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Mehr Sicherheit für Ganztagskräfte an Schulen in Hannover

Arbeitsverträge Mehr Sicherheit für Ganztagskräfte an Schulen in Hannover

Die Stadt Hannover muss zwei Mitarbeiterinnen an Ganztagsschulen nun fest anstellen. Vor dem Arbeitsgericht haben sie eine Festanstellung eingeklagt. Die Stadt hat nun das gleiche Problem wie das Land Niedersachsen.

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Auch in der Grundschule In der Steinbreite arbeiten freie Mitarbeiter.

Quelle: Marcel Schwarzenberger

Hannover. Als Elvira Leder vor sieben Jahren zum ersten Mal stundenweise an einer Grundschule arbeiten wollte, riet ihr die Beraterin bei der Arbeitsagentur dringend ab. „Sie hielt es für eine Sackgasse“, erinnert sich Leder. Doch die Diplom-Kulturpädagogin hoffte damals, einen Fuß in die Tür zu bekommen, so wie etliche Akademiker, die aus dem einen oder anderen Grund in der Arbeitslosigkeit gelandet waren.

Die Dame vom Amt hatte in gewisser Weise recht. Elvira Leder jongliert bis heute mit verschiedenen kleinen Tätigkeiten mit jeweils sehr geringer Stundenzahl und bezieht zusätzlich Geld vom Jobcenter. Als Selbstständige leitet sie in der Grundschule In der Steinbreite eine Arbeitsgemeinschaft und gibt Hausaufgabenhilfe. Damit kommt sie auf sechs Stunden pro Woche. Mit zwei Kolleginnen in ähnlicher Lage ist Leder jetzt vor das Arbeitsgericht Hannover gezogen. Alle drei hofften auf einen festen Arbeitsvertrag inklusive Sozialversicherung mit dem Land.

Doch Richterin Birgitta Stindt sieht in diesem Fall die Stadt Hannover in der Pflicht. Die Grundschule, in der die drei Klägerinnen arbeiten, verfolgt das städtische Modell „Schule im Stadtteil“. Es gibt Mittagessen und Nachmittagsangebote für die Kinder, ganz ähnlich wie in einer offenen, nicht teilnahmeverpflichtenden Ganztagsschule des Landes. „Die Stadt zahlt Angebote an Schulen, die noch keine Ganztagsschulen sind. Im Grunde fördert sie etwas, das Landesaufgabe ist“, sagt Elvira Leders Anwalt Karl Otte. Die Verträge der Honorarkräfte tragen das Logo der Schule, einer Landeseinrichtung. „Die Hausaufgabenhilfe ist pädagogisch mit der Schule verzahnt“, argumentiert Otte.

Justiziarin der Stadt versucht Aufgabe der Betreuer herunterzureden

Für Richterin Birgitta Stindt zählt jedoch, dass die Stadt zahlt. „Das Modell ist keine Ganztagsschule im eigentlichen Sinne. Es handelt sich um eine rein freiwillige Betreuung.“ Die Stadt soll nun zwei der Klägerinnen feste Arbeitsverträge mit geringer Stundenzahl anbieten, weil sie länger als zwei Jahre in der Grundschule tätig sind. Für Elvira Leder ändert sich allerdings nichts. Mit Beginn des dritten Arbeitsjahres trat ein Verein als Träger für die Honorarkräfte auf. Die beiden Mitklägerinnen verweigerten die Vertragsunterzeichnung und bekamen bisher kein Geld für ihre Arbeit. Elvira Leder unterschrieb und ärgert sich heute. „Aber ich lebe davon.“

Die Stadt hat sich nun ein ähnliches Problem wie das Land eingehandelt. Beide propagieren die Ganztagsschule, die Eltern die Berufstätigkeit und Kindern besseres Lernen ermöglichen soll. Die Budgets sind jedoch so gering angesetzt, dass bisher überwiegend freie Mitarbeiter angeheuert wurden. Der ehemalige Leiter der Grundschule, Uwe Horstmann, sieht die Bemühungen der Stadt durchaus positiv. „Aber Verträge und Finanzausstattung hätten sorgfältiger überlegt werden müssen.“ Elvira Leder wird wohl weiter klagen. Und sie ärgert sich, dass eine Justiziarin der Stadt im Prozess ihre Hausaufgabenhilfe als reine Aufsicht herunterzureden versuchte. „Die Kinder brauchen wirklich Hilfe. Und das ist nicht einfach.“

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