Hannover. Nach Angaben von Ärztevertretern werden sich mindestens 300 der 1250 MHH-Mediziner an dem Ausstand beteiligen. „Unsere Unzufriedenheit ist groß, gleich vom ersten Tag an wird der Streik richtig losgehen“, sagt Anästhesist Kai Johannig. Über eine gesonderte Vereinbarung mit dem Hochschulpräsidium soll sichergestellt werden, dass alle Notfälle versorgt werden. Patienten müssen sich aber darauf einstellen, dass planbare Operationen verschoben oder vereinbarte Behandlungstermine abgesagt werden.
Die Gewerkschaft Marburger Bund hat die Ärzte an bundesweit 23 Uni-Kliniken zu einem unbefristeten Streik aufgerufen – in einer Urabstimmung sprachen sich 97,4 Prozent der Teilnehmer dafür aus. Die Ärzte fordern fünf Prozent mehr Gehalt, mehr Geld für Nachtdienste und eine flexiblere Gehaltsstruktur.
Uni-Mediziner seien der Dreifachbelastung von Krankenversorgung, Forschung und Lehre ausgesetzt, verdienten aber deutlich weniger als andere Klinikärzte, sagt MHH-Internist Philipp Ivanyi. Während des Streiks solle in einer Besetzung wie an Wochenenden gearbeitet werden. In „sehr sensiblen Bereichen“ wie der Krebstherapie, bei Transplantationen oder in der Kinderklinik würden aber auch mehr Ärzte im Einsatz sein. 2006 hatten die MHH-Ärzte mit Unterbrechungen drei Monate lang gestreikt.
HAZ.de Anmeldung