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Aus der Stadt Massiver Widerstand gegen Hochbahnsteige in Hannover
Hannover Aus der Stadt Massiver Widerstand gegen Hochbahnsteige in Hannover
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20:53 18.07.2010
Von Mathias Klein
Auch für die Limmerstraße sind Hochbahnsteige geplant. Quelle: Christian Burkert (Archivbild)
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„Wir werden den Bau von Hochbahnsteigen nicht kampflos hinnehmen“, sagte der Vorsitzende der Aktion Limmerstraße, Harm Baxmann, dieser Zeitung. Wie der Widerstand konkret aussehen soll, wollte Baxmann noch nicht sagen: „Darüber muss noch beraten werden.“

Der Gastronom, der unter anderem die Bar „Fischers“ betreibt, sagte, die Meinung der Anrainer sei noch nie so einheitlich gewesen wie beim Thema Hochbahnsteige. „Hier sind alle dagegen“, sagt Baxmann. Kritik zögen insbesondere die Mitglieder der SPD-Fraktion im Bezirksrat Linden-Limmer auf sich: „Die äußern sich nicht klar bei dem Thema.“ Die Anrainer haben vor allem ein Argument gegen Hochbahnsteige: „Die Limmerstraße ist einfach zu eng für Hochbahnsteige“, heißt es bei dem Anliegerverein. Passanten könnten in den betroffenen Bereichen nicht mehr einfach von einer Seite auf die andere wechseln, Außengastronomie sei gar nicht mehr möglich.

Unterdessen geht die politische Debatte um die D-Linie munter weiter. Es gibt viele unterschiedliche Vorschläge und Positionen, der Ausgang der Debatte ist völlig offen. In der Stadt versuchen SPD und Grüne derzeit, ihre konträren Vorstellungen in Gesprächen unter einen Hut zu bringen. Während die SPD einen Tunnel für die Linie zwischen Goetheplatz und Hauptbahnhof favorisiert, will der Koalitionspartner auf der D-Linie sogenannte Niederflurbahnen fahren lassen – ohne Tunnel und ohne Hochbahnsteige. Es ist ein nahezu stufenfreies System, das es aber in Hannover bislang nicht gibt. Außer der SPD spricht sich nur noch die kleine FDP-Fraktion tapfer dafür aus, den Tunnelbau zu planen, dagegen ist die städtische CDU-Fraktion aufseiten der Grünen. CDU-Fraktionschef Jens Seidel hat sogar schon für ein D-Linie-Bündnis zwischen seiner Partei und den Grünen geworben.

Aber dazu wird es nicht kommen, zumal am Ende nicht der Rat der Stadt, sondern die Regionsversammlung die Entscheidung trifft. Dort hört man aus der Verwaltung immer wieder, dass für einen Tunnel kein Geld vorhanden ist. Die SPD-Fraktion hat sich noch nicht festgelegt, bei den Grünen ist auch die Regionsfraktion für die Niederflurbahn. Allerdings ist unklar, ob die kleine Fraktion darauf beharrt, wenn sich der Bündnispartner SPD strikt gegen die Niederflurtechnik ausspricht. Die Grünen wollen jetzt versuchen, die SPD von Niederflurbahnen auf der D-Linie zu überzeugen, berichtet deren Verkehrsexpertin Meike Schümer. Nachdem in einem Gutachten im Auftrag der Üstra hohe Mehrkosten für die Niederflurtechnik festgestellt wurden, soll sich ein weiteres Gutachten ganz speziell mit der Linie 10 und den hannoverschen Verhältnissen befassen.

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