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Lebt Karen Gauckes Tochter Clara noch?

Anwalt vermutet Lebt Karen Gauckes Tochter Clara noch?

Der Fall sorgte vor zehn Jahren für viele Schlagzeilen: Die damals 37 Jahre alte Karen Gaucke und ihre sechs Monate alte Tochter Clara verschwanden spurlos – bis heute sind sie nicht gefunden worden. Aufgrund von Indizien wurde der Ex-Freund wegen Mordes verurteilt. Nun vermutet der Anwalt Matthias Waldraff, dass Clara noch leben könnte.

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Die 2006 ermordete Karen Gaucke mit ihrer Tochter Clara auf einem alten Familienfoto. Der Anwalt Matthias Waldraff vermutet, dass Clara nicht ermordet wurde, sondern irgendwo lebt.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Der Rechtsanwalt Matthias Waldraff gilt als medienaffiner Jurist und als Spezialist für schwierige Fälle. Er vertrat unter anderem die Ärztin Mechthild Bach, den Schüler Marco W., der 247 Tage in einem türkischen Gefängnis verbrachte, und aktuell die 27-jährige Vanessa M., die im Februar Opfer eines Säureattentats wurde. Doch keine Mandantschaft hat ihn so intensiv beschäftigt, wie der Fall Gaucke – der Mord ohne Leichen.

Der Gaucke-Mörder Michael P. ist in der Nacht zu Donnerstag gestorben. Er litt seit einiger Zeit an Hodenkrebs.

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Mittwoch jährt sich der Tag des Verbrechens an der damals 37-jährigen Karen und ihrer vier Monate alten Tochter Clara zum zehnten Mal. Der wegen Doppelmordes verurteilte Vater des Kindes, Michael P., hatte bis zu seinem Tod im Jahr 2012 beharrlich geschwiegen. Der Jahrestag ist Anlass für den Strafverteidiger, zum ersten Mal seine persönliche Sicht auf den Fall öffentlich zu äußern. „Ich gehe inzwischen davon aus, dass Clara noch am Leben ist“, sagt er der HAZ. Wo sich das Mädchen seiner Ansicht nach aufhält und in wessen Obhut es sich befindet, dazu möchte Waldraff sich nicht einlassen. Seine Äußerung soll vielmehr von den Betroffenen als Signal verstanden wissen, das Heft selbst in die Hand zu nehmen. Es ist aus Sicht des Rechtsanwalts jetzt die letzte Chance gekommen, in diesem Fall noch irgendetwas zu bewegen. Waldraff denkt dabei vor allem an die 81-jährige Gabriele Gaucke, die Mutter von Karen, die in der Nähe von Freiburg lebt und bis heute nicht genau weiß, was mit ihrer Tochter und ihrer Enkelin an jenem 15. Juni 2006 genau geschehen ist. „In ihrem Fall ist es so, dass die Zeit überhaupt keine Wunden heilt, sondern dass die Tat heute noch genauso präsent ist, wie vor zehn Jahren“, sagt Waldraff.

Aus Sicht des Rechtsanwalts sprechen mehrere Umstände für die Theorie, dass Clara Gaucke vor zehn Jahren nicht Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Bereits zu Beginn der Ermittlungen waren Zweifel aufgekommen, ob das Baby zum Zeitpunkt der Tat sich überhaupt in der Wohnung der Mutter aufgehalten hatte. Bei der genauen Untersuchung des Tatorts konnte die Kripo ausschließlich Spuren von Karen Gaucke sicherstellen, die auf ein Kapitaldelikt hindeuteten – ähnliche Spuren von Clara fanden sie hingegen nicht. Michael P., der verurteilte Vater des Kindes, soll sich in der Haft engen Vertrauten gegenüber offenbart haben, dass Clara am Tattag nicht in der Wohnung gewesen sei. Waldraff ist davon überzeugt, dass darüber hinaus noch weitere Indizien für seine Theorie sprechen: Aus der Wohnung von Karen Gaucke fehlten der Maxi-Cosi, eine Wickeltasche und ein spezieller Ernährungsplan für das Baby. Das könnte darauf hindeuten, dass Clara vor dem Mord an ihrer Mutter an einen bis heute unbekannten Ort gebracht worden ist.

Die Rechtsanwältin des ehemaligen Tui-Managers, Hela Rischmüller-Pörtner, hatte im Verfahren auf die Schweigetaktik ihres Mandanten gesetzt, in dem Glauben, ohne die Leiche käme eine Verurteilung nicht zustande. Nach der Verurteilung hoffte er möglicherweise auf die Revision und die Beschwerde beim Verfassungsgericht – und schwieg weiter. Im Jahr 2012 erlag Michael P. einem Krebsleiden. Seine Anwältin starb im Mai diesen Jahres.

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