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Aus der Stadt Regiobus-Chef tritt zurück
Hannover Aus der Stadt Regiobus-Chef tritt zurück
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00:30 16.11.2017
Tritt zurück: Regiobus-Geschäftsführer Georg Martensen. Quelle: Handout
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Hannover

Einer Mitteilung der Region zufolge hat Martensen in einem Gespräch mit Regionspräsident Hauke Jagau gesagt, er wolle mit seinem Rücktritt "Schaden von Regiobus und von seiner eigenen Person abwenden". Jagau bedauert der Mitteilung zufolge die Entscheidung: „Georg Martensen hat Regiobus in den vergangenen acht Jahren zuverlässig weiter entwickelt – trotz schwerer werdender Bedingungen“, sagte der Regionspräsident. Martensen war vor seinem Wechsel zur kommunalen Regiobus jahrelang Wirtschaftsdezernent der Region Hannover.

120 Linien fahren für Regiobus im Umland. Manche Strecken sind sehr teuer, weil nur wenige Menschen mitfahren. Jetzt wird über Sparen diskutiert. Doch auch die Wenigen wollen auf ihre Busse nicht verzichten. Eine Ausfahrt aufs Land.

Bei Regiobus hatte es zuletzt Kritik an mangelnder Wirtschaftlichkeit gegeben. Gutachter hatten für die Region als größten Auftraggeber begerechnet, dass das Unternehmen deutlich unwirtschaftlicher ist als andere Busunternehmen, die im Speckgürtel von Großstädten fahren. Die Unwirtschaftlichkeit kann dazu führen, dass die Region das Unternehmen nicht mehr direkt mit Busverbindungen beauftragen darf, sondern den Auftrag öffentlich ausschreiben muss. Das hätte das Ende der Regiobus bedeuten können.

Zuletzt gab es außerdem in einigen Medien Gerüchte über zweifelhafte Auftragsvergaben beim Wiederaufbau des abgebrannten Busdepots in Springe. Auch soll angeblich ein Anwalt bevorzugt behandelt worden sein, der die Regiobus in arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Geschäftsführer Martensen und einem Mitarbeiter vertritt. Was an den Vorwürfen dran ist, dazu gibt es bisher keine Bestätigungen.

Jagau betonte Montag in seiner Stellungnahme: „Regiobus bleibt – ebenso wie die Üstra – für die Region Hannover Partner für den Öffentlichen Personennahverkehr. Wir werden gemeinsam daran arbeiten, dass die Region Regiobus im Rahmen eines Öffentlichen Dienstleistungsvertrags auch für den Zeitraum bis 2030 mit den Verkehrsleistungen beauftragt." Wichtigster Schritt sei jetzt, "gemeinsam mit den Beschäftigten das Regionalbuskonzept zu erarbeiten und das Unternehmen zukunftsfähig zu entwickeln“.

Wie zu erfahren war, hat sich der 55-jährige Martensen am Wochenende in einer Mail an die Regionspolitik über Indiskretionen aus dem Aufsichtsrat beklagt. Das werde er im Aufsichtsrat thematisieren, hatte der Regiobus-Chef angekündigt.

Martensen sei sehr erbost, dass er immer wieder Informationen aus dem Aufsichtsrat an die Medien weitergegeben worden seien, berichtete ein Mitglied des Aufsichtsrats. Er sei "sehr betroffen" gewesen. In früheren Jahren habe er in brenzligen Situationen souveräner reagiert, hieß es am Montag. Es sei eher nicht im Interesse der Politik gewesen, die Informationen aus dem Aufsichtsrat zu verbreiten, sagte das Mitglied des Gremiums.

Ob Martensen, dessen Vertrag regulär bis Ende 2019 gelaufen wäre, eine Abfindung erhält, ist unklar. Dazu sage die Region grundsätzlich nichts, sagte eine Sprecherin der Verwaltung.

Eine offizielle Stellungnahme aus dem Unternehmen gab es bisher nicht. "Wir sagen gar nichts", sagte Regiobus-Sprecher Tolga Otkun.

Die CDU fordert jetzt eine schnelle Aufklärung der Vorwürfe. "Wir möchten wissen, was an der Sache dran ist und was davon heiße Luft ist", sagte Regionsfraktionschef Bernward Schlossarek. Der öffentliche Nahverkehr mir Regiobus und Üstra sei zu wichtig, als das es ständig neue negative Schlagzeilen gebe. "Hier muss gehandelt werden und beide Unternehmen wieder auf Kurs gebracht werden", betonte Schlossarek.

Der Rücktritt Martensens setze auch die beiden Üstra-Chefs Andre Neiß und Wilhelm Lindenberg zusätzlich unter Druck, heißt es in der Regionspolitik. Dort wird damit gerechnet, dass die beiden schon bald ihren Posten räumen müssen.

Von Mathias Klein

Das ist Regiobus

270 eigene Busse und etwa 730 Mitarbeiter – das ist die Regiobus, zu mehr als 90 Prozent eine Tochterfirma der Region Hannover. Nach eigenen Angaben nutzen rechnerisch 28,4 Millionen Fahrgäste das Angebot – vom Linienverkehr auf mehr als 120 Strecken, vor allem im Umland Hannovers, über Ruftaxi- und Fahrradbusservice.
Entstanden ist die Regiobus 1998 aus einer Verschmelzung von drei Einzelunternehmen mit dem Verbund Busverkehr und Service Großraum Hannover (B.U.S.). Mit der Gründung der Region Hannover Ende 2001 hat diese die Verantwortung für den Nahverkehr übernommen und ist überdies Mehrheitseignerin.
An sechs Standorten ist die Regiobus in der Region präsent. Die Verwaltung sitzt in Hannover, die Betriebshöfe befinden sich in Burgdorf, Mellendorf, Neustadt, Wunstorf und Eldagsen.

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