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MHH-Forscher suchen nach guten Darmbakterien

Gesundheitsforschung MHH-Forscher suchen nach guten Darmbakterien

Gute und schlechte Bakterien im Körper sind in der Gesundheitsforschung derzeit ein großes Thema. Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erhalten nun insgesamt weit mehr als eine Million Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), um den Einfluss der Mikroben im Darm zu untersuchen.

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MHH-Forscher sind auf der Suche nach guten Bakterien im Darm.

Quelle: Archiv

Hannover. „Tatsächlich leben in uns mehr Bakterien, als wir selbst an Zellen haben“, erklärt Professor André Bleich, Leiter des MHH-Instituts für Versuchstierkunde. Die MHH-Forscher arbeiten in einem Schwerpunktprogramm, das die DFG seit 2013 fördert.

Viel schonender als Antibiotika

Allein im Darm eines Menschen befinden sich 100 Billionen Bakterien unterschiedlicher Arten. Die Zusammensetzung dieser riesigen Wohngemeinschaft beeinflusst die Gesundheit und spielt bei zahlreichen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Das Team von Professor Guntram Graßl untersucht die Wechselwirkungen der Bakterien mit Krankheitserregern wie Salmonellen. „Wenn bestimmte Zucker auf der Darmschleimhaut fehlen, verändert sich die Zusammensetzung der Darm-Mikrobiota, und das führt zu erhöhter Resistenz des Wirts gegenüber Salmonellen“, berichtet der Forscher des MHH-Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene. Bei anderen Infektionen wird bereits gesunde Darmflora auf erkrankte Patienten übertragen. „Das ist sehr viel schonender und natürlicher als die Gabe von Antibiotika, die in manchen Fällen nicht oder nur vorübergehend helfen“, sagt Graßl. In seinem Bereich fließen jetzt rund 234 000 Euro. Seine Professur wird über das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) finanziert.

3000 unterschiedliche Bakterienarten im Darm

1,1 Millionen Euro erhält Professor André Bleich. Sein Team züchtet für die Wissenschaftler des Schwerpunktprogramms, zu dem 22 Arbeitsgruppen an 17 Standorten gehören, die Versuchstiere. „Bei der Vielzahl an Darmbakterien ist es schwer zu erkennen, welche Bakterien wie mit dem Darm interagieren.“ Bei Mäusen können bis zu 3000 unterschiedliche Bakterienarten im Darm leben. Damit die Forscher die Auswirkungen verschiedener Bakterienbesiedlungen erkennen können, brauchen sie anfangs sterile Mäuse. „Die Tiere, die wir züchten, sind im Darm und auf der Haut vollständig keimfrei. Es geht ihnen so weit gut, sie haben aber zunächst ein unterentwickeltes Immunsystem.“ Die Forscher besiedeln die Mäuse mit einzelnen Bakterienarten, um zu erkennen, welche Darmflora den Wirt gesund oder krank macht.

Fördermittel in Höhe von 311 000 Euro

Durch Fördermittel in Höhe von 311 000 Euro können auch die Arbeitsgruppen von Professor Sebastian Suerbaum und Professorin Christine Josenhans vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene ihre Arbeit fortsetzen. Ihr Projekt befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen Mikroben des Darms und dem krankmachenden Bakterium Helicobacter hepaticus. Dieser Verwandte des Magenkrebsbakteriums Helicobacter pylori löst bei Mäusen entzündliche Darmerkrankungen aus, deren Schwere entscheidend von der Zusammensetzung der Bakteriengesellschaft im Darm abhängt.

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