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Aus der Stadt Krabbelräume in Hannover verzweifelt gesucht
Hannover Aus der Stadt Krabbelräume in Hannover verzweifelt gesucht
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00:15 13.10.2017
Von Jutta Rinas
Planungstreffen im Freizeitheim Linden: Blanca Temes mit Tochter Leah (links) und Isabel Mulero mit Lucia wollen eine deutsch-spanische Krippe eröffnen. Quelle: Villegas
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Hannover

„Wir sind selbst überrascht, dass wir zurzeit so viele Leute mit konkreten Plänen in der Beratung haben“, sagt Petra Schaa von der Kinderladeninitiative (Kila-Ini), dem hannoverschen Dachverband der Elterninitiativen. Das sei definitiv dem Babyboom geschuldet - und auch der trotz Rechtsanspruch konstant zu niedrigen Zahl an Krippenplätzen.

Rund 40 Elternpaare stünden allein bei der Kila-Ini derzeit in der Warteschleife. Die Eltern seien teilweise mit der Vorbereitung sehr weit, hätten die notwendige Vereinsgründung hinter sich und suchten seit Monaten nach geeigneten Räumen, per Mundpropaganda, mit Annoncen, über soziale Medien oder Aushänge. Allein: Sie finden keine geeigneten Räume.

Das ist umso bitterer, weil die finanziellen Rahmenbedingungen für neue Elterninitiativen zurzeit sehr gut sind. Das Land fördere den dringend notwendigen Krippenausbau zurzeit mit Zuschüssen von bis zu 12.000 Euro pro neuem Krippenplatz, sagt Schaa. Von der Stadt könne man dazu Zuschüsse für Einrichtungsbedarf in Höhe von mehreren Tausend Euro bekommen, auch die Region gebe bis zu 2700 Euro Investitionskostenzuschüsse pro Platz.

Pläne für spanisch-deutsche Kita

Teils sind die von Elterninitiativen geplanten Einrichtungen zudem ungewöhnlich groß. Der bilinguale Verein Los Colibris beispielsweise will einen spanisch-deutschen Kinderladen mit drei Gruppen für insgesamt 55 Kinder schaffen. Am liebsten in Linden, weil dort viele Spanier leben. Seit einem Jahr ist man händeringend auf der Suche nach geeigneten Räumen. Dabei ist die Not der Eltern groß. Ärzte und Hebammen hatten Vereinsmitglied Isabel Mulero wegen des Mangels an Plätzen gerade bei den unter Dreijährigen schon vor der Geburt ihrer Tochter geraten, sich bei Krippen zu bewerben. Jetzt ist Lucia gerade einmal acht Wochen alt - und die Mutter hat schon die ersten Anschreiben hinter sich. Die 34-jährige Industriekauffrau will im September 2018 mit einem 30-Stunden-Job wieder anfangen zu arbeiten. „Wir sind finanziell darauf angewiesen“, sagt sie. Und: „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer werden wird.“

Das Problem der Elterninitiative ist nicht nur die Raumnot. Dazu komme, dass viele Vermieter fürchteten, durch den Kinderlärm Nachbarn zu vergraulen, sagt Blanca Temes, eine Mitgründerin von Los Colibris. Eine Kinderkrippe sei an strenge Auflagen gebunden, so sei ein großes Außengelände vorgeschrieben. Das mache es zusätzlich schwierig. Von der Stadtverwaltung, die bei der Gründung gut unterstütze, fühlt Temes sich in puncto Raumsuche alleingelassen. „Wir machen auch etwas für die Stadt, immerhin hat jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz“, sagt die 34-Jährige.

Man wisse um den Raummangel, sagt eine Sprecherin der Stadt dazu. Die Verwaltung sei aber weder Wohnungsunternehmen noch Immobilienfirma. „Mehr, als wir jetzt tun, können wir als Stadt nicht leisten.“

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