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Aus der Stadt "Aaalter war die sauer"
Hannover Aus der Stadt "Aaalter war die sauer"
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00:26 14.09.2015
Mario Barth in der Tui-Arena. Quelle: Kutter
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Hannover

Nach 35 Minuten ist er durchgeschwitzt. Richtig durchgeschwitzt. „Aaaalter, zieh dir ein frisches T-Shirt an“, möchte man rufen. Geht aber nicht. Man sitzt hier unten, er steht da oben, er hat das Mikro, es ist voll aufgedreht. Und er nutzt es aus. Mal leise zischelnd, dann plötzlich wieder laut schreiend, mal beschwörend oder einschmeichelnd, meist wenig feinfühlig, aber irgendwie immer auf den Punkt. Und dabei tigert er vom rechten zum linken Bühnenrand und wieder vom linken zum rechten, immer hin, immer zurück, zwei Stunden lang. Was hat der bloß für eine Energie. Kein Wunder, dass der so schwitzt da oben. Niemand soll sagen, es sei nichts geboten worden fürs Eintrittsgeld.

Man könnte Mario Barth kostenlos im Fernsehen schauen oder gegen eine kleine Gebühr auf DVD oder vom Streaming-Dienst. Fast 20 000 aber wollen ihn an diesen beiden Abenden in Hannover nicht auf flimmernden Bildschirmen sehen. Sie wollen ihn real. Und er bietet ihnen zwei Stunden Dauerprogramm – ganz alleine, nur mit seinem Mikrofon und dem martialischen Bühnenbild aus Raumschiffen, Röhren und Rumpelkram („Alles Technik – Aaaaaalter, Männer lieben so was, nech?“). Wenn Mario Barth kommt, dann wird die Tui-Arena voll, nicht nur einmal. Er hat auch schon drei und mehr Abende geschafft. 2004 noch buchte ihm Hannover Concerts das Capitol, seit 2008 ist es die heutige Arena an der Expo-Plaza – und die wurde 2008 gleich sechsmal voll. Wenn heute Abend das Abschlussfeuerwerk auf der Bühne prasselt, dann wird das seine
25. Show in der Arena gewesen sein. Rund 250 000 Gäste haben ihn dann in Hannover gesehen. Eine Viertelmillion, in sieben Jahren.

Das personifizierte Rollenklischee

Er ist eben der Dampfplauderer. Der Allesvereinfacher. Der Weltenerklärer. Das personifizierte Rollenklischee. Der, bei dem die meisten Pointen von Anfang an vorhersehbar sind – was hier aber keinen stört. Man will schließlich mal so richtig ablachen können, ohne Rücksicht auf politische Korrektheit. „Aaaaaalter, war die sauer ...“, heißt es mehrfach in den Geschichten, in denen er seine Freundin („The Brain“, weil sie studiert hat) aufs Glatteis führt. Männer sind Hypochonder: „Wenn ich mir die linke Hand breche, dann kann ich nicht mehr laufen.“ Sie sind manchmal weinerlich und eigentlich mit weichem Kern, aber trotzdem die Checker. Eben „bekloppt – aber sexy“, wie das aktuelle Programm heißt. Frauen sind – irgendwie anders. Ob Mario Barth sich den Fuß bricht und Mitleid erheischt oder sich am Flughafen weigert, beim Kauf eines Schokoriegels seine Flugnummer zu nennen, ob seine Freundin Nilpferde mit Nashörnern verwechselt oder einfach „genetisch neugierig“ ist, er hat die Lacher immer auf seiner Seite. Einen doppelten Boden, eine zweite Ebene, das braucht es nicht an diesem Abend. „Männer sind bekloppt ... aber sexy“: Damit ist tatsächlich alles gesagt. Und das ist doch irgendwie auch ganz schön.

Von Conrad von Meding und Leandra Kristin Morich

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