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Warum fliegen gerade so viele Marienkäfer umher?

Suche nach dem Winterquartier Warum fliegen gerade so viele Marienkäfer umher?

Es ist ein gutes Jahr für Marienkäfer: Naturschützer freuen sich über die große Population, doch viele der gepunkteten Insekten haben sich an den noch warmen Tagen außerdem in Großgruppen zum Sonnen an Spielplätzen oder an Hauswänden getroffen. Warum eigentlich?

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Zum Überwintern gehen Marienkäfer gerne in Fensterritzen.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Hannover. In der Leinemasch tauchen Marienkäfer zur Überraschung vieler Spaziergänger in großen Schwärmen auf, auf Balkonen und Fenstern in vielen Stadtteilen krabbeln sie zuhauf. „Es ist jetzt genau die Zeit, in der die Marienkäfer ihre Winterquartiere suchen“, erklärt Sibylle Maurer-Wohlatz, Geschäftsführerin beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hannover. Viele der gepunkteten Insekten haben sich an den noch warmen Tagen außerdem in Großgruppen zum Sonnen auf Klettergeräten an Spielplätzen oder an Hauswänden getroffen.

„Die vergangenen Tage waren sehr mild und sonnig für die Jahreszeit. Marienkäfer sind wärmeliebend und sammeln sich dann an besonders sonnenbeschienenen Stellen“, erläutert Armin Blöchl, Biologe an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Speziell die eingewanderten Asiatischen Marienkäfer neigen dazu, zum Überwintern Gemeinschaften zu bilden, berichtet Blöchl. „Sie sammeln sich, um in geschützten Nischen, Höhlen und Jalousiekästen den anstehenden Winter gemeinsam zu überstehen.“

Aber auch die hiesigen Arten überwintern. Speziell der Klassiker hierzulande, der Siebenpunkt-Marienkäfer, wird wieder häufiger gesichtet. Nach dem Auftauchen des Asiatischen Marienkäfers war ein Verschwinden der einheimischen Krabbler befürchtet worden. „Die Marienkäfer haben ein gutes Jahr gehabt, weil sie viel Futter gefunden haben und sich deshalb gut vermehren konnten“, sagt Sibylle Maurer-Wohlatz. Zur Leibspeise der knallroten Käfer und ihrer Larven zählen vor allem Blattläuse, die sie in Massen vertilgen. Deshalb sind Marienkäfer bei Garten- und Balkonbesitzern eigentlich sehr beliebt. Dennoch will nicht jeder die nützlichen Insekten in der Wohnung haben - mancher hat die Tiere dieser Tage mit dem Staubsauger vom Fensterbrett entfernen müssen. Bei Maurer-Wohlatz dürfen die Käfer die kalte Jahreszeit in den Rahmen ihrer Holzfenster verbringen. Zum Lüften nutzt die BUND-Fachfrau ein anderes Fenster.

Wenn die Käfer überleben, zahlt sich das im Frühjahr aus. „In meinem Garten habe ich eine bunte Mischung von mindestens sieben Arten“, berichtet Maurer-Wohlatz. Bekannt ist neben dem Siebenpunkt besonders der ebenfalls rote Zweipunkt. Außerdem gibt es gelbe oder orangefarbene Marienkäfer mit schwarzen oder auch schwarze mit roten Punkten. Die asiatischen Käfer sind daran zu erkennen, dass sie deutlich mehr als sieben Flecken auf dem Rücken tragen. Sie wurden ursprünglich gegen Blattläuse in Gewächshäusern eingesetzt, verbreiten sich aber seit rund 15 Jahren.

In den städtischen Wäldern hat Forstbetriebsleiter Felix Bettin bisher keine größeren Ansammlungen der Tierchen beobachtet. „Das ist auch nicht verwunderlich. In den Wohnstraßen in der Stadt ist es wärmer als im Wald, das ist für die Käfer interessanter.“ Zum Aufwärmen hatte sich am Wochenende aber am Kronsberg ein Schwarm Marienkäfer auf Bettins Auto niedergelassen. Zu Hause hatte der Forstbetriebsleiter ebenfalls bereits Käferbesuch. Trotz Plastikfenstern, da scheinen die Tiere nicht wählerisch zu sein. „Ich möchte sie aber nicht in der Wohnung haben. Da müssen sie sich was anderes suchen.“ Um die massenhaft auftretenden asiatischen Käfer müsse man sich nicht sorgen. Für einheimische Marienkäfer würde Bettin allerdings eine Ausnahme machen.

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