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Stadt schafft neue Betten ins Maritim

Maritim-Hotel wird zum Flüchtlingsheim Stadt schafft neue Betten ins Maritim

Ab März soll das leer stehende Maritim Grand-Hotel ein Flüchtlingsheim sein. Nur werden jedoch die ganzen Hotel-Betten sowie anderes Mobiliar entfernt - und durch neues ersetzt. Denn der Eigentümer will sich bis 2018 kaputt gegangenes Mobiliar von der Stadt ersetzen lassen.

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Alles muss raus? Die Stadt will nicht für demolierte Betten haften.

Quelle: Kathrin Kutter

Hannover. Das leer stehende Maritim Grand-Hotel am Rathaus soll ab Mitte März ein Flüchtlingsheim für bis zu 550 Menschen sein. Die Idee schien praktisch, denn die Zimmer in dem einstigen Luxushotel sind ja ohnehin eingerichtet und hätten sonst bis zur Totalsanierung im Frühjahr 2018 leer gestanden. Doch jetzt lässt die Stadt alle Betten und andere Teile des Mobiliars entfernen und durch einfachere Modelle ersetzen. Die Stadt weist Vermutungen über Geldverschwendung zurück. Berechnungen hätten ergeben, dass man letztlich Geld sparen werde.

Günstigere Alternative?

Was der Mobiliaraustausch koste, kann die Stadt nicht beziffern. Grundsätzlich sei „das Bestücken mit eigenen Möbeln und die Beschränkung auf das Notwendige letztlich günstiger“, sagt Sprecher Dennis Dix. Offenbar hat sich bei den Mietverhandlungen herausgestellt, dass der Hauseigentümer sich 2018, am Ende der Mietzeit, in der Zwischenzeit kaputt gegangene Betten bezahlen lassen will. Das Risiko schien der Stadt zu hoch - also kauft sie die Betten lieber gleich selbst. Dazu kommt, dass in vielen der 258 Zimmer Doppelbetten stehen. In jedem Raum aber werden künftig zwei wildfremde Menschen wohnen, meist junge Männer. Dass die sich auch noch ein Bett teilen sollten, hielt die Stadt offenbar für keine gute Idee.

Allerdings erfolgt der Austausch auch in den Zimmern, in denen ohnehin zwei Einzelbetten stehen. Der Vermieter entferne „vereinbarungsgemäß die Hoteleinrichtung“, stattdessen werde die für eine Flüchtlingsunterkunft übliche Einrichtung installiert, sagt Dix. Statt eines großen Schranks werden zwei kleinere eingebaut. Statt der Minibars kommen Kühlschränke in die Zimmer. Denn die Flüchtlinge werden nicht bekocht, sie müssen sich selbst verpflegen. In den einstigen Suiten jeweils am Ende der Etagenflure werden dafür gerade Gemeinschaftsküchen eingebaut.

Zimmer auf niedrigem Drei-Sterne-Standard

Gerüchte, dass auch Badarmaturen und Spiegel entfernt würden, dementieren sowohl Stadt wie auch Verwalter Torsten Jaskulski. Der sagt: „Wer hier Messingarmaturen und goldene Spiegel erwartet, der liegt falsch.“ Das einstige Luxushotel hatte schon länger keine Investitionen mehr gesehen, die Zimmer wirkten am Ende eher auf niedrigem Drei-Sterne-Standard. Jaskulski hat die Wandbilder aus den Zimmern entfernen lassen, „die waren wirklich schrecklich“. Sie seien eingelagert worden. Das Gleiche passiere auch mit den Betten.

Insgesamt kostet die Unterbringung dort 5,5 Millionen Euro. Das ergibt rund 5000 Euro pro Flüchtling im Jahr. Im aktuellen Mitgliedermagazin des Vereins Haus & Grundeigentum wird daraus ein Quadratmeterpreis von 44 Euro Kaltmiete pro Monat berechnet. Die Stadt weist das zurück. Die Berechnung in dem Magazin sei „willkürlich auf die Fläche der bewohnten Zimmer beschränkt worden“, sagt Dix spitz, ein Quadratmeterpreis aber berechne sich „üblicherweise nach der gesamten angemieteten Fläche, darunter auch Gemeinschaftsräume und Büros“.

Konferenzraum wird für Sprachkurse genutzt

Unter anderem wird der Konferenzbereich für Sprachkurse genutzt. Nach HAZ-Informationen beträgt der Quadratmeterpreis weniger als 15 Euro, das soll im Vergleich zu anderen Unterkünften nicht teuer sein. Die Stadt wollte die Summe aber nicht bestätigen.

Von Conrad von Meding und Michael Thomas

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