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Lucie aus Hannover hat ihr erstes Schuljahr geschafft

Zeugnis bekommen Lucie aus Hannover hat ihr erstes Schuljahr geschafft

Das erste Schuljahr an der Brüder-Grimm-Schule in der List liegt nun hinter ihr – am Mittwoch kann die sechsjährige Lucie aus Hannover voller Stolz ihr erstes Zeugnis entgegennehmen. Und weil Lucie so gern wissen will, wie ihre Mama früher in der Schule war, begibt sich Bettina Dörr auf die Suche. Mit Erfolg: Das 39 Jahre alte Dokument findet sich wieder an.

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Stolzes Duo: Lucie und Bettina Dörr aus der List vergleichen ihre Zeugnisse der ersten Klasse – 39 Jahre trennen die beiden Papiere.

Quelle: Martin Steiner

Hannover. Irgendwo in der Schublade muss Mama ihr Zeugnis doch noch haben. Da ist Lucie sicher. Schließlich war ihre Mutter ja auch mal in die Schule gegangen, und bestimmt hat auch sie in der ersten Klasse damit angefangen. Bei Lucie jedenfalls ist das so. Das erste Schuljahr an der Brüder-Grimm-Schule in der List liegt nun hinter ihr – am Mittwoch kann die Sechsjährige voller Stolz ihr erstes Zeugnis entgegennehmen. Und weil Lucie so gern wissen will, wie ihre Mama früher in der Schule war, begibt sich Bettina Dörr auf die Suche. Mit Erfolg: Das 39 Jahre alte Dokument findet sich wieder an.

Dass fast vier Jahrzehnte zwischen den Papieren liegen, erkennt man schon an der Form. Bettina Dörrs Zeugnis ist handschriftlich mit Tinte auf einem für diesen Zweck hergestellten Vordruck verfasst – Lucie hält einen Computerausdruck in Klarsichthülle in den Händen. Darauf steht ziemlich viel Kleingedrucktes in einer ziemlich schwer verständlichen Sprache, die ihre Mutter ihr erklären muss. Wie gut sie Lesen oder Schreiben kann, will die Sechsjährige aber gar nicht so genau wissen. Am wichtigsten ist: Ihre Rechenkünste haben überzeugt. Denn Mathe ist Lucies Lieblingsfach, und die Lehrerin lobt ausführlich, wie gut sie bis 20 zählen oder Plus- und Minusaufgaben lösen kann.

In Bettina Dörrs Zeugnis, ausgestellt von der Freiburger Hebelschule und aufbewahrt in einem der legendären Rex-Buchschoner, steht nur ein schlichtes „gut“ hinter der Spalte, die mit dem Wort „Rechnen“ beginnt. Bei „Deutsch“ ist ein „sehr gut“ zu lesen. „Damals haben wir also schon richtige Noten bekommen, das hatte ich vergessen“, sagt Dörr beim Blick in ihr leicht vergilbtes Zeugnisheft. Aber sie erinnert sich noch gut, dass sie später für jede Eins, die auf dem Zeugnis stand, eine Mark bekam, eine Zwei füllte die Taschengeldkasse mit 50 Pfennig. „Hast du das gleich ausgegeben?“, fragt ihre Tochter, die schon genau weiß, dass sie Ärztin werden will. Oder Grafikerin. Ihre Mutter arbeitet an der MHH-Hörklinik.

Lucie bekommt am Sonnabend eine Überraschung. Dann hat sie Geburtstag, und das ist zusammen mit dem Zeugnis ein schöner Anlass zum Schenken. Jetzt braucht sie aber erst mal dringend Ferien. Ein ganzes Jahr Schule – das kann schließlich ganz schön anstrengend sein.

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