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Hunderte trauern um Tugce in Hannover

Mahnwache auf dem Ernst-August-Platz Hunderte trauern um Tugce in Hannover

Über 350 Personen nahmen am Sonntagnachmittag auf dem Ernst-August-Platz mit einer Mahnwache Abschied von der couragierten Studentin. Bundespräsident Joachim Gauck will prüfen lassen, ob Tugce einen Verdienstorden bekommen soll.

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In der Gedenkminute erstrahlten Handylichter und Friedhofskerzen. Anwesende konnten ihre Beileidsbekundungen und guten Wünsche für die Familie in ein Kondolenzbuch eintragen.

Quelle: Philipp von Ditfurth

Hannover. Eine Mauer aus Gedenkzetteln, die ein strahlendes Mädchen zeigen, reihen sich dicht an dicht in der Menschenmenge aneinander: „Ein Licht für Tugce - Hannover(,) zeig jetzt deine Zivilcourage“ steht auf dem Papier. Über 350 Personen nahmen am Sonntagnachmittag auf dem Ernst-August-Platz Abschied von der Studentin. Bei Facebook hatten Samuel Ayyildiz und Jana Muravin zu einer Mahnwache aufgerufen. Der junge Mann wollte etwas für Tugce tun, auch wenn er weder mit ihr verwandt noch befreundet ist.

Über 350 Personen nahmen auf dem Ernst-August-Platz Abschied von Tugce, die in Offenbach von einem 18-Jährigen bewusstlos geschlagen wurde, nachdem sie zwei junge Mädchen in einem Schnellrestaurant vor Belästigungen schützen wollte.

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Bei der Kundgebung sprach auch Ingo Kantorek, Schauspieler der RTL2-Soap Köln 50667, einige Worte: „Wer wegen seines Mutes stirbt, ist für mich ein Held.“ Ihn erschüttert die Tendenz des exzessiven Alkoholkonsums und das hohe Gewaltpotential bei Jugendlichen. Man müsse Zivilcourage weiterhin unterstützen, gleichzeitig aber auch gegen diese Entwicklung bei Jugendlichen vorgehen.

In der Gedenkminute erstrahlten Handylichter und Friedhofskerzen. Anwesende konnten ihre Beileidsbekundungen und guten Wünsche für die Familie in ein Kondolenzbuch eintragen, das Jana und Samuel persönlich in Offenbach übergeben wollen.

Auch Manuela Eren ist mit ihren zwei Töchtern hierher gekommen, weil sie die Geschichte Tugces berührt hat. Sie sei schon ins Grübeln gekommen, was sie den Kindern eigentlich an Werten vermitteln solle, wenn so etwas bei couragiertem Verhalten passiere. Den Eltern Tugces wünsche sie vor allem viel Kraft.

Auch der Hannoveraner Karl Lempert kannte Tugce nicht. Dennoch hat er vergangene Woche eine Petition ins Netz gestellt, die Bundespräsidenten Joachim Gauck auffordert, Tugce posthum das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. Sonnabend hatte die Petition bereits 128.000 Unterzeichner, unter ihnen der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier. Karl Lempert selbst habe das Schicksal der Studentin sehr berührt, auch wenn ihn nichts mit ihr verbinde. Seine Frau habe vor anderthalb Jahren bei einem Unfall ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, seitdem pflege er sie in Vollzeit. Die Idee, Tudge „für ihren Mut und ihre Zivilcourage zu ehren“, sei ihm bei einem Gespräch mit seiner Frau gekommen.

Die couragierte Studentin wurde vor zwei Wochen in Offenbach von einem 18-Jährigen bewusstlos geschlagen, nachdem sie zwei junge Mädchen in einem Schnellrestaurant vor Belästigungen schützen wollte. Vergangenen Freitag, am Abend ihres 23. Geburtstages, wurden die lebenserhaltenden Geräte abgestellt, nachdem die Studentin bereits Tage zuvor für hirntot erklärt worden war.

Katharina Derlin

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Nach tragischem Tod
Foto: Mehrere tausend Menschen trauern vor dem Klinikum in Offenbach am Main (Hessen) um Tugce A., die hier nach der Feststellung ihres Hirntodes auf der Intensivstation liegt.

Die Studentin Tugce A. starb vermutlich, weil sie zwei Mädchen helfen wollte. Helfen wird sie auch nach ihrem Tod – über die Organspende. Möglicherweise bekommt sie einen Orden.

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