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Maserati-Fahrer scheitert mit Klage gegen Busunternehmen

Nach 34 000 Euro Schaden Maserati-Fahrer scheitert mit Klage gegen Busunternehmen

Vor gut drei Jahren hat ein 24-jähriger Fahrer eines Sportwagens einen Bus mit Tempo 140 überholt – und prallte gegen einen Fahrbahnteiler. Mit seiner Klage gegen das Busunternehmen ist der Auszubildende nun gescheitert - und bleibt auf 34 000 Euro für die Reparatur sitzen.

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Traumauto, das manchem den Verstand raubt: Ein Maserati Quattroporte Sport GT (hier präsentiert in Detroit).

Quelle: dpa

Marienwerder . Ein 24-Jähriger, der vor gut drei Jahren in Marienwerder einen 400 PS starken Maserati Quattroporte Sport GT zerlegt hat, bleibt auf den Reparaturkosten von knapp 34 000 Euro sowie auf 1750 Euro für das Abstreuen der Unfallstelle sitzen. Das hat das Landgericht Hannover entschieden. Zivilrichter Robert Bondzio sah es als erwiesen an, dass der junge Mann beim Aufprall auf einen Fahrbahnteiler in der Straße Auf der Horst mindestens Tempo 110, wahrscheinlich aber um die 140 Kilometer pro Stunde fuhr. Erlaubt ist dort Tempo 70. Laut der Aussage eines Busfahrers, den der italienische Luxusschlitten an einem Septembertag 2013 gegen 21.30 Uhr überholte, lieferte sich der Maserati ein Rennen mit einem BMW - und das auf der Gegenfahrbahn der vierspurigen Straße Richtung Stöcken.

Richter Bondzio sprach in seiner Urteilsbegründung von einem „besonders schwerwiegenden Geschwindigkeitsverstoß“. Der Kläger habe „in geradezu verantwortungsloser Weise gegen seine Sorgfaltspflicht“ verstoßen, sich mit angemessener Geschwindigkeit fortzubewegen.

Ein Azubi mit reichlich PS

Als Beruf hatte der 24-Jährige in einem vorangegangenen Strafverfahren „Auszubildender“ angegeben. Doch ein Ausbildungsentgelt würde sicher nicht reichen, einen 120 000 Euro teuren Maserati zu kaufen oder zu unterhalten: Der Quattroporte - Höchstgeschwindigkeit 270 - gehört seinem Vater. Im Anschluss an den Strafprozess wegen Gefährdung des Straßenverkehrs verklagte der junge Mann das Busunternehmen. Der Fahrer des Busses, der sich auf einer Leerfahrt von Garbsen zum Stöckener VW-Werk befand, sei in Höhe der Pascalstraße plötzlich von der rechten auf die linke Spur hinübergezogen.

Er selbst, so der Maserati-Fahrer, sei höchstens Tempo 70 gefahren, und einen schnellen BMW habe er auch nicht gesehen. Weil er aufgrund des Ausscherens des Busses ausweichen musste, habe er zunächst die doppelt durchgezogene Mittellinie überfahren und sei dann gegen den Bordstein geprallt, der den Beginn eines fahrbahnteilenden Grünstreifens markiert.

Strafverfahren eingestellt

Für Bondzio aber spielte es keine nennenswerte Rolle, ob und wo der Bus die Fahrbahn gewechselt hatte. Er bezog sich auf zwei Gutachten aus Straf- und Zivilverfahren. Ein Sachverständiger hatte festgestellt, dass der Maserati ungebremst über den Bordstein „hinweggeschossen“ sei. Der andere Gutachter stellte beim Bus mithilfe des Fahrtenschreibers eine Geschwindigkeit von 58 Kilometern pro Stunde fest - und beim Italo-Achtzylinder von 130 bis 150. Der Busfahrer hatte ausgesagt, dass es der dahinjagende BMW gerade noch geschafft habe, von der Gegenfahrbahn wieder auf die rechten Spuren zu steuern, während dies dem 20 Meter hinter ihm befindlichen 24-Jährigen misslang. Der Kläger sei also in einem Tempo über die Ausfallstraße gerast, so der Richter, wie es der Busfahrer niemals habe vorhersehen können.

Das Amtsgericht hatte das Strafverfahren gegen den Maserati-Piloten eingestellt - für Anwalt Hans Otto Joswig, der den beklagten Busunternehmer vertrat, eine schwer nachvollziehbare Entscheidung. „Doch dann brauchte die Familie wohl noch jemanden, der den Schaden bezahlt“, kommentiert der Jurist die Klage des 24-Jährigen. Damit aber sei der Raser gescheitert - zum Glück.

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