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Madsack startet neues Modell zur digitalen Mediennutzung

Media Store öffnet Sonnabend Madsack startet neues Modell zur digitalen Mediennutzung

Mit einem deutschlandweit bislang einmaligen Geschäftsmodell steigt die Mediengruppe Madsack, in der auch die HAZ verlegt wird, noch stärker in die mobile Mediennutzung ein. Im neuen Madsack Media Store, der am Sonnabend in Hannover eröffnet wird, werden künftig Startpakete mit Tablet-PC, Datenflatrate, Apps, E-Paper-Zugängen und einer digitalen Sonntagszeitung angeboten.

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Herbert Flecken, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe Madsack, Store-Mitarbeiterin Judith Fuhrhop und Marc Klages, Geschäftsführer des Madsack Media Store, präsentieren die Tablet-PCs.

Quelle: Dröse

Hannover. Die Zukunft kommt in Weiß. Im futuristischen Design des HAZ Media Store präsentierte Madsack-Chef Herbert Flecken am Donnerstag ein ehrgeiziges Projekt der hannoverschen Mediengruppe. Ab Sonnabend wartet in der Langen Laube, direkt neben der HAZ-Geschäftsstelle, eine eigene Welt der Tablet-Computer und Apps auf die HAZ-Leser und alle, die es mit dem neuen Medium erst werden wollen. Das Besondere dabei: Hier geht es nicht nur um die Inhalte der HAZ und anderer Madsack-Zeitungen, im Media Store gibt es auch die Geräte, Zubehör, Erklärungen, Schulungen – und das Ganze im Komplettpaket. „Wir schnüren ein Rundum-sorglos-Paket für die digitalen Inhalte“, sagt Flecken.

Die Idee hatte er vor anderthalb Jahren, als er Madsack-Besuchern eher nebenbei Apples iPad und die elektronische Version der HAZ, das sogenannte E-Paper, vorführte. Die Begeisterung sei riesig gewesen, gerade auch bei Menschen, die mit neuen Medien noch gar nicht so viel am Hut hatten. Für Flecken ist klar: „Die Etablierung von Tablets markiert einen Meilenstein in der mobilen Mediennutzung.“ Einziges Problem: Trotz spektakulärer Wachstumsraten seien sie noch nicht weit genug verbreitet.

Das neue Multimedia-Paket für Zeitungsabonnenten haben Marc Klages, Geschäftsführer Madsack Media Store, Herbert Flecken, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mediengruppe Madsack und Ulrich Neufert, Chefredakteur Digitale Welten in der Mediengruppe Madsack, am Donnerstag im Madsack Media Store in der Langen Laube präsentiert. Das Angebot beinhaltet einen Tablet-PC, eine Datenflatrate, E-Paper-Zugänge, Apps und ein digitales Sonntagsmagazin. Die erste Filiale des Madsack Media Store öffnet am Sonnabend.

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Deshalb beschränkt sich Madsack nicht auf die Produktion digitaler Inhalte, sondern bietet den Kunden in der Langen Laube den Komplettservice. Wer digitale Medien entdecken will, ohne sich mit technischen Problemen, Konfiguration und Fachbegriffen herumzuschlagen, bekommt im Media Store ein Produkt so einfach wie die Zeitung.

Zum Startpaket gehören ein Tablet-Computer von Apple oder Samsung, eine Daten-Flatrate sowie täglich die digitale HAZ und weitere Madsack-Apps – alles vorinstalliert und sofort nutzbar. Das Inhaltsangebot wird ständig erweitert, „wir fangen gerade erst an“, sagt Flecken. So wird unter dem Arbeitstitel „HAZ 24“ eine HAZ-App entwickelt, die die multimedialen Möglichkeiten der Tablets wie Videos und interaktive Grafiken nutzt.

Was möglich ist, zeigte Ulrich Neufert, Chefredakteur „Digitale Welten“ bei Madsack, am Donnerstag mit dem neuen Wochenendmagazin „sonntag“, das mit dem Media Store startet. Da kann man virtuell durch die aktuelle Ausstellung der Kestnergesellschaft wandern und hört die Kommentare von Direktor Veit Görner zu den Bildern. Ton, Video, Grafik, Bildergalerien gibt es – und weiterhin viel Lesestoff.

Mit dem neuen Konzept hat Flecken zwei grundverschiedene Zielgruppen im Blick. Bei der jüngeren Generation ist der Medienwandel längst angekommen. Tablets sind dank ihrer einfachen Bedienung und der Lesefreundlichkeit aber auch für Ältere interessant, die sich an die Technik vielleicht noch nicht herantrauen. Für sie wird die Hemmschwelle in der Langen Laube weggeräumt. „Der Kunde wird nicht nur kompetent beraten, er kann nach dem Kauf auch mit dem fertigen Gerät rausgehen“, sagt Marc Klages, Geschäftsführer der Madsack Media Store GmbH. „Da muss nichts mehr aktiviert oder freigeschaltet werden, das erledigen alles wir. Der Kunde kauft und kann sofort loslegen.“ Dazu gehört auch, dass Madsack die Kundendaten nicht an die verschiedenen Partnerunternehmen weitergibt, sondern in einem eigenen Bereich kontrolliert, wegen seiner Neutralität intern „Schweiz“ genannt.

Wer sich nicht recht an Tablet und Touchscreen herantraut, kann Schulungen mitmachen. Sie sollen auch ein Baustein sein, um aus dem HAZ Media Store einen Treffpunkt zu machen. Veranstaltungen sind geplant, etwa Lesungen – natürlich vom Tablet. Geocaching – eine Art elektronische Schnitzeljagd – durch die Straßen Hannovers soll es geben, Partys und Messeveranstaltungen. Dafür steht auch die stilvolle Empfangshalle des Anzeiger-Hochhauses zur Verfügung – und verbindet die Tradition des Verlags mit der Zukunft im Media Store.

Hannover ist nur der Anfang. Auch an anderen Standorten des Konzerns sollen Media Stores entstehen, angebunden jeweils an den regionalen Zeitungstitel des Konzerns. Gut ein ­Dutzend Geschäfte sind schon jetzt absehbar. „Die regionale Verankerung ist unsere große Stärke“, sagt Flecken, und das bleibe auch im Digitalzeitalter so. Deshalb sind vor allem Apps mit regionalen Inhalten in der Entwicklung. Aus dem gleichen Grund hat sich Madsack auch in der Onlinewelt bewusst für eine feste Anlaufstelle mitten in der Stadt entschieden. Zwar gibt es auch rund um die Uhr eine Service-Hotline, doch wer persönliche Beratung von Angesicht zu Angesicht bevorzugt, wird sie ab Sonnabend in der Langen Laube bekommen.

Das ganzheitliche Konzept für den Tablet-Markt sei in der Verlagsbranche bisher einmalig, sagt Flecken: „Das ist gleichermaßen innovativ wie weitsichtig.“ Andere Medienkonzerne beschränken sich bisher meist auf die Produktion von Inhalten, um das passende Tablet müssen sich die Leser ebenso selbst kümmern wie um den passenden Netzbetreiber. Das sei nicht nur kompliziert und zeitaufwendig, sondern auch deutlich teurer als das Madsack-Paket, sagt Flecken.

Deshalb rechnet er auch damit, dass sich andere Verlage für die Idee interessieren werden. Sie können im Rahmen eines Franchise-Systems das Konzept übernehmen und an ihre jeweiligen Blätter anpassen. Am Erfolg hat Flecken keinen Zweifel. Das Tablet setze sich als Endgerät für Medieninhalte durch, jeder Verlag müsse sich damit befassen – nicht nur, weil der Lesernachwuchs digitale Medien fordert, sondern auch, weil die Möglichkeiten der neuen Technik bestechend und dabei trotzdem einfach zu nutzen sind.

Madsack habe für diesen Schritt in die neue Medienwelt die besten Voraussetzungen, sagt der Konzernchef und stellt eine überschlägige Rechnung an: Hätte man ein Konzept wie den Media Store samt der dort angebotenen Produktpakete und neuer Inhalte wie „sonntag“ von null konzipieren müssen, hätte das zweistellige Millioneninvestitionen nötig gemacht. Doch weil Madsack eine breite Basis im Zeitungsgeschäft und zudem viel Kompetenz im elektronischen Bereich gesammelt hat, seien Zulieferungen aus vielen Konzernbereichen möglich. So werden die Konzerntöchter wie myheimat.de oder radio.de ihre Apps für die Tablets beisteuern. Von Madsacks Fernsehproduktionstochter TVN kommen professionelle Videos – und natürlich von den Zeitungsredaktionen Texte, die man nirgendwo sonst finden kann.

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