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Verteidigungsministerium ehrt Ingenieur-Büro

Hannover Verteidigungsministerium ehrt Ingenieur-Büro

Mit dem erstmals verliehenen Preis "Partner der Reserve" haben Verteidigungsministerium und Reservistenverband das Ingenieur-Büro Bieschof ausgezeichnet. Das Büro in Hannover ist eines von bundesweit drei geehrten Unternehmen, die sich aktiv für den Reservistendienst in der Bundeswehr einsetzen.

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Marco Bieschof ist mit seinem Ingenieurbüro als Partner der Reserve ausgezeichnet worden.

Quelle: Thomas Tschörner

Hannover. Das Ingenieur-Büro Bieschof beschäftigt sich mit Arbeits-, Brandschutz-, Gefahrstoff- und Umweltmanagement. Themenbereiche, die nach Einschätzung von Geschäftsführer Marco Bieschof allesamt direkten Bezug zur Bundeswehr haben. "Es geht letztlich um die Sicherheit der Soldaten, die stets vorgeht." Seine beruflichen Kenntnisse bringt er als Major der Reserve, der vor der Beförderung zum Oberstleutnant steht, in seinen heute als Reservedienstleistungen bezeichneten Wehrübungen beim Versorgungsbataillon 141 in Luttmersen ein. "Ich habe nicht damit gerechnet, als Kleinunternehmer diesen Preis zu erhalten", sagt Bieschof, den ein Kollege für die Auszeichnung vorgeschlagen hatte.

Zur Bundeswehr ist der in Hannover ansässige Reservist als normaler Wehrpflichtiger gekommen. "Der Grundwehrdienst hat mein ganzes Leben geprägt", sagt Bieschof. Werte wie Respekt vor anderen und Pünktlichkeit wurden für den jungen Mann, der vorher kein konkretes Ziel hatte, zum Anlass, alles noch einmal neu zu sortieren. Bieschof absolvierte eine Kraftfahrzeuglehre, bewarb sich als Wiedereinsteller für sechs Jahre bei der Bundeswehr und kam zur Luftwaffe. Dort arbeitete er als Luftfahrzeugtechniker.

Auf der Meisterschule bildete er sich weiter zum Industriemeister Metall. "Das war die Voraussetzung für mein Studium, denn ich habe weder die Mittlere Reife noch das Abitur." Um im Bereich Maschinenbau an der FH Hannover bestehen zu können, war harte Arbeit für den besonders in Mathematik wenig vorbelasteten Studenten erforderlich. "Das ging nur mit sieben Tage pro Woche lernen." Seinen Diplom-Ingenieur bestand er mit der Note "gut". Zunächst arbeitete er in einem Ingenieur-Büro mit. Dann qualifizierte er sich zum Sicherheitsingenieur weiter und machte sich 2005 in Hannover selbstständig. Zudem schloss er erfolgreich ein Fernstudium in Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der TU Kaiserslautern mit dem Master of Arts ab. Für Flugzeuge und Hubschrauber kann sich Bieschof auch heute noch begeistern, zumal er alle Instrumente aus seiner Zeit als Luftfahrzeugtechniker noch kennt. Ein Höhepunkt war der Flug in einem Jet L-39 Albatros, in dem er auch seine erste Faßrolle steuerte. Bieschof spielt zudem Skat, fährt gern Motorboot und schätzt Reisen in ferne Länder. Besonders liegt ihm mit Mitgliedschaft und Spenden die Unterstützung benachteiligter Gruppen und Menschen in Lebenshilfen und MHH-Kinderstation sowie der Kauf von Arbeiten behinderter Künstler am Herzen.

Der Bundeswehr blieb er als Wehrübender treu. Zunächst übte er beim Heer in der Laufbahn der Unteroffiziere, nach dem Studium als Offizier. Seit mittlerweile 13 Jahren ist er beim Versorgungsbataillon 141 aktiv. "Dort bin ich berufsnah eingesetzt." Bieschof berät die Soldaten unter anderem in Fragen der Ladungssicherheit und Gefahrgutverordnung. "Arbeitssicherheit und Gefahrstoffmanagement sind - so wie bei jedem Arbeitgeber der Bundesrepublik - auch bei der Bundeswehr wichtige Themen, die es ständig zu beachten gilt", sagt Oberstleutnant Stephan Weidner, stellvertretender Kommandeur des Versorgungsbataillons 141. Unabhängig von Bieschofs Auszeichnung freue er sich, wenn der Major der Reserve das Bataillon mit seinem Fachwissen unterstützen könne. Bieschof leiste einen wichtigen Beitrag zum Schutz aller Soldaten.

Bieschof übt aber nicht nur selbst. Als Arbeitgeber stellt er bevorzugt ehemalige Soldaten ein, die er als zuverlässig und ehrlich schätzt und für Übungen jederzeit freistellt.  "Der Wehrdienst war für mich der entscheidende Wendepunkt meines Lebens, jetzt möchte ich der Gesellschaft etwas zurückgeben", sagt er zu seinem Engagement. Bei der Laudatio auf Bieschof regte Roderich Kiesewetter, Präsident des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr, an, Unternehmen mit entsprechenden Anreizen zu einer stärkeren Verbindlichkeit bei der Freistellung von Reservisten zu verpflichten.

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Von Thomas Tschörner

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