Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Und plötzlich gibt es keine Lehrer mehr
Hannover Aus der Stadt Und plötzlich gibt es keine Lehrer mehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 19.02.2016
Von Saskia Döhner
In Hannover fehlen an einigen Schulen Lehrer. Quelle: dpa/Symbolbild
Anzeige
Hannover

Zu Anfang des Schuljahres hat in vielen Schulen in Hannover die Unterrichtsversorgung unter dem Landesschnitt von 99,5 Prozent gelegen. Das geht aus einer Liste aller Schulen hervor, die die Landesregierung jetzt veröffentlicht hat. Darin ist festgehalten, wie die Lehrerversorgung jeweils zum 15. September 2015 war. Gemessen wird das Verhältnis von Lehrer-Soll-Stunden, also die Pflichtstunden, die eine Schule erteilen muss, zu Lehrer-Ist-Stunden, das sind die Stunden, die von der personellen Ausstattung her gegeben werden können. Nicht eingerechnet sind Pädagogen, die im Laufe des Schuljahres krank oder schwanger werden.

Grundschullehrer am Limit

Besonders dramatisch ist die Lage an der Grundschule Beuthener Straße in Mittelfeld. Die Schule kam im vergangenen September auf einen Wert von 90,1 Prozent. Eigentlich müssen Grundschulen eine Quote von 100 Prozent haben, weil sie Kinder verlässlich zwischen 8 und 13 Uhr betreuen sollen. Im Landesschnitt sind die Grundschulen auch die einzige Schulform, die auf eine Lehrerversorgung von mehr als 100 Prozent kommt. Im zweiten Schulhalbjahr sieht die Situation laut Schulleiterin Sigrid Promann nicht viel besser aus. Zwar habe sie drei neue Stellen ausschreiben können, besetzt worden seien am Ende aber nur zwei. Ein Kandidat sprang ab. Generell fehlen die Bewerber: „Der Markt ist leer gefegt.“ Da es keine Vertretungs- oder Feuerwehrlehrer gebe, sei es auch nicht möglich, langzeiterkrankte Kollegen zu ersetzen. „Wir gewährleisten die Grundversorgung“, sagt Promann. Extra-Angebote zur vorschulischen Sprachförderung, Sprachlernklassen oder Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag müssten zurückgefahren werden. „Das Ganze ist unglaublich belastend, man kann immer nur improvisieren. Wer krank ist, weiß, dass die Kollegen das ausbaden müssen.“ Gibt es Hilfe von der Landesschulbehörde? Promann antwortet mit einem Sprichwort: „Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.“

Auf niedrige Werte kamen auch die katholische Kardinal-Bertram-Schule (94,2 Prozent) in Wülfel, die ihr Defizit durch eine Neueinstellung zum Halbjahreswechsel ausgeglichen hat, und die Grundschule Mühlenweg (95,2).

Naturwissenschaftslehrer fehlen

Die Heisterbergschule (Ahlem), eine Haupt- und Realschule, erreichte zum Stichtag nur 91,5 Prozent. Es gebe zu wenig Lehrer: „Die Bewerberlage wird immer dünner“, sagt Konrektorin Elke Heinrich. Vor allem mangele es an Pädagogen für Biologie, Physik und Mathematik, aber auch Englisch.

Gymnasien stellen später an

Auch die Goetheschule (92,1), die Herschelschule (92,8) und das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (93,1) fanden erst nicht die passenden Lehrer und stellten Anfang Februar dafür um somehr ein.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Massenmörder Fritz Haarmann gehört seit Jahren zur Stadtfolklore dazu. Mittwoch ist die Premiere für ein Haarmann-Musical – nach einer öffentlichen Probe gibt es erste Diskussionen: Wie soll die Stadt mit dem Massenmörder umgehen? Der Nachfahre eines Opfers sagt: Es ist perfide, dass Haarmann ein Kunstobjekt wird.

Gunnar Menkens 19.02.2016

Die Nachrichten aus Hannover und Niedersachsen auf einen Blick: Mit „HAZ live“ lesen Sie ab 6 Uhr alles Wichtige im Newsticker. Heute: Hannover diskutiert über das Haarmann-Musical, Lena Meyer-Landrut tritt im Capitol auf und der Prozess gegen eine dreiste Diebesbande beginnt.

16.02.2016
Aus der Stadt Kostensteigerung bei Stadtbahnbau - Tunnellösung kommt wieder ins Spiel

Nach Bekanntwerden der Kostenrisiken für den Bau der oberirdischen Stadtbahnstrecke von der Glocksee durch die City zum Raschplatz fordern Projektgegner einen Planungsstopp. Sowohl die CDU-Regionfraktion als auch die Initiative Pro-D-Tunnel rücken stattdessen die Tunnellösung wieder in den Fokus.

Bernd Haase 18.02.2016
Anzeige