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Mehr als 200 Kurden gedenken Halim Dener

Demonstration am Steintor Mehr als 200 Kurden gedenken Halim Dener

Mehr als 200 Kurden haben am Donnerstagabend demonstriert, um an den Tod von Halim Dener zu erinnern. Der 16-Jährige war am 30. Juni 1994 am Steintor von einem Polizisten erschossen wurden. Doch auch die aktuelle Politik der Türkei stand auf dem Kundgebungsprogramm. 

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Mehr als 200 Demonstrierende haben am Donnerstag Halim Dener gedacht. 

Quelle: Thomas

Hannover. Mehr als 200 Personen haben am Donnerstagabend am Steintor friedlich Halim Dener gedacht, der vor 22 Jahren in Hannover bei einer Polizeikontrolle ums Leben kam. Um kurz nach 18 Uhr begannen die Teilnehmer der von einem großen Polizeiaufgebot begleiteten Veranstaltung ihre Demonstration mit einer Schweigeminute für den 16-Jahre Kurden. Er hatte nach seiner Flucht unter dem falschen Namen Ayhan Eser
in Hannover gelebt.

Am Steintor demonstrieren am Abend 200 Menschen, es ist der 22. Todestag von Halim Dener. Der junge Kurde wurde 1994 in der Nacht vom 30. Juni von Polizisten erschossen.

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Am 30. Juni wurde er von Polizisten dabei erwischt, wie er an der Goseriede Plakate der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK klebte. Bei der anschließenden Kontrolle löste sich ein Schuss aus der Pistole eines der Polizisten, durch den Dener tödlich verletzt wurde. Die Kurden sind jedoch der Meinung, dass Dener von den Beamten ermordet wurde. „Was wäre, wenn Halim Dener einen Polizisten ermordet hätte“, stand gestern auf einem Banner zu lesen. 

Ein Polizist hatte am 30. Juni 1994 den 16 Jahre alten Halim Dener beim Plakatieren am Steintor erschossen. Ein Rückblick auf den Fall, der ganz Deutschland bewegete.

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Die Demonstranten nutzten die Kundgebung zum 22. Todestag von Halim Dener aber auch, um die Bundesregierung für ihre Haltung gegenüber der Türkei zu kritisieren. Dafür, dass die Türkei Flüchtlinge, die auf illegalem Wege in die EU gelangten, zurücknimmt, dulde die Bundesregierung, dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und seine Regierungspartei AKP demokratische Rechte wie Presse- und Meinungsfreiheit missachte.  

Den Behörden in Deutschland werfen die Organisatoren vor, jegliche Personen, die Sympathien für die kurdische Bewegung hegen, zu kriminalisieren. Im Februar hatte die Polizei beispielsweise die Räume des Unabhängigen Jugendzentrums (UJZ) Kornstraße durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg wirft vier Mitarbeitern des Trägervereins vor, die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK zu unterstützen. Bei der Razzia wurden neben Plakaten und Aufklebern auf vier Computer beschlagnahmt. „Bisher sind aber noch immer nicht alle Daten ausgewertet“, sagt die Lüneburger Oberstaatsanwältin Angelika Klee.  

Gedenktafel für Halim Dener?

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Schon seit Jahren gibt es eine Diskussion darüber, ob dem jungen Kurden, der 1994 bei einer Polizeikontrolle tödlich verletzt wurde, ein Mahnmal gewidmet wird. Auch am Donnerstag forderten die Demonstranten dies. Da sich die Stadt weigert, eine solche Gedenkstätte errichten zu lassen, aus Angst, dadurch die öffentliche Ordnung in Hannover zu gefährden, hatten Unbekannte im März einfach eigenmächtig eine Art Gedenktafel installiert. Beim kurdischen Neujahrsfest im März dieses Jahres nutzten die Teilnehmer eine Zwischenkundgebung am Steintor, um dort unbemerkt von der Polizei eine Gehwegplatte vor der Einmündung der Reitwallstraße zu entfernen. Dort verlegten sie dann einen Stein in der Satz „Halim Dener, am 30. Juni 1994 von der Polizei ermordet“ eingraviert ist. Keine Woche später ließ die Stadt den Gedenkstein jedoch wieder entfernen.     

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