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Aus der Stadt Nostalgie mit Mr. President und East 17
Hannover Aus der Stadt Nostalgie mit Mr. President und East 17
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00:25 14.12.2015
Älter, aber immer noch gut: Die britische Boygroup East 17 kramte für die Neunziger-Revival-Party die alten Hits hervor. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Älter sind sie geworden, vor und auf der Bühne. Die Jungs von East 17 tragen jetzt statt Lederjacke graue Bartstoppeln und Bäuchlein, Sannie Charlotte Carlson - besser bekannt als Whigfield - hat deutliche Lachfältchen bekommen. Dennoch hat die "Mega 90er Party" in der Tui-Arena, bei der fünf Musikgrößen der Neunziger die gute alte Zeit wieder aufleben lassen wollen, nichts Peinliches an sich. Denn auf der Bühne stehen keine Ex-Stars, die verzweifelt noch ein bisschen Kapital aus ihrem verblassten Ruhm schlagen wollen, auch wenn die wenigsten an ihren Erfolg von früher anknüpfen konnten. Sie wollen Spaß haben und Spaß machen - und das gelingt ihnen am Freitagabend.

4500 Fans sind in die Tui-Arena gekommen, um nochmal ungeniert zur Musik ihrer Jugend zu feiern. Die Sehnsucht nach Eurodance und Technobeats scheint allgemein groß zu sein. Schon seit einiger Zeit sind Hannovers Discos gerammelt voll, wenn der DJ die alten Platten von 2 Unlimited, Snap! und Co. rauskramt.

Jetzt also mal mit Live-Gesang. East 17 geben den Anheizer, ihre Hits "It's Alright" und "Stay Another Day" sorgen für vereinzelte Jubelrufe. Richtig Bewegung kommt in die Menge, als Delroy Rennalls alias Layzee und seine Band Mr. President im grünen Laserlicht auf die Bühne kommen. "Coco Jamboo", "Up n' away", "I Give You My Heart" - Pflichtprogramm, klar. Zur Freude der Fans stimmt Rennalls auch den ein oder anderen Hit aus den Neunzigern an. Zu "I Like to Move it", im Original von Reel to Real, hopst er unter lautem Gejohle über die Bühne - und unten tanzt die Menge ausgelassen mit. 

Mittendrin drehen sich Tobias Kleine und Steve Constabel in knallengen, bunt gemusterten Gymnastikanzügen. "Wenn schon Neunziger, dann muss auch das Outfit passen", sagt Constabel grinsend. Der 31-Jährige freut sich vor allem auf 2 Unlimited. "Die Band erinnert mich an gute Partys und lange Nächte."

In den Pausen gibt's "Weißt du noch..."-Momente auf den Bühnenbildschirmen. Lautes Gelächter und wissendes Nicken, als Bildchen von Walkman, Furbys, Will Smith als Twen und den Trollen mit der bunten Sturmfrisur aufploppen. "Das macht einfach total nostalgisch", sagt Lena Meyer schwärmerisch. Sie ist zwar als Jahrgang 1991 an diesem Abend altersmäßig in der Minderheit, doch sie fühlt sich hier nicht fehl am Platz: "Snap! und so - das war meine Kindheit!"

Interview mit Delroy Rennalls von Mr.President

Herr Rennalls, vermissen Sie die Neunziger? 

Manchmal.  Es gab eine Zeit,  da habe ich meine Kumpels sehr vermisst. Die Jungs von East 17, Caught in the Act, Boyzone und so. Mit denen war ich früher eng befreundet. Weil die meisten von denen wie ich Briten sind, hockten wir auf Tourneen immer zusammen und haben Whisky getrunken bis spät in die Nacht. Vor allem Boyzone war ziemlich trinkfest. Irgendwann war das vorbei, den plötzlich waren die Boybands alle weg. 

 

Wer war denn Ihre Lieblingsband?

Definitiv Snap! Von denen habe ich als DJ alles aufgelegt,  was ich in die Finger bekam. Ich bin immer noch ein echter Fan. Aber das habe ich Penny (Penny Ford, Leadsängerin von Snap!, Anm. d.Red.) nie erzählt. 

 

Warum nicht? 

Sie sagt, sie mag "Coco Jamboo" nicht. Aber ich habe sie schon dazu tanzen sehen.  

 

Haben sie noch Kontakt zu anderen Musikern aus den Neunzigern? 

Ja, mit einigen.  Manchmal treffen wir uns auch und dann ist das ein bisschen wie ein Familientreffen. 

 

Mit den alten Kollegen von Mr. President geht es ja jetzt wieder auf die Bühne. Dort sind Sie 1994 für George Jones nach gerückt...

Ja, das war ganz witzig, denn ich wusste erst gar nicht, auf was ich mich da eingelassen hatte. Die Leute von Mr. President kannten mich als DJ und von der Band Fresh and Fly,  die ich damals mit Mousse T. und meinem Bruder hatte. Die luden mich also ein, ich stimmte zu, für die zu singen - und fragte dann erst, um was es eigentlich ging. Als die "Mr. President" sagten, guckte ich erst mal ziemlich sparsam. Aber ich meinte, "ist okay,  solange wir nicht in Hannover auftreten". Das wäre mir als DJ peinlich gewesen, weil Eurodance gar nicht meine Richtung war. Aber später fand ich es total cool. 

 

Sie sind jetzt Musikproduzent und Songschreiber, haben Ihr Studio in der Südstadt und mit mehreren Künstlern wie Beatrix Delano von Masterboy  Musik aufgenommen.  An was arbeiten Sie gerade?

Zurzeit sitze ich mit der ukrainischen Sängerin Erika an einem Album. In ihrer Heimat ist sie ein Star, sang bisher aber nur ukrainisch. Jetzt wollen wir es mit englischsprachigem Dancepop versuchen.  

 

Von Isabel Christian und Linda Tonn

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