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Drogen geschmuggelt

Mafiahelfer 
in Linden 
verhaftet

Zielfahnder des Landeskriminalamts (LKA) haben in Linden einen 31-jährigen Deutschen festgenommen. Der Mann steht im Verdacht, für einen Mailänder Mafiaclan Drogen geschmuggelt zu haben. Um sechs Uhr morgens drangen die Beamten am Mittwoch vergangener Woche in die Hinterhofwohnung des Verdächtigen am Lindener Marktplatz ein und führten ihn anschließend in Handschellen ab.

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© Tim Schaarschmidt (Archiv)

Der 31-Jährige leistete keinen Widerstand. „Der Mann wurde mit europäischem Haftbefehl gesucht und sitzt derzeit in Auslieferungshaft“, sagte Jörg Fröhlich, der Sprecher der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Celle. Wann der 31-Jährige an die Mailänder Behörden überstellt wird, muss jetzt das Oberlandesgericht Celle entscheiden.

Nach Erkenntnissen der italienischen Polizei soll der Lindener 500 Kilogramm Marihuana in einem Segelboot von Marokko nach Europa geschmuggelt haben. Möglicherweise kommt er für weitere illegale Rauschgifttransporte in Betracht. Zum Kreis der Verdächtigen gehören 21 weitere Personen, die meisten von ihnen sind Italiener. Sie wurden ebenfalls vor einer Woche festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Ihnen werden enge Verbindungen zur Mailänder Mafiafamilie Crisafulli nachgesagt.

Kopf der Schmugglerbande, so vermuten die Ermittlungsbehörden vor Ort, ist der 44-jährige Mario P. Der Hobby-Skipper soll die Idee zur Einfuhr von Marihuana und Kokain auf dem Seeweg entwickelt und vorangetrieben haben. Zehn Jahre lang soll er auf diese Weise den Rauschgift-Nachschub für die Mailänder Mafia gewährleistet haben, berichten italienische Medien. Die Drogen-Boote machten in der Regel in den Häfen von La Spezia in Ligurien oder Mazara del Vallo auf Sizilien fest. Von dort ging es per Auto oder Wohnmobil weiter. Die Schmuggelware verstauten sie in speziell angefertigten doppelten Böden der Fahrzeuge. Manchmal gelangte der Stoff auch über Frankreich oder Spanien an seinen Bestimmungsort Mailand. Im Vorort „Quarto oggiaro“ der norditalienischen Millionenmetropole wurden die Drogen verkaufsfertig verpackt und an die Dealer verteilt. Das Stadtviertel ist seit den sechziger Jahren in fester Hand der Crisafulli-Familie. Der Pate des mächtigen Mafia-Clans ist Biagio Crisafulli, der allen nur unter seinem Spitznamen Dentino („Zähnchen“) bekannt ist. Er sitzt seit Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis. Die Ermittlungen gegen die Drogenschmuggler der Mafia waren im Oktober in Gang gekommen. Damals nahmen die Behörden rund 75 Personen aus dem Umfeld des Clans fest.

Tobias Morchner 
und Rüdiger Meise


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