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Aus der Stadt Auch ein Jahr Haft stimmt Vater nicht um
Hannover Aus der Stadt Auch ein Jahr Haft stimmt Vater nicht um
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09:17 15.03.2017
Von Michael Zgoll
Will seine Kinder nicht freigeben: Kais. B.
Hannover

Das Drama um zwei Mädchen aus der List, die im Sommer 2015 nach Tunesien gereist waren und seither von ihrem Vater und einigen seiner Verwandten an der Rückreise nach Deutschland gehindert werden, hat am Dienstag eine Fortsetzung am Landgericht Hannover gefunden. Inzwischen sind mehrere Bundestagsabgeordnete, das Bundesjustizministerium und tunesische Ministerien mit dem Fall befasst. Zudem existiert seit Anfang 2017 das Urteil eines tunesischen Gerichts, das der Mutter aus Hannover das Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht für ihre Kinder zubilligt. Doch der Vater gibt die Mädchen - jetzt acht und zehn Jahre alt - nicht frei, die tunesischen Behörden können dem Recht am Aufenthaltsort der Kinder nahe der algerischen Grenze offenbar keine Geltung verschaffen.

Im September 2016 hatte das Amtsgericht den seit März 2016 in Untersuchungshaft sitzenden Kais B. wegen Kindesentziehung zu einem Jahr Haft verurteilt. Gegen dieses Urteil legten Verteidiger Michael Hahne und die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Doch in der Berufungsverhandlung unter Vorsitz von Richterin Kirsten Schwerin zeigte sich der 39-jährige Vater trotz des bereits ein Jahr währenden Gefängnisaufenthalts unbelehrbar. Er habe Angst, so B., dass er seine Töchter nach einer Rückkehr nach Deutschland über Jahre nicht mehr sehen dürfe: „Und dann ist der Tod besser als das.“ Allerdings hatte ihm die Mutter, eine 37-jährige Ärztin, nach eigenem Bekunden schon mehrfach versichert, dass sie ihrem Mann den Umgang mit den Töchtern nie habe verbieten wollen.

„Und wenn ich mein ganzes Leben im Knast sitze, wirst du die Kinder nicht wiedersehen.“

14 Jahre lang waren die Eltern ein Paar, doch irgendwann hatten sich die erfolgreiche Ärztin und der Gelegenheitsjobber auseinandergelebt. Kais B. war offenbar extrem eifersüchtig, empfand die nach langen Streitigkeiten vollzogene Trennung als tief gehende Kränkung. Seine Rachegelüste befriedigte er, indem er seine Kinder festhielt. Diese waren im August 2015 mit Billigung der Mutter nach Tunesien gereist, um ein halbes Jahr lang das Heimatland ihres Vaters und seiner Familie intensiv kennenzulernen. Doch dann kam der Schock, als B. seinen wahren Plan offenbarte.

„Und wenn ich mein ganzes Leben im Knast sitze“, sagte er der Mutter im Juni 2016 bei einem ihrer Besuche im Gefängnis, „wirst du die Kinder nicht wiedersehen.“ Die 37-Jährige bemühte Hilfsorganisationen, Polizei und Botschaften, wohnte vier Gerichtsverhandlungen in Tunesien bei und versucht verzweifelt, den Kontakt zu den Töchtern aufrechtzuerhalten - was ihr nur phasenweise gelingt.

Der Berufungsprozess ist noch nicht beendet, doch das Amtsgericht hat bereits das nächste Verfahren gegen B. terminiert. Im Mai muss er sich erneut wegen Kindesentziehung verantworten, dann für den Zeitraum zwischen Mai 2016 und Januar 2017.

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