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Aus der Stadt MHH entwickelt neue Impfung gegen Krebs
Hannover Aus der Stadt MHH entwickelt neue Impfung gegen Krebs
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20:15 07.07.2011
Von Juliane Kaune
Quelle: Tim Schaarschmidt (Archiv)
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Hannover

Im Kampf gegen Krebs haben Florian Kühnel und seine Kollegen von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht: Dem Wissenschaftler der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und seinem Team ist es im Laborversuch mit Mäusen gelungen, mithilfe einer innovativen Form der Impfung Tumore und Metastasen zu beseitigen. Diese besondere Form der Immuntherapie halten die Forscher für so erfolgversprechend, dass sie gezielt daran arbeiten, die Wirkmechanismen auf den Menschen zu übertragen.

Weltweit beschäftigen sich Wissenschaftler mit Impfstrategien gegen Krebserkrankungen. Dabei ist das Wort „Impfung“ in der Regel nicht so zu verstehen, wie man es gemeinhin kennt – als Vorbeugung gegen Krankheiten. Die Krebsforscher sind auf der Suche nach einer effektiven Immuntherapie, mit deren Hilfe sich der Körper gegen die Tumore aus eigener Kraft wehren kann. Dass diese Ansätze bisher weitgehend wirkungslos blieben, habe einen wesentlichen Grund, sagt Kühnel: „Tumore schwächen in ihrer direkten Umgebung das Immunsystem, so dass der Körper sie toleriert.“ Ihm und seiner Arbeitsgruppe ist es nun gelungen, die Krebsgeschwüre „auszutricksen“: Im Labor hergestellte Viren schleusten die MHH-Forscher in Tumore der Versuchstiere ein und verursachten dort eine heftige Entzündungsreaktion. Damit schwächten sie zunächst die Widerstandskraft der Tumore und passten dann den exakten Zeitpunkt ab, um die Mäuse gezielt gegen die Geschwülste zu impfen – mit speziell präparierten Zellen die den Tieren zuvor entnommen worden waren. Das Experiment war erfolgreich: Nicht nur die ursprünglichen Tumore, sondern auch die Metastasen verschwanden. „Das ist der Beweis, dass sich das durch die Impfung gestärkte Immunsystem erfolgreich gegen den Krebs gewehrt hat“, erklärt Kühnel.

Grundsätzlich sei diese Form der Impfung, die zunächst an Lungenkarzinomen getestet wurde, für alle Krebsarten denkbar. Vorschnelle Hoffnungen will der Wissenschaftler aber nicht wecken: „Es ist noch viel Forschungsarbeit nötig“, betont er. „In fünf, vielleicht aber auch erst in zehn Jahren könnte diese Form der Immuntherapie bei Krebspatienten eingesetzt werden.“

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