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Massive Kritik am Alkoholverbot bei der Üstra

Verstöße sollen straffrei bleiben Massive Kritik am Alkoholverbot bei der Üstra

"Überflüssig", "fauler Kompromiss", "Alkoholverbot light": Die Ankündigung der Üstra, in Bussen und Bahnen zwar ein Alkoholverbot einzuführen, Verstöße aber bei Kontrollen nicht mit Bußgeldern zu belegen, hat am Dienstag Erstaunen ausgelöst. Dass die von der Üstra erhoffte "soziale Kontrolle" ausreiche, wird von vielen bezweifelt. 

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Gilt ab 2017: Das Alkoholverbot bei der Üstra. 

Quelle: Körner

Hannover.  „Dann wird das alles nichts nutzen“, sagt Seniorenbeiratschefin Monika Stadtmüller. „Da müssen die wohl nochmal nachbessern“, sagt auch Ulrich Grunert vom Pro-Bahn-Vorstand. Und in der CDU, die das Thema mehrfach angemahnt hat, nennt Parteivize Maximilian Oppelt die konsequenzenlose Regelung ein „Alkohlverbot light“.

In einer von der Regions-CDU erzwungenen Kundenbefragung hatten sich 83 Prozent der Üstra-Kunden dafür ausgesprochen, den Konsum von Alkohol in Bussen und Stadtbahnen zu verbieten. Nicht untersagt ist das Mitfahren in alkoholisiertem Zustand, weil Autofahrer nach Alkoholgenuss ihre Autos stehen lassen und Stadtbahn fahren können. Auch das Mitführen verschlossener Flaschen bleibt erlaubt – nicht aber der Genuss von Alkohol. Insbesondere Frauen hatten bemängelt, dass sie sich von Gruppen trinkender Mitfahrer belästigt und in ihrem Sicherheitsgefühl eingeschränkt fühlten.

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Die Üstra verbietet Alkohol in Bussen und Bahnen – Verstöße bleiben aber straffrei. Bringt die Regelung so überhaupt etwas?

Die Regelung soll in der Nacht auf Neujahr eingeführt werden, die Üstra will das Verbot mit Aufklebern und Hinweisen auf Monitoren bekannt machen. Allerdings sind nach Üstra-Angaben keine Sanktionen geplant. Wenn Trinker auffällig würden oder andere belästigten, könnten sie vom Sicherheitspersonal aus der Bahn geworfen werden, hatte Üstra-Vorstandschef André Neiß am Montag gesagt – das allerdings galt bisher auch schon. Man wolle „das Verbot mit Augenmaß durchsetzen“ und „hoffe, dass die soziale Kontrolle funktioniert“.

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„Das ist doch ein fauler Kompromiss“, sagt Pro-Bahn-Vorstandsmitglied Grunert: „Ein Verbot macht nur Sinn, wenn Sanktionen greifen.“ Wenn beim ersten Erwischtwerden nur eine mündliche Ermahnung drohe, bleibe das ohne Konsequenzen – denn dass der gleiche Kontrolleur den gleichen Fahrgast ein zweites Mal erwischt und sich an ihn erinnert sei doch unwahrscheinlich. Das Alkoholverbot sei sehr zu begrüßen, die mangelnde Durchsetzung nicht.

Ähnlich argumentiert die Seniorenbeiratsvorsitzende Stadtmüller. „Wenn die Üstra ihre Kunden wirklich vor Trinkern schützen will, muss sie bei Verstößen auch Konsequenzen androhen.“ Der Üstra-Vorstand Neiß hatte gesagt, wenn es mit dem Augenmaß nicht klappe, könne man später Geldbußen einführen.

In Köln und Hamburg kostet das Erwischtwerden 40 Euro, nach vier Wochen Kulanz wurden in Hamburg im ersten Jahr etwa 8000 Sünder ertappt, nach drei Jahren waren es rund 4000.

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