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Schulz plädiert für ein engagiertes Europa

EU-Parlamentspräsident in Hannover Schulz plädiert für ein engagiertes Europa

Was geht uns Europa an? Kann die EU die aktuellen Probleme lösen – oder ist sie gar selbst eines? Kaum jemand kann dazu derzeit so gründlich Auskunft geben wie Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments. Diese Chance nutzte der Sozialdemokrat am Donnerstagabend im historischen Veranstaltungszentrum Cavallo an der Dragonerstraße auf Einladung der Madsack Mediengruppe, die auch die HAZ herausgibt.

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Anregende Debatte: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (2. von links) mit Madsack-Chef Thomas Düffert (Mitte), dem Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Baedeker (links), der Leiterin des Hauptstadtbüros, Ulrike Demmer, und HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt.

Quelle: Alexander Körner

Hannover. Vor rund 120 Führungskräften des Unternehmens, die sich in Hannover unter Leitung von Madsack-Chef Thomas Düffert zur ihrer jährlichen Tagung trafen, entfaltete Schulz ein leidenschaftliches Plädoyer für eine lebendige EU – und wurde dabei erfrischend konkret.

Die EU sei eine Gemeinschaft der Solidarität und des Respekts, aber zuweilen scheitere die Idee schon im Kleinen: „Der kleine Cafébetreiber in Hannover zahlt Steuern, und nebenan ist Starbucks und zahlt keine Steuern.“ Im Großen sei der Mangel an Solidarität zuweilen zynisch: „Die Länder, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, sagen anschließend, dass die EU das Flüchtlingsproblem nicht in den Griff bekommt.“ Er rechnete vor, wie Jordanien mit seinen vier Millionen Einwohnern zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen habe und Libanon 1,5 Millionen Flüchtlinge. „Aber die EU mit 507 Millionen Einwohnern in 28 souveränen Staaten soll nicht in der Lage sein, eine Million Schutzsuchende unterzubringen?“ Für Ungarn bedeute das 1920 Flüchtlinge, „und deshalb macht Herr Orban ein Referendum“.

In der anschließenden angeregten Diskussion mit den Madsack-Medienmachern aus sieben Bundesländern wurde deutlich, dass die EU vielleicht nicht auf alle Fragen eine schnelle Antwort hat, dass sich der Dialog – auch mit schwierigen Mitgliedern – am Ende aber lohnen kann. Allerdings warnte Schulz vor Alleingängen: „Angela Merkel wird alleine weder in der Vergangenheit, noch in der Zukunft etwas drehen“, sagte er im Gespräch mit der Leiterin des Madsack-Hauptstadtbüros, Ulrike Demmer, und HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt.

Auf Fragen, ob er für die SPD auch für nationale Spitzenämter zur Verfügung stehe, wich er offensiv aus: „Die SPD hat einen hervorragenden Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel, der auch ein hervorragender Kanzlerkandidat ist und wenn es so weitergeht der nächste Kanzler von Deutschland wird.“ Er hingegen werde weiter daran arbeiten, dass in Europa die Probleme gelöst würden. Düffert und der Madsack-Aufsichtsratsvorsitzende Karl Baedeker dankten Schulz für seine engagierte Rede.     

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