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Aus der Stadt Das war Hannovers große Bombenräumung
Hannover Aus der Stadt Das war Hannovers große Bombenräumung
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21:23 07.05.2017
Die Bomben sind erfolgreich entschärft worden. Quelle: Dröse

Der schnelle Überblick

Es ist die größte Evakuierungsmaßnahme in Hannover seit dem Zweiten Weltkrieg: 50.000 Menschen im Norden der Stadt müssen am Sonntag wegen einer Bombenräumung ihre Wohnungen verlassen, weil auf einem Baugrundstück in Vahrenwald mehrere Blindgänger vermutet werden.

Die aufwendigste Bombenräumung in der hannoverschen Nachkriegsgeschichte ist am Sonntag ohne größere Probleme über die Bühne gegangen. Nur an drei der fünf Verdachtspunkte fanden die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst tatsächlich Blindgänger: Auf dem Gelände an der Wedelstraße in Vahrenwald lagen zwei Fünf- und eine Zehn-Zentner-Bombe. Eine Stelle konnte erst am Sonntag gründlich sondiert werden, weil sie sich nahe der Baustelleneinfahrt befand. „Vorher war das nicht möglich, weil die Fahrbahn sonst abgerutscht wäre“, sagt KBD-Chef Thomas Bleicher.

„Es ist eher selten, dass gleich drei Bomben so dicht beieinander liegen“, sagte Sprengmeister Marcus Rausch. Gegen 16.20 Uhr hatten die Entschärfer um ihren Chef Thomas Bleicher zwei der Sprengkörper entschärft. Hier ließen sich die Zünder per Hand rausdrehen. Der dritte wurde um etwa 17.45 Uhr unschädlich gemacht. Die Zünder der Bomben wurden um 17.55 Uhr erfolgreich vor Ort gesprengt.

Die Entschärfung der Fünf-Zentner-Bombe gestaltete sich aufgrund des verbogenen Zünders schwieriger: Weil der Schlagbolzen zudem bereits im sogenannten Detonator steckte, musste der Blindgänger mittels eines Wasserstrahlschneidegeräts unschädlich gemacht werden (mehr dazu lesen Sie hier). Danach konnten rund 50.000 Anwohner aus Vahrenwald, der List und der Nordstadt wieder zurück in ihre Wohnungen.

Das sind die Helfer bei der Bombenräumung in Vahrenwald.

Zuvor war die Evakuierung des betroffenen Gebietes weitgehend reibungslos und schnell vonstatten gegangen. Bereits gegen 14 Uhr vermeldeten die Behörden, der Umkreis von 1000 Metern um den Bauplatz an der Wedelstraße sei geräumt. Die wenigsten der betroffenen Anwohner suchten eine der sieben Notunterkünfte auf – etwa die in der IGS Büssingweg oder der IGS Vahrenheide. In der Käthe-Kollwitz-Schule etwa standen 170 Helfer von ASB, Maltesern, Rotem Kreuz und DLRG für nur 130 Menschen bereit – vorbereitet waren sie auf bis zu 2400. Insgesamt fanden sich nach Angaben der Stadt nur knapp 1000 Menschen in den Unterkünften ein. „Es ist alles toll gelaufen“, sagte Feuerwehrsprecher Clemens Hoppe. „Bei der Menge an Menschen waren wir sogar selbst etwas überrascht, dass es so schnell ging.“

Das Kulturprogramm, das die Stadt und freie Initiativen eigens für den Tag der Bombenräumung zusammengestellt hatten, wurde speziell am Vormittag gut angenommen. „Das Landesmuseum meldete Land unter“, so groß sei der Andrang gewesen, sagte Kulturdezernent Harald Härke. Im Sprengel Museum seien gegen 11 Uhr bereits etwa 500 Besucher gezählt worden – sonst sind es sonntags zu dieser Zeit etwa 150. „Wenn es eine vergleichbare Bombenevakuierung noch einmal geben sollte“, sagte Härke, „ist solch ein Unterhaltungsprogramm wieder denkbar.“ Auch das gute Wetter trug dazu bei, dass viele Anwohner den Tag bei Freunden und Verwandten verbrachten oder längere Ausflüge machten. 

Immer wieder müssen in Hannover Fliegerbomben entschärft werden. Ein Überblick über die Bombenräumungen der vergangenen Jahre:

Keine Sperrung der Bahnstrecke

Betroffen von der Evakuierungsaktion war auch der öffentliche Nahverkehr. In Busse und Bahnen im betroffenen Gebiet konnten Fahrgäste nur ein- und nicht aussteigen – sie brachten Anwohner bis in die Mittagsstunden aus dem Evakuierungsbereich heraus. Eine zuvor vorgesehene Sperrung der Eisenbahnstrecke wurde letztlich abgesagt, weil einer der Verdachtspunkte sich nicht erhärtet hatte. Dennoch folgten die Züge der Deutschen Bahn noch bis in den Nachmittag einem veränderten Fahrplan. Dabei kam es zu Verzögerungen. Die Betreiber von Metronom und Erixx meldeten am frühen Nachmittag, bei ihnen verlaufe wieder alles nach Plan. 

Der Liveticker zum Nachlesen

  • 07.05.17 17:00
    Das war's für heute! Hannovers größte Bombenräumung ist Geschichte. Vielen Dank für das Interesse an unserer Berichterstattung – und allen Lesern, betroffenen Anwohnern und Helfern einen erholsamen Abend.
  • 07.05.17 16:58
    Da verschwinden die drei Blindgänger.
  • 07.05.17 16:54
    Dank dieser Männer können 50.000 Menschen heute Abend beruhigt ins Bett gehen.
  • 07.05.17 16:40
    Um 5.30 Uhr musste ein Feuerwehrmann heute morgen auf der Wache sein. Jetzt hat er die letzten Bewohner des Sperrgebiets im Bus nach Hause begleitet. Ein verdienter Feierabend wartet.
  • 07.05.17 16:33
    Kulturdezernent Harald Härke zieht ein positives Fazit. Die Entschärfung sei ohne Zwischenfälle verlaufen und das Unterhaltungsangebot der Stadt sei gut angenommen worden. Er kann sich vorstellen, dies bei vergleichbaren Entschärfungen zu wiederholen.
  • 07.05.17 16:30
    Die Warnplaketten am Heck des Lkw sind angebracht, jetzt können die Fliegerbomben abtransportiert werden.
  • 07.05.17 16:26
    Das ist der verbogene Zünder, der bei der Fünf-Zentner-Bombe nicht reibungslos entfernt werden konnte.
  • 07.05.17 16:25
    Sprengmeister Marcus Rausch erklärt die Schwierigkeiten bei der dritten Bombe.
  • 07.05.17 16:18
    Die drei Bomben sind bereit zum Abtransport.
  • 07.05.17 16:16
    Und hier noch ein paar Nahaufnahmen von den Blindgängern.
  • 07.05.17 16:13
    Die Bomben werden für den Abtransport bereit gemacht.
  • 07.05.17 16:10
    Die drei Aufschlagzünder mussten aus Sicherheitsgründen bereits vor dem Abtransport gesprengt werden, damit sie nicht während der Fahrt explodieren. Das teilt der Kampfmittelbeseitigungsdienst mit.
  • 07.05.17 16:08
    An der Haltestelle Lister Platz kommen jetzt die ersten U-Bahnen an.
  • 07.05.17 16:05
    Es geht zurück: Die ersten steigen in die Busse. Weil viele Anwohner fragen: Die Busse fahren alle die gleiche Route, versichern Helfer.
  • 07.05.17 16:04
    "Ist das schön, wieder frei zu laufen!", sagt ein Anwohner.
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Es war eine Bombenentschärfung der besonderen Art: Nicht nur, dass 50.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen mussten. Drei Blindgänger so dicht beieinander – das ist selbst für erfahrene Sprengmeister selten. Eine der Bomben ließ sich nur mit einem Wasserstrahl entschärfen. 

08.05.2017

Am Tag der Stichwahl in Frankreich haben sich am Sonntag erneut rund 500 Anhänger der Bewegung „Pulse of Europe“ am Opernplatz versammelt. Prominentester Besucher war Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Allerdings verkündeten die Initiatoren, dass es statt der wöchentlichen von nun an monatliche Kundgebungen in Hannover gäbe.

08.05.2017

Es ist die größte Evakuierungsaktion in Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg gewesen. Lesen Sie alles zur Entschärfung der Bomben am Montag im E-Paper der HAZ nach – gratis. Alles, was Sie dafür machen müssen, erfahren Sie hier.

07.05.2017