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Aus der Stadt Medizinische Hochschule erhält rund eine Milliarde Euro
Hannover Aus der Stadt Medizinische Hochschule erhält rund eine Milliarde Euro
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Quelle: HAZ-Archiv
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Hannover

Mit einem Kraftakt will Niedersachsen zwei Vorzeigekliniken des Landes sanieren. Insgesamt 2,1 Milliarden Euro sollen in den nächsten Jahren in die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) investiert werden – nach heutigen Schätzungen. Dafür bildet die rot-grüne Landesregierung ein „Sondervermögen“, das sich zunächst aus Überschüssen des Vorjahres speist, wie Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) erläuterte.

In einem ersten Schub sollen den Kliniken 600 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Mit weiteren 150 Millionen Euro sollen dringend nötige Reparaturen an anderen Universitäten des Landes durchgeführt werden. So sieht es der Kabinettsbeschluss vor.

Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) und Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprachen von einem „historischen“ beziehungsweise „großen“ Schritt. Die 2,1 Milliarden Euro für MHH und UMG seien „keine gegriffene Zahl“, sondern gingen aus Berechnungen der Kliniken hervor, sagte die Wissenschaftsministerin.     

Jahrzehntelanger Sanierungsstau

Schneider wie auch Heinen-Kljajic betonten, dass bei der Planung des überaus komplizierten Sanierungsvorhabens Fehler der Vergangenheit vermeiden werden sollten. So steht derzeit an der MHH ein für 30 Millionen Euro gebautes Laborgebäude leer – Fehlplanungen bei der Stromversorgung sind der Grund.

Zuerst sollen die MHH sowie das Baumanagement und Experten für Klinikbauten Pläne aufstellen, um den Flächenbedarf zu ermitteln. Dies soll noch bis Jahresende geschehen. Danach soll beantwortet werden, welche Haustechnik benötigt wird, außerdem müssten Fragen der Verfahrensabläufe und Bauaufsicht geklärt werden. Wann die gesamte Sanierung abgeschlossen ist, wusste niemand zu sagen. Die Arbeiten dürften sich über mehr als ein Jahrzehnt hinziehen.

Moderner Standard

Der Landesrechnungshof hatte zu einem weitgehenden Neubau der MHH geraten, weil eine umfassende Sanierung in der Regel teurer sei. „Das war ein Diskussionsbeitrag, mehr nicht“, sagte Finanzminister Schneider dazu. Das Land plant, einen Teil der Gebäude neu zu bauen, einen anderen Teil zu sanieren.

Mit der Sanierung sollen vor allem der Brandschutz und die Wärmedämmung auf modernen Standard gebracht werden, zudem ist der Zuschnitt der Zimmer und Räume oft auf dem Stand der Sechzigerjahre. Für die MHH ist an einen Neubau eines Zentralklinikums mit Notaufnahme, Bettenhaus und OP-Bereich gedacht. 80 Millionen Euro für den Bau einer neuen Kinderklinik hat das Land bereits zugesagt.

Der Kabinettsbeschluss sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft der MHH, sagte Kliniksprecher Stefan Zorn. „Damit wird in Hannover eine der modernsten Kliniken Deutschlands entstehen können.“     

mak/mbb

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