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Machtkampf im Indianerland

Streit zwischen Verein und Spielbetriebs-Gesellschaft Machtkampf im Indianerland

Rangeleien zwischen den Indians und der Eishockey-Spieltriebs-Gesellschaft: Vordergründig geht es um die Rechte an der Wort- und Bildmarke "Hannover Indians", hintergründig darum, wer künftig das Sagen beim Eishockey in der Kultarena in Kleefeld hat. 

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Die Indians im Stadion Am Pferdetur.

Quelle: Sielski

Hannover. Knapp drei Wochen vor dem ersten Saisonspiel der Eishockey-Oberliga ist am Pferdeturm ein handfester Machtkampf zwischen dem Stammverein EC Hannover Indians und der Eishockey-Spielbetriebs-Gesellschaft ausgebrochen, die das operative Geschäft absolviert.

Vordergründig geht es dabei um die Rechte an der Wort- und Bildmarke „Hannover Indians“, im Hintergrund darum, wer künftig das Sagen beim Eishockey in der Kultarena in Kleefeld hat.

Beide Seiten haben Stellungnahmen veröffentlicht, in denen sie ihre Sicht der Dinge darlegen und um die Gunst der Anhänger buhlen. „Sollte es dazu kommen, dass die Marke Hannover Indians nicht mehr genutzt werden kann, bitten wir die Fans schon jetzt um die weitere Unterstützung des EC Hannover“, schreibt die Spielbetriebs-Gesellschaft um Geschäftsführer David Sulkovsky. Argwöhnisch beobachtet wird von Insidern die inzwischen am Pferdeturm erfolgte Gründung eines neuen Vereins namens „Pferdeturm Hunters“, der vom Stammverein EC Hannover Indians unabhängig ist.

Die Indians: Pucks und Pleiten

Kult in der 3. Liga: Die Eishockeyfans des EC Hannover Indians sind erstklassig, daran besteht kein Zweifel. Ihren Lieblingen auf dem Eis haben sie in den vergangenen turbulenten Jahrzehnten die Treue gehalten. Dabei spielt es keine Rolle, dass die großen Namen im Eishockey wie die Kölner Haie oder die Düsseldorfer EG schon lange nicht mehr am Pferdeturm vorbeischauen. Die Indians spielen in der Oberliga, das ist nach der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und der DEL2 die 3. Liga. Gegner sind die Harzer Falken aus Braunlage, die Crocodiles aus Hamburg oder die beiden Scorpions aus Langenhagen und Mellendorf.

1994 war der damals als EC in Hannover firmierende Club sogar DEL-Gründungsmitglied. Doch nach zwei Jahren ging die für die DEL gegründete Betriebsgesellschaft in Konkurs, ein paar Monate später tauchten die Indians als EC Hannover Turtles in der 2. Liga wieder auf. Zwei Jahre später meldete auch der Gesamtverein Konkurs an. Finanzielle Schwierigkeiten gab es am Pferdeturm in unschöner Regelmäßigkeit, sportlich ging es zwischenzeitlich sogar bis in die Regionalliga runter. Als der Deutsche Eishockey-Bund dem damals als KEV Hannover startenden Club 2002 den Aufstieg in die Oberliga zunächst verwehrte, schaltete sich sogar der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ein.

Der letzte Insolvenzantrag stammt aus dem Jahr 2013. Seitdem gehört die Oberligamannschaft zur EC Hannover Eishockey-Spielbetriebs GmbH. hr

Dass professionell agierende Sportvereine den Spielbetrieb in eine eigene Gesellschaft auslagern, ist nichts Ungewöhnliches - auch der Fußball-Zweitligist Hannover 96 handhabt das so. Probleme gibt es dann, wenn sich beide Seiten nicht mehr grün sind und unter den Gesellschaftern Streit ausbricht. Noch ungewöhnlicher ist es, dass eine etablierte Marke wie Hannover Indians überhaupt Zankapfel sein kann.

"Die Marke gehört zum Stammverein"

Die Eigentumsrechte daran liegen zurzeit bei einer Insolvenzverwalterin; die Spielbetriebs-Gesellschaft hat sie per Lizenzvertrag genutzt. Dieser lief am 31. Mai aus. Nach einigen Querelen im Vorfeld ist die Marke nun Gegenstand eines Bieterverfahrens, das am Freitag endet. Daran kann sich jedermann beteiligen.

Der Stammverein hat genau das getan. „Die Marke gehört dorthin und nicht in eine Spielbetriebs-Gesellschaft“, argumentiert der Vorstand um Florian Heinze. Derartige Gesellschaften unterlägen einem erheblichen wirtschaftlichen Risiko, wie auch eine frühere Insolvenz am Pferdeturm gezeigt habe. Heinze will zum Kauf Geld verwenden, das Fans damals in einer sogenannten Retter-Aktion gesammelt hatten.

"Ohne Verbindung zur Profimannschaft hat die Marke keinen Wert"

Die Spielbetriebs-Gesellschaft sieht das anders und schlägt vor, die Marke einem Treuhänder zu übergeben. Ein eigenes Gebot will sie nicht abgeben und weist vorsorglich auf die Konsequenzen hin: „Ohne Verbindung zur Profimannschaft hat die Marke keinen Wert.“

Was das Ganze für den Spielbetrieb in der Oberliga bedeutet, war gestern nicht zu klären. Heinze hat für den kommenden Montag zu einer Mitglieder- und Fanversammlung eingeladen.

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