Robin Witte, der Geschäftsführer des Freibades, erklärte gegenüber der HAZ, es habe massive Verstöße gegen die vertraglich vereinbarten Auflagen gegeben. „Es gab zu wenig Sicherheitspersonal und zu wenig Toiletten, die Rettungswege waren zugestellt, und es wurden Getränke in Glasflaschen verkauft, was aus Sicherheitsgründen untersagt war.“ Deshalb habe er den Nutzungsvertrag mit der Veranstaltungsagentur Festnetz nach den Vorfällen in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli sofort gekündigt. Die drei für diesem Sommer bereits geplanten Veranstaltungen wurden kurzfristig abgesagt. Die Veranstalter, die seit fünf Jahren die Partyreihe „Club am Pool“ organisieren, hatten bislang immer mitgeteilt, die Feten aus eigenen Überlegungen heraus gestrichen zu haben. „Das stimmt nicht, ursprünglich wollten die sogar weitermachen, weil sie ja Geld verdienen wollten“, erinnerte sich Robin Witte.
In der Nacht, als die 20-Jährige überfallen wurde, hielten sich nach Angaben der Organisatoren noch mehr als 1000 Gäste in dem Bad auf. Mehrere Hundert Menschen drängten sich zu diesem Zeitpunkt am Eingang, wurden aber von den Security-Mitarbeitern nicht mehr hereingelassen. Einen solchen Andrang hatte es zuvor noch nicht gegeben. „Wir haben damit nicht gerechnet, denn bislang waren an guten Abenden um die 600 Leute bei den Partys“, sagte Veranstalterin Iyabo Kaczmarek. „Alle fünf Sicherheitsleute waren mit den Eingängen beschäftigt“, kritisierte Volksbad-Geschäftsführer Witte. Es sei absolut unverständlich, warum sich die Veranstalter in dieser Situation nicht Hilfe von der Polizei geholt haben. „Die Beamten hätten die Leute bereits an der Wunstorfer Straße, also weit vor dem Eingangsbereich, abfangen müssen“, sagt Robin Witte.
Auch andere Veranstalter kritisieren die Organisation der Volksbad-Party: „Warum wird bei anderen seitens der Stadt penibel darauf geachtet, dass alle Vorschriften eingehalten werden, nur bei einigen Wenigen nicht?“, fragte Kartin Bauer von der Agentur Proevent Hannover. Seit mehr als zehn Jahren organisiert sie Konzerte und Partys mit elektronischer Tanzmusik, holt regelmäßig Szenegrößen wie den DJ Sven Väth in die Stadt. „So weit wir wissen, stand der Täter den Security-Mitarbeitern sogar in dieser Nacht gegenüber und wurde ohne Überprüfung der Personalien, laufen gelassen, weil er die Frage, ob er es gewesen sei, verneint hatte. So etwas darf einfach nicht passieren“, ergänzte Bauer.
Die 20-Jährige hatte sich gegen 2 Uhr in ein Gebüsch zurückgezogen, um auszutreten. Dort wurde sie von einem etwa 25 Jahre alten Mann überwältigt. Der Täter versuchte, der jungen Frau die Kleider vom Leib zu reißen. Als sie sich mit aller Kraft wehrte, schlug der Angreifer sie so lange, bis sie das Bewusstsein verlor. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Vergewaltigung und geht mehreren Hinweisen nach. Der Gesuchte ist etwa 1,75 Meter groß, muskulös und hat dunkle, glatte Haare.
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