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Aus der Stadt Festakt in der Oper: Bundespräsident gratuliert Madsack
Hannover Aus der Stadt Festakt in der Oper: Bundespräsident gratuliert Madsack
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17:46 15.06.2018
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Festrede zur Jubiläumsfeier 125 Jahre Madsack in der Staatsoper in Hannover.  Quelle: Alexander Körner/ Madsack Mediengruppe
Hannover

Bereits einen Tag vor dem Leser-Festival der Madsack Mediengruppe am Anzeiger-Hochhaus wird in Hannover gefeiert: Beim Festakt im Opernhaus hatten sich am Freitagvormittag viele prominente Gäste versammelt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in einer bemerkenswerten Rede nicht nur die lange Geschichte des Unternehmens – er brach auch eine Lanze für den Qualitätsjournalismus. „Eine Zeitung soll das Gespräch einer Gesellschaft mit sich selbst ermöglichen“, sagte er. Wenn Zeitungen pauschal als „Lügenpresse“ verunglimpft werden, dürfe das Demokraten nicht gleichgültig sein, erklärte Steinmeier – und lobte den Einsatz seriöser Medien: „Sie alle, die diese Tugenden des Journalismus in die Tat umsetzen, sind unverzichtbar für die Demokratie“, bekannte er: „Ich will diese Gelegenheit nutzen, um mich ausdrücklich für Ihre Arbeit zu bedanken." (Die gesamte Rede des Bundespräsidenten finden Sie hier.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält die Festrede zur Jubiläumsfeier 125 Jahre Madsack in der Staatsoper in Hannover.  Quelle: Alexander Körner/MADSACK Mediengruppe

Rund 1000 Gäste, darunter zahlreiche Prominente, hatten sich zum Festakt in der Oper versammelt – und sie erleben eine spektakuläre Feier. Tanzchoreografien illustrierten die lange Geschichte des hannoverschen Traditionsunternehmens. Eine aufwendig gestaltetete Filmcollage erweckte die Vergangenheit zum Leben: „Mein Opa August war ein Visionär – und insofern ein moderner Mensch, dem es darum ging, etwas Neues auszuprobieren“ sagt darin Sylvia Madsack. Die Enkelin des Firmengründers August Madsack war auch selbst zum Festakt gekommen, ebenso wie zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kunst und Kultur - und natürlich der Medienszene.

Die besten Bilder des Festakts:

Die Madsack Mediengruppe feiert ihr 125-jähriges Bestehen - und beim Festakt in der Staatsoper Hannover hält Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Festrede. 

„Es ging und es geht bei Madsack am Ende immer um die Freiheit - um journalistische und unternehmerische Freiheit“, sagte Thomas Düffert. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Madsack Mediengruppe zitierte das Credo des aus Ostpreußen stammenden Firmengründers August Madsack: „Zeitung machen kann man nur mit dem Herzen“. Das gelte noch immer. „Eine Gesellschaft ohne freien und unabhängigen Journalismus wird am Ende nicht demokratisch sein“, sagte Düffert. „Wir stellen uns dieser Verantwortung.“ (Einen Auszug aus Düfferts Rede finden Sie hier.)

Ministerpräsident Stephan Weil spricht. Quelle: Alexander Körner/MADSACK Mediengruppe

Stephan Weil bestätigte Thomas Düfferts einleitende Worte: Das Leben spiele vor allem in der Nachbarschaft. Dort für Lebensqualität zu sorgen, "das unterstütze ich ausdrücklich als Ministerpräsident eines Flächenlandes". (Einen Auszug aus Weils Rede finden Sie hier.) Auch Karl Baedeker, seit fünf Jahren Aufsichtsratschef der Madsack Mediengruppe, kam zu Wort. Er betonte, dass große Aufgaben auf den Journalismus zukämen. Er müsse eine Form finden, die der Lesegewohnheit der digitalen Generation entspreche, ohne an Qualität einzubüßen. (Einen Auszug aus Baedekers Rede finden Sie hier.)

Am Ende wird es still beim Festakt im gut gefüllten im Opernhaus. Es ist ein Gänsehautmoment. Ganz vorne am Bühnenrand steht Marius Müller-Westernhagen, einer der größten deutschen Rockstars, am Mikrofon. Streicher erklingen, in den Rängen haben sich Sänger von Knaben- und Mädchenchor postiert, und gemeinsam singen sie Westernhagens Hymne „Freiheit“. Ein Lied wie ein Bekenntnis. Das Stück passt perfekt zum Tenor des gesamten Festaktes, in dem immer wieder die Frage im Mittelpunkt stand, welchen Werten Medien verpflichtet sein müssen.

Marius Müller-Westernhagen Quelle: Alexander Körner/MADSACK Mediengruppe

Ernst-August Erbprinz von Hannover mit seiner Ehefrau Ekaterina ist zum Jubiläum erschienem, der Bundespräsident a.D. Christian Wulff mit seiner Ehefrau Bettina, Sänger Heinz-Rudolf Kunze, Wirtschaftsvertreter wie Olaf Brandes von der Stiftung NiedersachsenMetall. Teresa Enke feiert mit, 96-Chef Martin Kind und Hannovers ehemaliger Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg sind ebenso da wie etwa aus dem Landtag Dirk Toepffer (CDU) und Anja Piel (Grüne). Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die wegen aktueller Termine kurzfristig hatte absagen müssen, gratulierte von der Leinwand: "Madsack ist für mich die Nabelschnur nach Hannover", sagte sie mit ihrem warmherzigen Lächeln. Und natürlich sind auch viele Engagierte aus der groß gewachsenen Madsack Mediengruppe zum Festakt gekommen. Aufsichtsratschef Karl Baedeker hat viele Hände geschüttelt, die Aufsichtsräte Herbert Flecken, Wolfgang Diekmann, Prof. Jobst Plog und Daniel Gerstenberg sieht man nach dem Festakt plaudernd in den Gängen.

Das waren die Gäste beim Festakt:

Zahlreiche Prominente waren unter den Gästen des Festakts in der Oper anlässlich des Jubiläums der Mediengruppe Madsack.

Mit dem Knaben- und dem Mädchenchor Hannover traten gleich zwei aus Hannover stammende, international bekannte Spitzenchöre gemeinsam auf die Bühne und brachten unter anderem eine verjazzte Version von „Die Gedanken sind frei“ zu Gehör. Ministerpräsident Stephan Weil erinnerte sich daran, wie er als Erstklässler teils mit Madsack-Zeitungen lesen gelernt hatte. Und Karl Baedeker, der Aufsichtsratsvorsitzende der Madsack Mediengruppe, skizzierte, welche Herausforderungen auf den Journalismus der Zukunft zukommen: „Er muss eine Form finden, die den Lesegewohnheiten der digitalen Menschen entspricht, ohne seine erforderlichen Qualitäten zu verlieren.“

Knaben- und Mädchenchor Hannover traten gemeinsam auf. Quelle: Alexander Körner/MADSACK Mediengruppe

Der Liveticker vom Festakt zum Nachlesen:

  • 15.06.18 11:01
    Der Festakt ist vorbei, damit beenden wir an dieser Stelle auch den Liveticker. Vielen Dank für Ihr Interesse!
  • 15.06.18 10:44
    "Rockband" war übrigens übertrieben: Das Stück wird sehr orchestral vorgetragen, mit Klavier, Geigerin, Querflötist und drei Backgroundsängern - auf den Rängen stehen Mädchen- und Knabenchor und grooven mit. Die Oper verfällt in Dauerapplaus, was für ein würdig-gefühlvoller Abschluss für einen Festakt zum 125. Bestehen eines großen Medienunternehmens. Dann geht das Saallicht an, und die Gäste begeben sich gut gelaunt ins Foyer.
  • 15.06.18 10:41
    Dann gibt es Musik. "Für uns ist es etwas früh - wir sind eine Rockband", sagt Marius Müller-Westernhagen unter Lachern. Dann singt er ein Stück, das er lange nicht mehr live vorgetragen hat: "Freiheit", einer der Hymnen der Wiedervereinigung. Dazu schwebt ein Drohnenballett durch den Saal: runde Ballons, von innen beleuchtet, getrieben von surrenden Motoren. Live-Musik und Drohnen: Das sind schon zwei Gründe für viele der etwa 1000 Besucher in der Oper, ihre Mobiltelefone zu zücken.
  • 15.06.18 10:39
    Jetzt kommt eine echte Überraschung: Marius Müller-Westernhagen tritt auf die Bühne und spricht mit sonorer Stimme den Bundespräsidenten an: "Ich glaube, dass Du ein unfassbar guter Kanzler gewesen wärst, aber Du bist einfach ein zu guter Mensch."
  • 15.06.18 10:37
    Auch auf den Journalismus würden "große Aufgaben zukommen". Er müsse eine Form finden, die der Lesegewohnheit der digitalen Generation entspreche, ohne an Qualität einzubüßen. I seiner Diskussions- und Informationsqualität müsse er eher sogar noch größer werden. Es sei aber wichtig, dass es ein Wertegerüst für den Journalismus gebe. Verantwortungsvoller Journalismus könne aber nur gedeihen, wo es den Medienunternehmen gut gehe. Baedeker zitiert Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble: "Wenn die Leistungsfähigkeit der Medien geschwächt wird, dann wird die Demokratie schwächer." Insbesondere in der Konkurrenz zu den reinen Internetmedien werde den Zeitungshäusern das Wirtschaften erschwert. Es müsse, sagt Baedeker, zum Schutz der Demokratie "vielleicht andere Regeln" geben, sagt Baedeker an die Adresse der Politik. Die Medien jedenfalls würden alles geben, weiterhin dafür zu sorgen, dass wir auch in 25 Jahren noch ein gutes und funktionierendes Land sind".
  • 15.06.18 10:30
    Als nächster spricht Karl Baedeker, seit fünf Jahren Aufsichtsratschef der Madsack Mediengruppe, der einst als Rechtsberater für den Verlag begonnen hat und "sein ganzes Berufsleben in den Dienst der Mediengruppe gestellt hat", wie Dannowski sagt. "Zukunft des Journalismus beginnt für mich mit der Frage, ob es zum nächsten Jubliläum in 25 Jahren noch Zeitungen geben wird." Er sagt Ja, aber wahrscheinlich nicht mehr als gedrucktes Produkt. Es müssten aber alle Interesse daran haben, "dass der Erhalt eines anspruchsvollen Journalismus gelingt". Die Umstellung erfordere hohe Kosten, die Gesellschafter von Madsack seien bereit gewesen, zuletzt auf Erträge zu verzichten, wofür Dank gebühre.
  • 15.06.18 10:26
    In einem rasanten Filmbeitrag wird der 2017 gegründete Madsack-Mediencampus vorgestellt: Die Ausbildungsschmiede für Nachwuchskräfte in journalistische und Medien-Berufen. Mehr als 160 junge Menschen werden derzeit ausgebildet. Moderator Dannowski begrüßt 30 junge Medienschaffende von Madsack auf der Bühne. Die Nachwuchskräfte dürfen auf der Bühne in kurzen Statements sagen, warum sie ihre Ausbildung machen. "Hier steht die Zukunft der Madsack Mediengruppe", sagt Dannowski, "und wir sind richtig stolz auf diese jungen Menschen."
  • 15.06.18 10:23
    Und jetzt alle zusammen auf der Bühne: Die schwarz gekleideten Knaben mischen sich unter die leuchtend-rot gekleideten Mädchen und verbeugen sich unter Applaus.
  • 15.06.18 10:21
    Jetzt ist der Mädchenchor dazugekommen, rote Oberbekleidung setzt frische Akzente, dazu gibt es fröhliche Musik mit viel Klatschen: "I say a little prayer for you".
  • 15.06.18 10:15
    Jetzt gibt es ein ganz seltenes Ereignis: Knabenchor und Mädchenchor Hannover stehen gleichzeitig auf der Bühne. Zunächst startet der Knabenchor glockenhell mit "Die Gedanken sind frei".
  • 15.06.18 10:14
    Weil sagt, er wisse, dass es derzeit schwierig sei für Qualitätszeitungen, "weil die früher selbstverständliche Einsicht, wer Qualität haben wolle, müsse dafür auch zahlen, heute nicht mehr gilt". Demokratie sei "angewiesen auf freie, verantwortungsvolle Presse - das ist die gesellschaftliche Verantwortung des Madsack-Verlages". Er empfinde den Verlust an Rationalität in der gesellschaftlichen Debatte "inzwischen als beunruhigend", bestätigt er den Festvortrag des Bundespräsidenten. Umso wichtiger seien gute Zeitungen. "Deshalb: bleiben Sie sich alle der Verantwortung bewusst, die Sie haben, bleiben Sie ein Beispiel für Qualitätsjournalismus - wir wollen keinen Einheitsbrei." Ebenso wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kündigt auch er sein Kommen zum 150. Geburtstag an. Das Publikum dankt seine wie immer kurzweiligen und frei vorgetragenen Worte mit Lachern.
  • 15.06.18 10:09
    Madsack sei inzwischen viertgrößtes Medienunternehmen Deutschlands. Das bewahre Arbeitsplätze, leiste aber vor allem einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung in Kommunen und Dörfern. Er bestätigte Thomas Düfferts einleitende Worte: Das leben spiele vor allem in der Nachbarschaft. Dort für Lebensqualität zu sorgen, "das unterstütze ich ausdrücklich als Ministerpräsident eines Flächenlandes".
  • 15.06.18 10:07
    Jetzt tritt Stephan Weil, Ministerpräsident von Niedersachsen, ans Redepult und gratuliert zum 125.: "Das sage ich im Namen von 8 Millionen Niedersachsen, aber auch ganz persönlich." Mit dem Sportteil der HAZ, den sein Vater ihm morgens stets rübergereicht habe, "habe ich lesen gelernt". Inzwischen finde er sich immer öfter selbst in der Zeitung wieder, "überwiegend richtig", wie er augenzwinkernd sagt. Die Zeitung sei "Teil meines Lebens, dafür ein herzliches Dankeschön".
  • 15.06.18 10:07
    Zahlreiche prominente Gäste in den ersten Reihen des Publikums: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius wird begleitet von Doris Schröder-Köpf. Unweit davon sitzen Prinz Ernst August und seine Frau Ekaterina neben Madsack-Geschäftsführer Christoph Rüth.
  • 15.06.18 10:05
    August Madsack, später Erich Madsack, nach dessen Tod seine Frau Luise Madsack, heute als Gesellschafterin Sylvia Madsack: Sehr schön zeigt der Filmbeitrag, wie die Familie für Kontinuität im Unternehmen sorgt. "Er war ein moderner Mensch, dem es darum ging, etwas Neues auszuprobieren", sagt Sylvia Madsack im Film über den Gründer, ihren Großvater.
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Das wird das große Madsack-Festival am Sonnabend:

Am Sonnabend lädt dann die Madsack Mediengruppe zum großen Leser-Festival am Anzeiger-Hochhaus ein. Zu sehen sind prominente Stars auf der Bühne und eine Abschlussshow, die Hannover in dieser Form noch nicht gesehen hat

Diese Stars treten am Anzeiger-Hochhaus auf:

Die Madsack Mediengruppe wird 125 Jahre alt: Barbara Schöneberger moderiert einen Abend voller Stars. Hier sehen Sie, wer am Sonnabend, 16. Juni, vor dem Anzeiger Hochhaus auftritt.

Alle Infos zum Madsack-Festival:

Hier finden Sie alle Infos zu Hannovers Party des Jahres am Sonnabend vor dem Anzeiger-Hochhaus.

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