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Aus der Stadt Männer ergaunern Hunderte Bahntickets
Hannover Aus der Stadt Männer ergaunern Hunderte Bahntickets
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00:15 24.09.2016
Von Michael Zgoll
Paul K. und Peter P. gehen beim Betreten des Gerichtssaals in Deckung. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die Deutsche Bahn (DB) ist Opfer von Betrügern geworden. Zwei Männer sind angeklagt, mittels illegal erworbener Kreditkarten im Internet Zugtickets erstanden und an private Interessenten verkauft zu haben. Dabei sollen sie zwischen Sommer 2012 und September 2013 stolze 2160 Buchungen getätigt haben, die die Anklagebehörde zu 493 Fällen bündelte. Der Schaden, der der DB entstand, beträgt demnach 342 000 Euro. Vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Hannover müssen sich seit Dienstag der 25-jährige Paul K. - der für den Hauptteil der Taten verantwortlich sein soll - und der 29-jährige Peter P. wegen gewerbsmäßigen Computerbetrugs, Ausspähens von Daten und Betrugs verantworten.

Die ausgiebige Anklageverlesung des Ersten Staatsanwalts Markus Heusler beinhaltete außerdem weitere Betrügereien. So soll Paul K. mit gekauften Kreditkartendaten auch eine Armbanduhr, eine Kamera, Parfüm und eine Jacke erworben sowie Reisen gebucht haben. Durchaus aufwendig war eine andere Betrugsmasche: Die Männer kauften zwei Audis mit jeweils mehr als 210 000 Kilometern Laufleistung, manipulierten die Tachos auf 70.000 bis 80.000 Kilometer herunter und verursachten dann absichtlich Verkehrsunfälle. Die Versicherung erstattete ihnen für die Totalschäden zwischen 7600 und 10 400 Euro, was einen Gewinn von einigen Tausend Euro ergab.

Ihre Hauptgeschäfte aber tätigten K. und P., so die Anklage, mit den illegal erworbenen Bahntickets. Zunächst boten sie bei Ebay oder Mitfahrzentralen Fahrkartengutscheine zu Superpreisen an: Eine einfache Fahrt in der zweiten Klasse mit beliebigem Ziel- und Startort kostete 30 Euro, in der ersten Klasse 50 Euro; für eine Hin- und Rückfahrt war jeweils das Doppelte fällig. Dann buchten die Betrüger die gewünschten Tickets mithilfe der illegal erworbenen Kreditkartendaten im Netz; einen derartigen Datensatz kann man im Internet für 2 Euro pro Stück kaufen. Die Angeklagten druckten die Karten für die gewünschte Fahrstrecke aus und verschickten sie an die Käufer. Das Entgelt schickten die Kunden an Adressen mit präparierten Briefkästen oder überwiesen es auf Onlinekonten.

Wie der Vorsitzende Richter Martin Grote erklärte, gab es im Dezember 2015 Verständigungsgespräche zwischen den Verfahrensbeteiligten - auch, um einen Mammutprozess zu vermeiden. Sollten die Angeklagten Geständnisse ablegen, habe man für Peter P. über eine Bewährungsstrafe unter zwei Jahren gesprochen, bei Paul K. würden wegen der Vielzahl der Taten vier Jahre Haft im Raum stehen. K.s Verteidiger Dirk Schoenian erklärte, sein Mandant sage auch ohne Deal aus - und räumte im Zuge einer mündlichen Einlassung gut 350 Fälle ein. Ein medizinischer Gutachter gab eine erste Einschätzung ab, wonach K. alkoholabhängig und ihm eventuell verminderte Schuldfähigkeit zuzubilligen ist. Die Angeklagten sind derzeit auf freiem Fuß. Sie waren im September 2013 verhaftet, kurz darauf aber wieder freigelassen worden.

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