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Das war Hannovers große Bombenräumung

Drei Blindgänger entschärft Das war Hannovers große Bombenräumung

Es war die größte Bombenräumung der Stadtgeschichte: Die drei Blindgänger in Vahrenwald sind am Sonntag unschädlich gemacht worden. Um Punkt 18 Uhr wurde der Sicherheitsbereich wieder aufgehoben, rund 50.000 Anwohner durften wieder in ihre Wohnungen zurück.  Die Ereignisse des Tages im Ticker zum Nachlesen.

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 mit einem Wasserstrahl
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Die Bomben sind erfolgreich entschärft worden.

Quelle: Dröse

Der schnelle Überblick

Es ist die größte Evakuierungsmaßnahme in Hannover seit dem Zweiten Weltkrieg: 50.000 Menschen im Norden der Stadt müssen am Sonntag wegen einer Bombenräumung ihre Wohnungen verlassen, weil auf einem Baugrundstück in Vahrenwald mehrere Blindgänger vermutet werden.

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Die aufwendigste Bombenräumung in der hannoverschen Nachkriegsgeschichte ist am Sonntag ohne größere Probleme über die Bühne gegangen. Nur an drei der fünf Verdachtspunkte fanden die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst tatsächlich Blindgänger: Auf dem Gelände an der Wedelstraße in Vahrenwald lagen zwei Fünf- und eine Zehn-Zentner-Bombe. Eine Stelle konnte erst am Sonntag gründlich sondiert werden, weil sie sich nahe der Baustelleneinfahrt befand. „Vorher war das nicht möglich, weil die Fahrbahn sonst abgerutscht wäre“, sagt KBD-Chef Thomas Bleicher.

„Es ist eher selten, dass gleich drei Bomben so dicht beieinander liegen“, sagte Sprengmeister Marcus Rausch. Gegen 16.20 Uhr hatten die Entschärfer um ihren Chef Thomas Bleicher zwei der Sprengkörper entschärft. Hier ließen sich die Zünder per Hand rausdrehen. Der dritte wurde um etwa 17.45 Uhr unschädlich gemacht. Die Zünder der Bomben wurden um 17.55 Uhr erfolgreich vor Ort gesprengt.

Die Entschärfung der Fünf-Zentner-Bombe gestaltete sich aufgrund des verbogenen Zünders schwieriger: Weil der Schlagbolzen zudem bereits im sogenannten Detonator steckte, musste der Blindgänger mittels eines Wasserstrahlschneidegeräts unschädlich gemacht werden ( mehr dazu lesen Sie hier ). Danach konnten rund 50.000 Anwohner aus Vahrenwald, der List und der Nordstadt wieder zurück in ihre Wohnungen.

Das sind die Helfer bei der Bombenräumung in Vahrenwald.

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Zuvor war die Evakuierung des betroffenen Gebietes weitgehend reibungslos und schnell vonstatten gegangen. Bereits gegen 14 Uhr vermeldeten die Behörden, der Umkreis von 1000 Metern um den Bauplatz an der Wedelstraße sei geräumt. Die wenigsten der betroffenen Anwohner suchten eine der sieben Notunterkünfte auf – etwa die in der IGS Büssingweg oder der IGS Vahrenheide. In der Käthe-Kollwitz-Schule etwa standen 170 Helfer von ASB, Maltesern, Rotem Kreuz und DLRG für nur 130 Menschen bereit – vorbereitet waren sie auf bis zu 2400. Insgesamt fanden sich nach Angaben der Stadt nur knapp 1000 Menschen in den Unterkünften ein. „Es ist alles toll gelaufen“, sagte Feuerwehrsprecher Clemens Hoppe. „Bei der Menge an Menschen waren wir sogar selbst etwas überrascht, dass es so schnell ging.“

Das Kulturprogramm, das die Stadt und freie Initiativen eigens für den Tag der Bombenräumung zusammengestellt hatten, wurde speziell am Vormittag gut angenommen. „Das Landesmuseum meldete Land unter“, so groß sei der Andrang gewesen, sagte Kulturdezernent Harald Härke. Im Sprengel Museum seien gegen 11 Uhr bereits etwa 500 Besucher gezählt worden – sonst sind es sonntags zu dieser Zeit etwa 150. „Wenn es eine vergleichbare Bombenevakuierung noch einmal geben sollte“, sagte Härke, „ist solch ein Unterhaltungsprogramm wieder denkbar.“ Auch das gute Wetter trug dazu bei, dass viele Anwohner den Tag bei Freunden und Verwandten verbrachten oder längere Ausflüge machten. 

Immer wieder müssen in Hannover Fliegerbomben entschärft werden. Ein Überblick über die Bombenräumungen der vergangenen Jahre:

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Keine Sperrung der Bahnstrecke

Betroffen von der Evakuierungsaktion war auch der öffentliche Nahverkehr. In Busse und Bahnen im betroffenen Gebiet konnten Fahrgäste nur ein- und nicht aussteigen – sie brachten Anwohner bis in die Mittagsstunden aus dem Evakuierungsbereich heraus. Eine zuvor vorgesehene Sperrung der Eisenbahnstrecke wurde letztlich abgesagt, weil einer der Verdachtspunkte sich nicht erhärtet hatte. Dennoch folgten die Züge der Deutschen Bahn noch bis in den Nachmittag einem veränderten Fahrplan. Dabei kam es zu Verzögerungen. Die Betreiber von Metronom und Erixx meldeten am frühen Nachmittag, bei ihnen verlaufe wieder alles nach Plan. 

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