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Linke fordert Hilfen

Mehr Anzeigen wegen Schwänzens

Von Bärbel Hilbig

Die Zahl der hartnäckigen Schulverweigerer scheint zuzunehmen. Zumindest deuten die Daten des Ordnungsamts darauf hin. Im Jahr 2010 gingen 1525 Anzeigen gegen Schulschwänzer oder ihre Eltern bei der Stadt ein. 2006 lag die Zahl der Anzeigen noch knapp unter 1300.
Foto: Anscheinend gehen immer weniger Kinder und Jugendliche gerne zur Schule.

Zur Risikogruppe gehören besonders Hauptschüler in höheren Jahrgängen und Berufsschüler im Berufsvorbereitungsjahr.

© dpa

Hannover. Vor einer Anzeige rufen Lehrer oder Schulmitarbeiter mehrmals bei den Eltern an und weisen auch per Brief auf das wiederholte Fehlen des Kindes im Unterricht hin.

Die Linke nimmt die Zahlen nun zum Anlass, von der Stadt mehr Einsatz bei dem Thema zu fordern. „Die Dunkelziffer liegt höher, weil manche Lehrer froh sind, wenn diese Schüler nicht mehr da sind“, sagt Oliver Förste, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat. Besonders Hauptschüler in höheren Jahrgängen und Berufsschüler im Berufsvorbereitungsjahr zählten zu einer Risikogruppe. Die Fraktion schlägt deshalb vor, in Jugendeinrichtungen Kontaktstellen für Schulverweigerer einzurichten und das EU-geförderte Programm „Schulverweigerung – Die zweite Chance“, das im Umland läuft, auch für Hannover zu beantragen. Dort werden schulmüde Jugendliche mit Problemen intensiv beraten und wieder zum Lernen motiviert. Bisher gebe es in Hannover nur eine ähnliche Einrichtung, die „Glashütte“ der Arbeiterwohlfahrt.

Die Stadt weist die Kritik der Linken zurück. Es gebe ein ganzes Bündel an Maßnahmen und im abgelaufenen Schuljahr auch ein sehr erfolgreiches Pilotprojekt, das bereits sehr früh ansetze, um Schulverweigerung zu vermeiden, erklärt Stadtsprecher Andreas Möser. An der Karl-Jatho-Schule und der Integrierten Gesamtschule Vahrenheide-Sahlkamp haben Sozialarbeiter und Lehrer versucht, bei Anzeichen von Schulmüdigkeit schnell zu reagieren. Mitarbeiter der AWO kümmerten sich in dem Schuljahr um rund 50 Jugendliche, die zum Teil in Praktika oder Therapien vermittelt wurden. Die meisten gehen weiter zur Schule. Das Projekt soll ausgeweitet werden.

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