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3000 Euro Schadensersatz für ein Tattoo?

Klage wegen Pfusch 3000 Euro Schadensersatz für ein Tattoo?

Der Kunde eines Tattoostudios kann sich nicht mit der Frauenfigur auf seinem Oberarm anfreunden: Sie schiele und sei asymmetrisch. Jetzt fordert der 24-Jährige 3000 Euro Schadensersatz. Doch gibt es widersprüchliche Aussagen zu hören.

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Klage wegen Pfusch: Dieser Mann hat ein Tattoostudio auf 3000 Schadensersatz verklagt.

Quelle: Petrow

Hannover. Patryk Suchowinski aus Empelde möchte „La Catrina“ loswerden. Der düster dreinblickende Frauenkopf, einem Totenschädel entlehnt, ziert auf eine Rose gebettet seinen linken Oberarm. Doch der 24-Jährige kann sich nicht mit der Dame anfreunden. Das Tattoostudio aus Groß-Buchholz, das ihm „Catrina“ im Oktober stach, hat seiner Meinung nach gepfuscht. Die Figur schiele, wirke blass und sei asymmetrisch. 3000 Euro Schadensersatz für die Entfernung des Motivs sowie 900 Euro Schmerzensgeld fordert er von Studiochef Ali Reza Saeednia. Die gestrige Verhandlung am Amtsgericht dauerte fast vier Stunden - doch zu einem Vergleich konnte Richterin Ingrid Sue-Horn die Männer nicht bewegen.

Dem ungeübten Auge erschlossen sich die Unterschiede zwischen der am Computer erstellten Hochglanzvorlage und dem körpernahen Abbild nicht sofort. Erst ein Berufstätowierer klärte die Saalgemeinschaft auf, jenseits des Protokolls. Das gestochene Tattoo sei eine vereinfachte Version des Originals, weniger plastisch, weniger konturiert. Auch steigen weniger Vögel aus dem Totenschädel auf, sind die Farben nicht gleich. „La Catrina“ auf des Klägers Arm sei rund 400 Euro wert, in guter Qualität aber hätte dieser 1000 Euro auf den Tisch des Studios blättern müssen, so der Experte. Die Narbenbildung, die Suchowinski zusätzlich moniert hatte, sei nicht übermäßig ausgeprägt.

In der Verhandlung sagten auch zwei polnische Tätowierer aus dem Groß-Buchholzer Studio als Zeugen aus. Doch klarer wurde das Bild damit nicht. Fest steht, dass die Verzierung des kräftigen Empelder Oberarms drei bis vier Stunden dauerte. Und dass der 24-Jährige drei Wochen später noch einmal zu einer Nachbehandlung auftauchte und kleinere Korrekturen gestochen wurden. Doch zahlte er 400 Euro cash, wie sein Anwalt Ingbert Rudolph mehrfach betonte? Oder waren es nur 150 Euro, wie die zwei Tattoo­künstler steif und fest behaupteten? Wurde über kostensenkende „Vereinfachungen“ gesprochen und bedankte sich der Empelder via Facebook tatsächlich überschwänglich für die gute Arbeit? Oder hat es diese nicht mehr auffindbare Bewertung nie gegeben? Studio-Anwalt Robert Muzyk merkte an, der Kläger habe sich sehr spät beschwert: „Warum hat er das angebliche Machwerk nicht gleich im Herbst bemängelt?“

Schließlich versuchte Firmenchef Saeed­nia, der neben dem Tattooladen eine Pizzeria betreibt, den gordischen Knoten zu durchschlagen. Auch wenn er den Verdacht hege, dass der Kunde mit seiner Klage nur Geld machen wolle, biete er ihm eine Eliminierung von „Catrina“ per Laser an - in einem ihm bekannten Studio in der City. Doch der Kläger lehnte ab, bestand auf einem Laserfachmann eigener Wahl. „Es geht um meinen Körper“, sagte er; das Vertrauensverhältnis zur Groß-Buchholzer Tattoo­szene sei zerstört. Allerdings lehnte Suchowinski auch ab, die düstere Dame vom sachverständigen Berufstätowierer aus dem Gerichtssaal beseitigen zu lassen.

Richterin Sue-Horn hat nun die undankbare Aufgabe, bis zum 21. Juni ein gerechtes Urteil finden zu müssen.

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