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Am Kronsberg sind nun 3800 Wohnungen geplant

Hannover Am Kronsberg sind nun 3800 Wohnungen geplant

Angesichts des Wohnraummangels hat die Stadt ihre Pläne für die Bebauung des Kronsbergs noch einmal aufgestockt: Inzwischen ist von 3800 statt 3000 Wohnungen die Rede. Von den Nachbarn gab es am Mittwochabend überwiegend großes Lob für die weiterentwickelten Pläne.

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Das neue Wohngebiet soll viel Grünfläche haben: Planer Markus Neppel vom Kölner Büro Astoc stellt Konzepte vor.

Quelle: Conrad von Meding

Hannover. Als Verkehrsplaner Wolfgang Haller bei der Bürgerbeteiligung Szenarien auch für eine Bebauung mit bis zu 4500 Wohnungen und 10.000 Neubürgern vorstellte, stand ein Bemeroder Bürger auf und sagte, dass ihm diese neuen Zahlen dann doch "sehr negativ" auffielen. Er habe Sorge, dass das Gebiet zu dicht bebaut werde. Baudezernent Uwe Bodemann stellte daraufhin klar, dass es dabei nur um Verkehrsvarianten gehe: "Wir rechnen derzeit mit rund 3800 Wohneinheiten. Wie viele Menschen dort später wohnen, hängt auch von der Größe der Wohnungen ab." Allerdings hatte die Verwaltung noch im März mit rund 3000 Wohnungen auf dem 500.000 Quadratmeter großen Gebiet südlich der derzeitigen Kronsberg-Bebauung gerechnet.

Wie viele Neubürger es am Ende auch sein werden: Für die Pläne, die Bodemann zusammen mit Planern aus den Büros Astoc, West8 und SHP vorstellte, gab es beim zweiten von drei Bürgerterminen ganz überwiegend großes Lob. Die Planer haben aus drei Varianten zwei gemacht, und wer den Referenten genau zuhörte, konnte ahnen, welche Variante derzeit der Favorit ist. Das Modell "Landschaftspark", bei dem sich der Grünraum des Kronsbergs organisch ins Neubaugebiet ausbreitet und so drei etwa gleichgroße Quartiere entstehen lässt, scheint die besten Chancen zu haben. Auch im Publikum kam der von viel Grün dominierte Entwurf gut an. "Ich bin hergekommen mit der Sorge, dass Sie schnell und schmutzig viel Wohnraum bauen wollen", platzte es aus einem Anwohner heraus: "Jetzt sehe ich, dass Sie tollen Lebensraum planen - und will Sie bestärken in Ihrem Konzept."

Bis zum Sommer will die Stadt einen Vorabplan mit Bürgern, Wohnungsbranche, Gewerbetreibenden und Politik so weit vordiskutiert haben, dass sie die Planungen konkretisieren kann. Einige Punkte haben sich bereits geklärt:

Sportanlagen: Die Idee, am Kattenbrookspark eine neue Sportanlage für einen zweiten Sportverein zu bauen, ist wohl vom Tisch. Man wolle keine Konkurrenz für den TSV Bemerode schaffen, sagte Christian Schäfer von der Sportverwaltung. Man wolle aber möglichst schnell Erweiterungsmöglichkeiten für den TSV schaffen und hoffe, dass nach dem geplanten Abriss der Blauen Schule zusätzliche Flächen frei würden.

Schule: Geplant ist außer vier Kitas eine Grundschule. Sie solle voraussichtlich dreizügig sein undmöglichst in der Mitte des Wohngebiets liegen, sagte Kerstin Hesse von der Schulverwaltung. Auch für das Wohngebiet Kronsberg-Nord ist ein Grundschulneubau geplant, der drei- bis vierzügig werden soll.

Energiekonzept: Elisabeth Czorny von der Klimaschutzleitstelle sagte, dass der zur Jahrtausendwende konzipierte Energiestandard für die Kronsberg-Bebauung "auch heute noch besser als die gesetzlichen Energievorgaben" sei. Dahinter werde man nicht zurückfallen. Das gab kontroverse Antworten aus dem Publikum. Einer sagte, die hohenm Energiestandards verteuerten Wohnraum, was wenig sozial sei. Ein anderer forderte größere Anstrengungen beim Klimaschutz - dazu verpflichte die Kronsberg-Tradition.

Handel: Zwar soll es an kleinen Quartiersplätzen im Neubaugebiet Möglichkeiten zur Ansiedlungen von Cafés und kleinen Geschäften geben, doch ist insbesondere an der Stadtbahnhaltestelle Expo-Ost eine Ansammlung von Handelsflächen geplant. Baudezernent Bodemann sagte, dass man so nicht nur die Nachfrage aus dem Neubaugebiet befriedigen wolle, sondern auch "die Entbehrungen der Anleiger der Expo-Plaza", namentlich der vielen Studenten dort.

Durchmischung: Markus Neppel vom Kölner Planungsbüro Astoc berichtete mit Baurat Bodemann, dass die Planer voraussichtlich vom bisherigen Quartierskonzept des Kronsbergs Abstand nehmen. Geschosswohnungen und Familienhäuser sollten nicht mehr in getrennten Quartieren errichtet werden, sondern in Wohnblocks gemischt. So teilen sich dreigeschossige "Townhouses" für Familien küntig einen Hof mit viergeschossigen Mehrfamilienhäusern. So solle mehr Durchmischung der Lebensstile geschaffen werden.

Aus dem Publikum gab es Hinweise, die Parkplätze sinnvoller zu planen als im Nord-Kronsberg, für bessere Handels- und Platzkonzepte zu sorgen und auf die Windanfälligkeit des Baugebiets am Hang zu achten. Beim nächsten Termin können die Planer zeigen, was sie davon mitgenommen haben: Am Dienstag, 14. Juni, steigt der letzte Termin zur Bürgerbeteiligung erneut um 18 Uhr im Stadtteilzentrum Krokus, Am Thie 6.

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