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Und plötzlich gibt es keine Lehrer mehr

Mangel an Pädagogen Und plötzlich gibt es keine Lehrer mehr

Die Unterrichtsversorgung ist an einigen Schulen in Hannover gar nicht gut. Besonders dramatisch ist die Lage an der Grundschule Beuthener Straße. Für die allgemeine Lage gibt es einen Grund: Generell fehlen die Bewerber. Das gilt sowohl für Grund- als auch für weiterführende Schulen.

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In Hannover fehlen an einigen Schulen Lehrer.

Quelle: dpa/Symbolbild

Hannover. Zu Anfang des Schuljahres hat in vielen Schulen in Hannover die Unterrichtsversorgung unter dem Landesschnitt von 99,5 Prozent gelegen. Das geht aus einer Liste aller Schulen hervor, die die Landesregierung jetzt veröffentlicht hat. Darin ist festgehalten, wie die Lehrerversorgung jeweils zum 15. September 2015 war. Gemessen wird das Verhältnis von Lehrer-Soll-Stunden, also die Pflichtstunden, die eine Schule erteilen muss, zu Lehrer-Ist-Stunden, das sind die Stunden, die von der personellen Ausstattung her gegeben werden können. Nicht eingerechnet sind Pädagogen, die im Laufe des Schuljahres krank oder schwanger werden.

Grundschullehrer am Limit

Besonders dramatisch ist die Lage an der Grundschule Beuthener Straße in Mittelfeld. Die Schule kam im vergangenen September auf einen Wert von 90,1 Prozent. Eigentlich müssen Grundschulen eine Quote von 100 Prozent haben, weil sie Kinder verlässlich zwischen 8 und 13 Uhr betreuen sollen. Im Landesschnitt sind die Grundschulen auch die einzige Schulform, die auf eine Lehrerversorgung von mehr als 100 Prozent kommt. Im zweiten Schulhalbjahr sieht die Situation laut Schulleiterin Sigrid Promann nicht viel besser aus. Zwar habe sie drei neue Stellen ausschreiben können, besetzt worden seien am Ende aber nur zwei. Ein Kandidat sprang ab. Generell fehlen die Bewerber: „Der Markt ist leer gefegt.“ Da es keine Vertretungs- oder Feuerwehrlehrer gebe, sei es auch nicht möglich, langzeiterkrankte Kollegen zu ersetzen. „Wir gewährleisten die Grundversorgung“, sagt Promann. Extra-Angebote zur vorschulischen Sprachförderung, Sprachlernklassen oder Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag müssten zurückgefahren werden. „Das Ganze ist unglaublich belastend, man kann immer nur improvisieren. Wer krank ist, weiß, dass die Kollegen das ausbaden müssen.“ Gibt es Hilfe von der Landesschulbehörde? Promann antwortet mit einem Sprichwort: „Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren.“

Auf niedrige Werte kamen auch die katholische Kardinal-Bertram-Schule (94,2 Prozent) in Wülfel, die ihr Defizit durch eine Neueinstellung zum Halbjahreswechsel ausgeglichen hat, und die Grundschule Mühlenweg (95,2).

Naturwissenschaftslehrer fehlen

Die Heisterbergschule (Ahlem), eine Haupt- und Realschule, erreichte zum Stichtag nur 91,5 Prozent. Es gebe zu wenig Lehrer: „Die Bewerberlage wird immer dünner“, sagt Konrektorin Elke Heinrich. Vor allem mangele es an Pädagogen für Biologie, Physik und Mathematik, aber auch Englisch.

Gymnasien stellen später an

Auch die Goetheschule (92,1), die Herschelschule (92,8) und das Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium (93,1) fanden erst nicht die passenden Lehrer und stellten Anfang Februar dafür um somehr ein.

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