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Aus der Stadt MHH-Neubau steht seit mehr als zwei Jahren leer
Hannover Aus der Stadt MHH-Neubau steht seit mehr als zwei Jahren leer
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00:17 30.01.2017
Von Mathias Klein
„Eine einseitige Verantwortlichkeit lässt sich nicht feststellen“: Das neue Laborgebäude kann weiterhin nicht genutzt werden. Quelle: Eberstein
Hannover

Ein mehr als 30 Millionen Euro teurer Neubau der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist seit zwei Jahren ungenutzt und steht leer. Das Landeswissenschaftsministerium bestätigte entsprechende Informationen der HAZ. Das zentrale Laborgebäude sollte eigentlich 2014 von staatlichen Baumanagement an die MHH übergeben werden. Wegen Problemen mit der Stromversorgung kann der Bau vorerst nicht in Betrieb gehen.

In Betriebnahme in einem Jahr unwahrscheinlich

Als neuer Fertigstellungstermin wird jetzt das Frühjahr 2018 genannt. Im kommenden Frühjahr sollen jetzt zusätzliche Arbeiten starten. Allerdings ist unwahrscheinlich, dass das Zentrallabor dann auch tatsächlich in einem Jahr in Betrieb gehen kann. Denn zunächst wäre für das neue Labor ein mehrmonatiger Probebetrieb nötig. Insider beziffern die Kosten für den Leerstand auf 300 000 Euro pro Jahr. Die MHH will sich nicht zu der Sache äußern, sondern verweist auf die Landesverwaltung. Ursache für den Stillstand sind Planungsfehler. Offenbar war die vorgesehene Kapazität für die Notstromaggregate viel zu gering. Im Falle eines Stromausfalls hätte die Notstromkapazität nicht gleichzeitig für die in dem Gebäude nötige Lüftung und die Kühlung ausgereicht.

Allerdings ist offen, ob die MHH oder das staatliche Baumanagement für diesen gravierenden Planungsfehler verantwortlich ist. Ministeriumssprecherin Margit Kautenburger sagt: „Eine einseitige Verantwortlichkeit der Beteiligten lässt sich nicht feststellen.“

Geld sparen mithilfe von Autorisierung

Mit dem Bau des zentralen Laborgebäudes war bereits im Jahr 2011 begonnen worden, die Planungen reichen ins Jahr 2008 zurück. Auf einer Fläche von 4580 Quadratmetern will die MHH dort die gesamten Laborarbeiten bündeln und möglichst stark automatisieren. Bisher haben die Baukosten bei 27,7 Millionen Euro gelegen. Das Wissenschaftsministerium geht auch wegen der Nachbesserungsarbeiten von weiteren Kosten von 5 Millionen Euro aus, wie Sprecherin Kautenburger mitteilt. Von den 5 Millionen entfallen rund 2,6 Millionen auf die nötigen Nacharbeiten, 2,4 Millionen Euro kostet das geplante Labor-Analysesystem.

Die MHH plant, mithilfe einer Automatisierung in Teilen des Labors Geld zu sparen. Nach Angaben des Ministeriums sollen dadurch und durch die Zentralisierung des Labors 2,5 Millionen Euro Personalkosten und fast eine Million Euro Materialkosten eingespart werden.

Wie berichtet, soll die MHH in den kommenden Jahren insgesamt rund eine Milliarde Euro vom Land erhalten. Das Präsidium möchte mit dem Geld ein neues Zentralklinikum auf dem Gelände des derzeitigen Parkhauses bauen. Das marode Bettenhaus mit Ladenpassage, die Poliklinik und die sanierungsbedürftige Notaufnahme sollen dann anschließend abgerissen werden. Eine Sanierung der Gebäude wäre aus Sicht des Präsidiums zu teuer.

Kommentar

Die Panne am MHH-Laborgebäude zieht eine Menge Fragen nach sich. Fragen an die Hochschule – und ans Land.
Die an die MHH sind zum Beispiel diese: Wer hat die Planungen vermasselt? Waren die daraus entstehenden Probleme einigen Verantwortlichen in der MHH oder außerhalb schon frühzeitig bekannt? Kann sich ein Planer bei einem öffentlichen Bau aus Steuergeldern so sehr verrechnen – ohne dass es kontrolliert wird? Und am Ende: Beschädigt die ganze Angelegenheit den Ruf der MHH?
Aber auch das Ministerium macht bei der Aufarbeitung keinen guten Eindruck. Gibt es tatsächlich keine eindeutige Verantwortung – oder hat Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic kein Interesse an der Aufklärung einer solch gravierenden Planungspanne? Weiß das Ministerium noch von weiteren Planungspannen auf dem MHH-Gelände? Darauf könnte die Äußerung eines Abteilungsleiters hindeuten, die MHH werde bei künftigen Projekten sehr eng begleitet werden.
Fragen gibt es viele. Es wäre an der Zeit für Antworten. Von Mathias Klein

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