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Aus der Stadt Maritim verkauft – nun bald mit Glasfassade?
Hannover Aus der Stadt Maritim verkauft – nun bald mit Glasfassade?
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00:19 31.10.2014
Der Maritim-Betrieb endet Juni 2015 – die Immobilie wird entkernt, saniert und wieder für Gäste geöffnet. Quelle: Thomas
Hannover

Das Maritim Grand Hotel am Friedrichswall ist verkauft. Wie diese Zeitung aus verschiedenen Quellen erfuhr, hat ein hannoverscher Investor die Immobilie gegenüber dem Neuen Rathaus erworben und plant, es nach einer Kernsanierung wieder als Hotel zu betreiben. Zum 30. Juni 2015 wird die Maritim-Kette demnach den Betrieb in dem Haus einstellen. Die rund 90 Mitarbeiter erfuhren dem Vernehmen nach vor einigen Tagen im Rahmen einer Betriebsversammlung von dem Verkauf. Was aus ihnen wird, ist danach unklar. Als Kaufpreis für die Immobilie ist ein Betrag zwischen 40 und 50 Millionen Euro im Gespräch.

Seit August dieses Jahres ist im Handelsregister die Friedrichswall GmbH eingetragen. Sie soll den Umbau und die Vermarktung der Immobilie abwickeln, wie es heißt. Geschäftsführer der Firma ist der hannoversche Projektentwickler Andreas Pallushek. Welcher Investor hinter dem Projekt steht, blieb noch unklar. Pallushek selbst wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung am Dienstagabend zu dem Verkauf nicht äußern, auch im Maritim war am Abend niemand mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Wie es heißt, erwirbt der Investor das Hotel inklusive Inventar und Tiefgarage und will die Tankstelle an der Rückseite des Gebäudes nicht antasten. Nach dem Auszug des Maritim soll das Hotel nach derzeitigen Planungen entkernt und komplett saniert werden. Erste Entwürfe, die sogar für einige Stunden im Internet präsentiert worden sein sollen, sehen eine neue Glasfassade vor. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass es einen Architektenwettbewerb zur Neugestaltung des Maritim geben wird.

Gekrönte Häupter, Politiker, Show- und Sportstars – die Liste der Prominenten, die sich im Hotel am Friedrichswall im Laufe der Jahre einquartiert haben, ist endlos. In der Regel wahrt das Personal strikte Schweigsamkeit darüber, was in den Luxussuiten so passiert, aber einige Anekdoten sind doch durchgesickert.

Noch im vergangenen Jahr hatte die Maritim-Kette mit der Stadt über eine Verlängerung des bis 2023 geltenden Erbpachtvertrages verhandelt, ohne allerdings die Finanzierung einer möglichen Fassadensanierung geklärt zu haben. Weil es diesen Erbpachtvertrag gibt, wird der Käufer sich früher oder später mit der Stadt darüber ins Benehmen setzen müssen, was er in Sachen Nutzung und Fassadengestaltung des Baus plant.

Die Maritim-Kette wird mit dem Verkauf des Grand Hotels nicht mehr in der Landeshauptstadt vertreten sein. Bereits 2009 hatte das Unternehmen sein Haus an der Hildesheimer Straße an den Betreiber Dormero abgegeben. In Zukunft will man sich auf das Maritim Airport-Hotel in Langenhagen konzentrieren.

Eröffnet worden war das Grand Hotel als Hotel Intercontinental im Jahr 1965. Die Maritim-Kette kaufte es 1994 für 35 Millionen Mark. Erbaut wurde das Haus im Stil des sogenannten Brutalismus der fünfziger und sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts, in dem auch das Bredero-Hochhaus und das Ihme-Zentrum gehalten ist. Schon lange wird darüber spekuliert, welcher Investor den Bau auch im Sinne der Stadt optisch aufwerten kann. Mit seiner exponierten Lage vis-à-vis des Neuen Rathauses kommt dem Hotel eine besondere städtebauliche Bedeutung zu.

Von Michael Thomas und Andreas Schinkel

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