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Ist Mannheim bei Motorenlärm Vorbild?

Verkehrsrowdys Ist Mannheim bei Motorenlärm Vorbild?

Innerhalb von drei Wochen hat Mannheims Verkehrspolizei 56 Autos wegen zu lauter Auspuffanlagen stillgelegt. Auch in Hannover läuft die Debatte – aber hier lässt die Polizei Milde walten. Sie lässt Autos trotz erloschener Betriebserlaubnis weiterfahren, wenn es sich "nur" um Lärmvergehen handelt.

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Stillgelegt: Fahrzeug auf dem Hof der Polizei in Mannheim, an deren Auspuffanlagen manipuliert wurde.

Quelle: Polizei Mannheim

Hannover. In der drittgrößten Stadt Baden-Württembergs hatten sich Bürger und Kommunalpolitiker über zunehmenden Lärm von Verkehrsrowdys beschwert. Dort greift die Polizei jetzt durch.

„Wer andere absichtlich mit Lärm belästigt, der ist ein bestimmter Typ Mensch, und der braucht klare Regeln“, sagt der Mannheimer Chef der Verkehrspolizei, Dieter Schäfer. Er nennt den Menschenschlag „Typ Bushido“ – das ist ein gern martialisch auftretender Rapper, der sich brüstet, keine Rücksicht nehmen zu müssen.

Während sich Hannovers Polizei auf das Gebot der Verhältnismäßigkeit zurückzieht und den Entzug eines Autos wegen illegal angeschraubter Lärmauspuffanlagen als zu große Härte ansieht, macht Mannheim in seiner Anfang August gestarteten Kampagne nicht viel Federlesens. „Besteht der Verdacht der Manipulation an der Auspuffanlage, wird das Kfz zur Beweissicherung sichergestellt oder beschlagnahmt und ein Sachverständigengutachten erstellt. Bestätigt dieses den Verdacht, wird das Fahrzeug entstempelt und muss neu zugelassen werden.“ Der Vorgang ist teuer für die Halter. Wobei Schäfer klarstellt: Auch unnötiger Lärm, der mit legalen Auspuffanlagen verursacht wurde, werde jetzt gezielt geahndet. Wer den Motor vor Cafés aufheulen lässt, mit quietschenden Reifen anfährt oder kurze Vollgassprints hinlegt, wird mit 10 Euro verwarnt. Bei Wiederholungen steigt der Betrag. „Reicht auch das nicht, kommt eine Prüfung der Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen in Betracht – im Volksmund Idiotentest genannt.“

Die Mannheimer Polizei hat die Bevölkerung öffentlich aufgefordert, Hinweise auf manipulierte Fahrzeuge zu geben. Innerhalb kurzer Zeit seien 400 Beschwerden eingegangen, 99 Fahrzeughalter wurden wegen erloschener Betriebserlaubnis angezeigt, 56 Fahrzeuge wegen manipulierter Auspuffanlagen stillgelegt. Ob das Wirkung gezeigt hat? „Ja, es ist deutlich ruhiger geworden“, sagt Schäfer der HAZ.
Auf den Internetseiten der HAZ ist das Thema nach einem Vorstoß der SPD im Bezirk Mitte sehr kontrovers diskutiert worden. Der Bezirksrat will das Problem der getunten Lärmverursacher erneut auf die Tagesordnung nehmen.

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