützenplatz werde vom Autoverkehr entlastet – das sei umso wichtiger, weil durch den Bau des neuen Verwaltungsgebäudes dort viele Parkplätze entfallen. Auch FDP-Vertreter Ekim Bulut meinte: „Einen Versuch ist das wert.“

Bei der Abstimmung setzen sich die  Befürworter des Shuttles schließlich nur äußerst knapp durch – mit acht Ja-Stimmen gegen sieben Nein-Stimmen.

Alle Bilder und Berichte vom Schützenfest 2017 finden Sie hier.

Von Juliane Kaune

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