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Aus der Stadt Hier dreht sich die Medienwelt
Hannover Aus der Stadt Hier dreht sich die Medienwelt
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15:25 12.01.2015
Von Conrad von Meding
Feiern die Eröffnung des RND-Newsroom (v.l.): Klaus Meine, Sylvia Madsack, Thomas Düffert und Bettina Wulff. Quelle: Dröse
Hannover

Wenn das keine runde Sache ist: Im Kirchroder Pressehaus, eine Etage über der HAZ-Redaktion, hat die Mediengruppe Madsack am Dienstag Deutschlands modernsten Newsroom eröffnet. Im achten Stockwerk recherchiert, sortiert und schreibt hier nun das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) überregionale Nachrichten, aus denen sich zahlreiche Tageszeitungen bedienen: außer der HAZ derzeit insbesondere die „Leipziger Volkszeitung und die „Märkische Allgemeine“ in Potsdam – viele weitere werden folgen. Fast 200 Gäste aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Sport feierten am Dienstag diesen Schritt des hannoverschen Traditionsunternehmens das mittlerweile über Zeitungstitel in sechs Bundesländern verfügt.

Die Verlagsgruppe Madsack hat den Newsroom vom RND eröffnet.

Die Gäste zeigten sich beeindruckt, als sie den ganz in Blautönen gestylten RND-Newsroom betraten, dessen Arbeitsplätze sich im großen Rund um Monitore gruppieren. „Spacig“, fasste Kultusminsterin Frauke Heiligenstadt das „Raumschiffdesign“ in einem Wort zusammen. Und Gesellschafterin Sylvia Madsack sagte spontan: „Ich kann mir gut vorstellen, dass man hier Qualitätsjournalismus machen kann.“

Thomas Düffert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Madsack Mediengruppe, umriss in seiner Eröffnungsrede den Anspruch, den die Mediengruppe mit dem RND verknüpft. „Ohne Qualitätsjournalismus sind Zeitungen tatsächlich nichts anderes als bedrucktes Papier“, sagte Düffert. Ohne guten Journalismus werde Madsack „seine Seele verlieren“, sei das, „was auf unzähligen digitalen Kanälen verbreitet werde, am Ende des Tages oftmals auch nur belangloses Geschwätz“. Um aber auch in Zeiten des Medienwandels Qualität garantieren zu können, konzentriere der Verlag seine Stärken aufs Regionale und bündele die Arbeit im Überregionalen. „Mit dem RND, dessen Newsroom nun seine Arbeit aufnimmt, sind wir der Antwort schon ein gutes Stückchen näher gekommen“, versprach Düffert.

Glückwünsche zur Eröffnung des RND-Newsrooms

„Die Madsack Mediengruppe lebt vom Qualitätsjournalismus“, betonte Madsack-Chef Düffert in seinem Grußwort. Das RND ist für ihn der Weg, zwei Dinge zu vereinen, die sonst oft als Gegensatz gelten: unternehmerisches Denken und ein hohes journalistisches Niveau. Es sollten sich nur die konzernweit jeweils kompetentesten Journalisten mit einem Thema befassen, sagte Düffert. „Das senkt nicht nur die Kosten, sondern noch viel wichtiger: Das steigert auch die Qualität.“ Die Zeitungsredaktionen könnten sich dann auf das konzentrieren, was vor Ort wichtig ist: „lokale und regionale Berichterstattung mit maximalem Qualitätsanspruch“.

Mit einer furiosen Schau auf der 4,90 mal 2,10 Meter großen Videowand präsentierte das RND Glückwünsche zum neuen Newsroom etwa von Schauspieler Heiner Lauterbach („einen wunderbaren Start“), von der amtierenden Miss Niedersachsen Isabel Krämer, von den Prinzen aus Leipzig oder Bettina Wulff, die auch persönlich zu Fest gekommen war. Die Ministerpräsidenten aller sechs Bundesländer mit Madsack-Tageszeitungen überbrachten virtuelle Grüße, ebenso wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier und zahlreiche Wirtschaftsgrößen. Alle RND-Standorte waren zudem zu einer Videokonferenz zusammengeschaltet – so konnten die Besucher beobachten, wie täglich trotz Hunderter Kilometer Entfernung von Angesicht zu Angesicht über die Zeitungsinhalte des nächsten Tages gerungen wird.

„Spiegel“-Chefredakteur Wolfgang Büchner fand das Design des neuen Newsrooms „absolut gelungen – vor allem wenn man weiß, wie es hier vorher aussah“. Er hatte 1989 ein Praktikum bei der HAZ absolviert. Die RND-Chefs Uwe Dulias und Matthias Koch zeigten den Gästen, wie die Seiten täglich neu entstehen und die Inhalte mit den Redaktionen abgestimmt werden. Oberbürgermeister Stefan Schostok machte anschließend aus seiner Freude keinen Hehl. „Ein großer Gewinn für den Medienstandort Hannover.

Über das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)

Im Sommer 2013 haben sich die Chefredakteure der HAZ und der anderen großen Madsack-Zeitungen zusammengesetzt und darüber gesprochen, wie die überregionalen Nachrichten ihrer Zeitungen gemeinsam und besser organisiert werden können. Das daraufhin gegründete Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erstellt überregionale Inhalte sowohl für regionale Tageszeitungen als auch für deren Nachrichtenportale im Internet. Redaktionssitz ist das MADSACK-Stammhaus in Hannover. Thematisch ist das RND breit aufgestellt: Die 45 Journalisten verfassen Inhalte für die Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder Welt im Spiegel. Zum redaktionellen Portfolio gehören ebenfalls Reportagen, Ratgeberseiten sowie Beiträge für Wochenendjournale. Das RND verfügt über ein eigenes Korrespondentenbüro in Berlin, das über Themen aus der Hauptstadt berichtet, sowie über ein weltweites Korrespondentennetzwerk.

Die Redaktion recherchiert, schreibt und produziert die entsprechenden Seiten in unterschiedlichen Formaten. Die Erfahrungen des RND-Teams zeigen, dass eine zentrale Produktion dabei helfen kann, mehr Freiräume für regionale Inhalte in einer Tageszeitung zu erschaffen. Die redaktionelle Hoheit für die belieferten Zeitungen liegt weiterhin bei den jeweiligen Chefredaktionen. Durch die Zulieferung von „offenen Seiten“ ist gewährleistet, dass die charakteristische Stimme und Farbe jeder regionalen Tageszeitung erhalten bleibt.

Das RND zählt zu den größten redaktionellen Netzwerken Deutschlands und beliefert derzeit 35 Tageszeitungen in der Republik mit einer täglichen Gesamtauflage von mehr als 1,3 Millionen Exemplaren und einer Reichweite von 3,5 Millionen Lesern am Tag.

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