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Aus der Stadt Linksradikale zerstören Deutschlandflaggen in Hannover
Hannover Aus der Stadt Linksradikale zerstören Deutschlandflaggen in Hannover
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21:55 04.07.2010
Von Tobias Morchner
Linksradikale haben in Hannover Deutschlandflaggen an Autos zerstört. Quelle: Martin Steiner

Darauf bekannte sich eine „AG Vaterlandsverrat“ zu der Sachbeschädigung. Auf dem Flyer war zu lesen: „Ihre Deutschlandflagge ist weder Opfer der Natur noch von Vandalismus geworden, sondern wurde im Rahmen einer politischen Aktion fachgerecht von Ihrem Auto entfernt.“

Anschließend wurden zwei Internetadressen genannt. Eine davon führt auf die Seite „Junge Linke gegen Kapital und Nation“, einer Gruppierung, die sich selbst als linksradikal bezeichnet.

Betroffen waren Fahrzeuge, die in der Grotefend-, der Wilhelmshavener und der Theodor-Krüger-Straße abgestellt worden waren. „Als ich von der Arbeit kam, habe ich die vielen weißen Plastikstangen am Boden gesehen“, sagt eine Anwohnerin. „Zum Teil waren die Fahnen derart gewaltsam von den Autos abgerissen worden, dass die Wagen zerkratzt waren“, erklärt Augenzeuge Mathias Ropohl. Das Fahrzeug eines Bekannten des 23-Jährigen wurde ebenfalls beschädigt. „Wir haben zusammen das Deutschlandspiel gesehen. Als er nach Abpfiff zu seinem Auto ging, hat er bemerkt, dass die Flagge abgeknickt worden war“, erinnert sich Ropohl. Er ist wütend auf die Täter: „Was hat das mit Politik zu tun, wenn man die deutsche WM-Mannschaft durch das Anbringen der Fahne unterstützt?“

Linksradikale Gruppierungen rufen seit geraumer Zeit im Internet dazu auf, WM-Fähnchen und andere Deutschland-Symbole „zu erbeuten“, um so gegen den, aus ihrer Sicht, derzeit vorherrschenden „Nationalismus und Party-Patriotismus“ vorzugehen. Sie haben die bewusste Zerstörung von schwarz-rot-goldenen Devotionalien sogar zu einem regelrechten Wettbewerb mit Punktevergabesystem erkoren. Demnach bringt eine zerstörte Autoflagge den Tätern einen, eine kaputte große Fahne zwei und ein zerrissenes Deutschland-Trikot zehn Punkte ein. Auf einschlägigen Seiten im Netz prahlen einige der linken Gruppen mit ihren Taten. So will das „Kommando Kevin-Prince Boateng“ bereits rund 1650 der „schwarz-rot-goldenen Lumpen“ erbeutet haben. Im Berliner Stadtteil Neukölln ist eine 20 Meter lange Deutschlandfahne an einem Mehrfamilienhaus bereits zweimal von Linksradikalen beschädigt oder zerstört worden. Allein aus diesem Viertel sind bei der Polizei Medienberichten zufolge bereits rund 30 Anzeigen wegen Sachbeschädigung eingegangen. Bei den hannoverschen Beamten hat sich dagegen bislang noch kein Betroffener gemeldet. „Wir haben keine Erkenntnisse in diesem Bereich, es gab keine derartigen Einsätze am Wochenende“, sagte eine Sprecherin.

Auch die Anhänger der rechtsradikalen Szene haben in Hannover mehrfach versucht, die Fußball-WM für ihre Zwecke zu missbrauchen. Rund um das Public-Viewing-Gelände, aber auch an anderen Stellen der Stadt waren Handzettel von Neonazi-Gruppen aufgetaucht. Darauf waren unter anderem Zeilen wie: „Bist du nur ein Saison-Deutscher? Unsere Fahnen müssen immer und überall wehen“ zu lesen. Der Staatsschutz habe den Inhalt der Handzettel geprüft und keine Straftaten feststellen können, teilte ein Behördensprecher mit.

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