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Aus der Stadt So sah es im Lindener Hafen früher aus
Hannover Aus der Stadt So sah es im Lindener Hafen früher aus
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00:16 13.04.2017
Von Juliane Kaune
Kran belädt ein Binnenschiff im Lindener Hafen am Stichkanal. Foto vom Oktober 1987. Quelle: Ralf Decker
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Hannover

Langsam senkt sich der mächtige Greifarm auf den Berg aus Metallschrott herab. Dann packt er kräftig zu. Bis zu zwei Tonnen Ladung kann Kran Nummer 8 am Stichkanal des Lindener Hafens in einem Arbeitsgang befördern. „Mississippi“ heißt das Ziel, das ganz nah liegt. Ein Europaschiff dieses Namens ist im Hafen vor Anker gegangen. Nun wartet der Kapitän darauf, dass um die 500.000 Tonnen Schrott vom Ufergelände auf seinen 85 Meter langen Kahn verladen werden. Einen halben Tag lang kann das dauern.

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Hektik gibt es nicht im Hafenbecken. Exakt 149 Schiffe sind im vergangenen Jahr im Lindener Hafen eingelaufen – etwa alle zweieinhalb Tage eines. Nicht gerade ein reger Betrieb für einen Hafen. Aber auch kein Grund für Jörn Ohm, sich Sorgen zu machen.

„Der Schiffsverkehr hat sich gewandelt“, erklärt der Leiter der Städtischen Häfen. Eine zentrale Rolle spiele der für viele Unternehmen flexiblere Transport auf der Schiene – bereits seit 1991 hat der Hafen darum einen direkten Bahnanschluss. Von 1,2 Millionen Tonnen Gütern, die jährlich umgeschlagen werden, sind nur noch 120.000 Tonnen per Schiff zu ihrem Bestimmungsort unterwegs. Ende der Sechzigerjahre fuhren jedes Jahr noch mehr als 4200 Schiffe ins Hafenbecken ein.

Betriebsleiter Jörn Ohm. Quelle: Christian Behrens

Den entscheidenden Wendepunkt kann Ohm genau benennen: „Am 14. Juni 1990 gab es hier den letzten Kohletransport.“ Bis dato war der Hafen vor allem darauf ausgelegt, das Brennmaterial für das Heizkraftwerk Linden zu liefern. Als dieses auf Gas umstellte, fiel die Kohle weg – und mit ihr ein Großteil der Schiffe.

Von Kohle zu Nudeln

Auch diese Entwicklung ist ein Teil der 100-jährigen Geschichte des Lindener Hafens, die begann, als am 18. April 1917 eine der ersten größeren Umschlaganlagen zwischen Elbe und Weser eröffnet wurde. Heute ist der Hafen in Linden einer von vier Standorten der Unternehmensgruppe Hafen Hannover und nach dem Nordhafen der umschlagstärkste.

Ohm spricht gern von einem „Logistikzentrum“, das den Lindener Hafen zu einem für die Stadt bedeutenden Wirtschaftsfaktor mache. Rund 165 Hektar umfasst das Gelände zu beiden Seiten des Stichkanals. Mehr als 3000 Menschen sind in den 40 Unternehmen beschäftigt, die sich dort angesiedelt haben.

Viele der Firmen im westlichen Bereich kommen aus der Speditions- oder Logistikbranche und benötigen keinen direkten Zugang zum Wasser. Stattdessen nutzen sie ein hochmodernes Railterminal: Rund 23.000 Bahnwaggons voller Waren rollten dort im vergangenen Jahr über die Gleise, zudem mehr als 20.000 Container, die erst mit dem Zug transportiert und dann direkt auf Lastwagen verladen wurden. „Das können zum Beispiel Nudeln aus Italien sein, da gibt es hier ja immer viel Bedarf“, sagt Ohm mit einem Lächeln. Mit der italienischen Stadt Verona besteht eine direkte Bahnverbindung für den Güterverkehr, ebenso mit der österreichischen Metropole Wien.

Verteilstation für Waren aus aller Welt

Grundsätzlich sei der Hafen in Linden eine Verteilstation für Waren aus aller Welt, betont Ohm. Regionaler begrenzt sind die Geschäfte, denen die meisten Betriebe auf der Ostseite direkt am Wasser nachgehen. Eines der wichtigsten Handelsgüter hier ist – Schrott. Überall türmen sich Metallberge. „Und das sind die Reste vom Siloah-Klinikum“, sagt Ohm. Er deutet auf einen riesigen Haufen Schutt, der nach dem Abriss des alten Krankenhauses im Hafen lagert – wo daraus nun neues Baumaterial gemacht wird. Auch Mineralöl und Getreide werden in diesem Bereich des Hafens umgeschlagen. Nahezu alle verfügbaren Gewerbegrundstücke hat die Stadt vermietet. Einige am Ostufer hält sie bewusst frei: Sie sind als Erweiterungsflächen für den Automobilzulieferer Wabco gedacht, der vom Lindener Hafen aus sein global agierendes Unternehmen steuert.

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