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MHH rutscht in die roten Zahlen

Besetzungsstopp droht MHH rutscht in die roten Zahlen

Zum ersten Mal seit sieben Jahren droht die Medizinischen Hochschule (MHH) in die roten Zahlen zu rutschen. „Unsere Jahresbilanz wird wohl mit einem negativen Ergebnis abschließen“, sagt der zuständige Vizepräsident Holger Baumann.

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Hannover. Als Grund nannte er Tarifsteigerungen bei den Gehältern der mehr als 9000 Beschäftigten und deutlich gestiegene Betriebskosten. Weil zugleich die von den Krankenkassen finanzierten Basispreise für stationäre Behandlungen in Niedersachsen gesunken seien, könne die Hochschulklinik die erwarteten Verluste nicht vollständig auffangen, sagt Baumann. Um Kosten zu sparen, sollten unter anderem frei werdende Stellen nicht wiederbesetzt und Investitionen zurückgestellt werden.

Wie hoch der Verlust am Jahresende ausfallen wird, ließ Baumann offen. Nach seinen Worten muss die MHH im Vergleich zum Vorjahr gut zehn Millionen Euro mehr für Personal- und Sachkosten ausgeben. Auf der Einnahmenseite verzeichne die MHH durch die gesunkenen Basispreise pro Behandlung dagegen millionenschwere Verluste. Schon der Grundpreis, den jedes Krankenhaus in Niedersachsen erhält und der für kommunale Kliniken ebenso gilt wie für Uni-Kliniken, liege mit 2905 Euro deutlich unter dem Bundesschnitt von 2964 Euro, erklärt Baumann. „Allein dadurch haben wir jährliche Mindereinnahmen von mindestens 5,8 Millionen Euro.“ Als Hochleistungsklinik der Spitzenmedizin sei die MHH darüber hinaus in einer Sonderrolle.

Für die Behandlung Schwerstkranker wie etwa Patienten mit einer Organtransplantation könne man zwar höhere Pauschalen mit den Kassen abrechnen. Gleichwohl müsse für solche und andere schwere Fälle kontinuierlich besonders viel Klinikpersonal bereitgehalten werden – und diese Kosten würden unterm Strich nicht hinreichend berücksichtigt. Im Bundesvergleich sei die MHH die Uni-Klinik mit den komplexesten Behandlungsfällen, sagt Baumann. Er spricht von einer „Klinik der Supramaximalversorgung“.

Welche Abteilungen von einem Stopp bei der Neubesetzung von Stellen betroffen sein könnten, darauf wollte sich der Vizepräsident nicht festlegen. „Am Krankenbett soll das für den Patienten aber nicht spürbar sein“, sagt er nur. Andererseits sei es für die Beschäftigten kaum mehr möglich, ihre Leistung zu steigen. „Sie sind schon an der Grenze der Belastbarkeit angelangt.“ Gemäß einer Betriebsvereinbarung zwischen dem MHH-Präsidium und dem Personalrat sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2013 in jedem Fall ausgeschlossen. Um Kosten zu reduzieren hält Baumann es auch für möglich, geplante Investitionen etwa bei der Anschaffung medizinischer Geräte zurückzustellen. Das gelte nicht für Bauvorhaben, die mithilfe von Landesgeld oder mittels privater Geldgeber errichtet werden. So sei der für 2012 geplante 25 Millionen Euro teure Neubau eines zentralen klinischen Laborgebäudes von den Sparmaßnahmen ebenso wenig betroffen wie der 40 Millionen Euro teure Radiologieneubau, der mit Siemens als Partner entsteht.

Auch das Klinikum Region Hannover hatte jüngst die gesunkenen Basispreise pro Behandlungsfall kritisiert und für dieses Jahr Mindereinnahmen von 15 Millionen Euro prognostiziert.

Juliane Kaune

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