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Mai-Redner stemmen sich gegen Rechtspopulismus

Maikundgebung Mai-Redner stemmen sich gegen Rechtspopulismus

3000 Besucher sind am Tag der Arbeit zur traditionellen Maikundgebung auf den Trammplatz gekommen. Sie hörten markige Appelle zum Thema Solidarität und Gerechtigkeit. Oberbürgermeister Stefan Schostok und Verdi-Landesleiter Detlef Ahting warnten im Superwahljahr vor allem vor extremen Positionen von Rechtsaußen.

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Tausende hatten sich am Tag der Arbeit auf dem Trammplatz versammelt. Die Maikundgebung in Hannover war die größte in Niedersachsen.

Quelle: Kutter

Hannover. Mit markigen Worten haben die Redner bei der diesjährigen Maikundgebung auf dem Trammplatz vor allem vor den Gefahren des Rechtspopulismus gewarnt. „Wir stehen für Menschenwürde, für soziale Demokratie, und wenden uns gegen alle, die versuchen, unser Land durch Deutschtümelei und Hasstiraden zu spalten“, sagte Verdi-Landeschef Detlef Ahting mit Blick auf das Superwahljahr 2017 unter dem Jubel der Anwesenden. In Deutschland stehen vor der Bundestagswahl im September noch die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen an, Anfang 2018 wählt dann Niedersachsen.

Mehrere Tausend Teilnehmer trafen sich zur Mai-Kundgebung der Gewerkschaften in Hannover.

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Nach Angaben der Veranstalter hatten sich allein auf dem Trammplatz rund 3000 Menschen versammelt. Insgesamt waren 10 000 Menschen auf dem hannoverschen Gewerkschaftsfest unterwegs. Damit gab es hier niedersachsenweit den größten Zulauf. Zu einer Kundgebung in Braunschweig kamen 7000 Menschen, eine Veranstaltung in Salzgitter zog rund 5500 Menschen an. Insgesamt veranstaltete der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zum „Tag der Arbeit“ niedersachsenweit 77 Kundgebungen mit rund 51 000 Teilnehmern.

Kritik an Leitkulturdebatte

Das Gewerkschaftsmotto „Wir sind viele – wir sind eins“ beziehe sich auch darauf, dass Deutschland ein offenes Einwanderungsland sei, in dem alle Menschen die gleichen Rechte hätten: Flüchtlinge, Migranten, die lange hier lebten, und in Deutschland geborene, sagte Ahting. Der 55-Jährige wandte sich kritisch gegen eine neue Leitkulturdebatte, wie sie Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit einem Zehn-Punkte-Katalog angestoßen hat. Statt sich so bei den Rechten anzubiedern, sollte de Maizière die Liebe zum Grundgesetz fördern, sagte Ahting. Mehr Rente, bessere Löhne, vor allem für Beschäftigte im digitalen Bereich auf nicht tarifgebundenen Arbeitsplätzen, und ein Ende von Hartz IV waren weitere Forderungen: „Das ist unsere Messlatte vor den Wahlen.“

Auch Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok setzte in seiner Rede einen Akzent gegen Rechts. „Wir sind viele – wir sind eins“ meine das entschlossene Eintreten für Menschenrechte. Schostok setzte sich für die Freilassung des iranischen Gewerkschaftsaktivisten Jafar Azimzadeh ein, der zu Unrecht zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden sei. Auch hierzulande gebe es Kräfte, die Deutschland nationalistisch isolieren wollten.

Kritik übte Schostok daran, dass in Deutschland nur noch jeder fünfte Betrieb ausbilde. Ständig den Fachkräftemangel zu betonen und zu dessen Beseitigung nichts beizutragen, gehe nicht, so der Oberbürgermeister.

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