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Aus der Stadt MHH plant Um- und Neubau für eine Milliarde
Hannover Aus der Stadt MHH plant Um- und Neubau für eine Milliarde
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21:12 18.01.2017
Von Mathias Klein
Alles soll neu: Haupteingang der Medizinischen Hochschule mit dem großen Bettenhaus aus den Sechzigerjahren. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Wichtige Bereiche der medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden neu gebaut. Dazu gehören das Zentralklinikum mit Bettenhaus, die Notaufnahme der OP-Bereich sowie das Parkhaus, teilte Rüdiger Eichel vom Landeswissenschaftsministeriums am Mittwoch im Haushaltsausschuss des Landtages mit. Nach den bisherigen Berechnungen der MHH sind dafür rund eine Milliarde Euro nötig.

Wie auch an der Uni-Klinik Göttingen befänden sich die Gebäude „zum großen Teil in einem baulich problematischen Zustand“, betonte Eichel. Es gebe ein „latentes bauliches Gefahrenpotenzial“. Es könne sich jederzeit zu einer konkreten Gefahr auswachsen, davon sei auch die Medizintechnik betroffen. Zudem gebe es wegen der schlechten Gebäudeisolierung hohe Wärmeverluste. Das bedeute Energiekosten von nahezu 20 Millionen Euro pro Jahr - jeweils in Hannover und Göttingen.

22 Jahre Planungs- und Bauzeit

Der ohnehin geplante Neubau der Kinderklinik und die Sanierung der Nuklearmedizin werden unabhängig von dem Milliardenprogramm in Angriff genommen, kündigte der Ministeriumsvertreter an. Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic hatte der MHH kurz vor Weihnachten 80 Millionen Euro für die Sanierung der Kinderklinik zugesagt.

Das Ministerium rechnet damit, dass es insgesamt 22 Jahre dauert, bis die Gebäude fertiggestellt sind. Derzeit werde von Planungs- und Beratungsfirmen für die MHH ein Masterplan erarbeitet. Es gehe darum, zu skizzieren, wie eine Klinik der Zukunft aussehe. Unter anderem seien Experten dabei, die zur MHH gehörenden Gebäude zu analysieren. Dabei geht es auch darum, wo während der Bauarbeiten einzelne Abteilungen untergebracht werden sollen. Zudem untersuchen ein Logistikbüro und ein Medizinplaner die MHH. Unklar blieb, warum die MHH selbst nicht wesentlich stärker in die Planungen eingebunden ist. Eichel rechnet damit, dass der Masterplan bis zum Sommer steht. Die erste Planung für die Neubauten soll dann bis Ende 2017 fertig sein.

Die Finanzierung will das Land durch ein sogenanntes Sondervermögen sicherstellen. Dabei handelt es sich um einen Etat, in dem jedes Jahr Geld angespart werden soll. Derzeit steht noch nicht fest, ob einige Projekte wie etwa das MHH-Parkhaus mithilfe fremder Investoren realisiert werden sollen.

In dem Bericht im Haushaltsausschuss wurde auch Kritik aus dem Ministerium an der MHH deutlich. In der Vergangenheit habe die Priorität nicht immer auf der Krankenversorgung gelegen - offenbar lag der Schwerpunkt aus Sicht des Landes häufig zu sehr auf der Forschung. Eichel bemängelte zudem, dass ein von der MHH selbst erarbeiteter Masterplan diesen Namen nicht verdient habe. Der Ministeriumsvertreter kündigte an, die MHH bei den anstehenden Veränderungen „genau zu begleiten“.

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