Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Mehr als 3000 Hannoveraner verlassen 2017 die Kirchen
Hannover Aus der Stadt Mehr als 3000 Hannoveraner verlassen 2017 die Kirchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 29.12.2017
Die Kotholische Kirche in Hannover, hier die Basilika St. Clemens, profitiert vom Zuzug aus Süd- und Westdeutschland.  Quelle: Samantha Franson
Anzeige
Hannover

Bei den Gottesdiensten Heiligabend waren die Kirchen in Hannover wieder voll. Allerdings können die beiden großen Glaubensgemeinschaften nicht vom großen Andrang zu Weihnachten profitieren. Im Gegenteil. Die schon seit Langem anhaltende Austrittswelle lässt sich nicht stoppen. Im gerade ablaufenden Jahr werden etwas mehr als 3000 Hannoveraner aus den beiden großen christlichen Kirchen austreten, berichtet Stadtsprecher Udo Möller. Mehr als 2300 von ihnen haben die evangelische Kirche verlassen, knapp 700 die katholische Kirche. 

Immerhin konnte zumindest die evangelische Kirche den Abwärtstrend erneut leicht verbessern. Im Jahr 2016 waren 3211 Hannoveraner aus den beiden Glaubensgemeinschaften ausgetreten. Davon hatten 2536 die evangelisch-lutherische Kirche verlassen, 675 die katholische Kirche. Rekordjahr bei den Kirchenaustritten war 2014: Damals hatten fast 4000 Hannoveraner ihren Austritt aus den beiden Kirchen erklärt. 

Die katholische Kirche profitiert auch im Jahr 2017 von vielen Zuzügen von Menschen aus dem Süden und dem Südwesten Deutschlands nach Hannover, die der katholischen Kirche angehören, berichtet Probst Martin Tenge. Das gleiche sich mit den Austritten ungefähr aus, erläutert er.

In die evangelische Kirche sind in diesem Jahr 440 Frauen und Männer wieder eingetreten, berichtet Birgit Klein die das Kirchenbuch in der Stadtkirchenkanzlei führt. Das sind etwas mehr als im Vorjahr, als es 410 Wiedereintritte gab. Pastor Stephan Lackner führt den Anstieg auf das Reformationsjahr zurück. „Die Kirche stand 2017 viel stärker in der öffentlichen Diskussion“, erläutert er. 

„Das Reformationsjahr hat gezeigt, dass es weiterhin eine hohe Definition mit dem Christentum gibt“, sagt Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. „Wir sind immer noch eine deutlich sichtbare Gruppe von Menschen.“ Auch wenn sich viele Menschen von der Institution verabschiedeten bleibe die „Sehnsucht nach einer Friedensbotschaft und Liebesbotschaft“, betont er. Das zeigten die nach wie vor vielen Besucher in den Weihnachtsgottesdiensten. 

Ähnlich äußert sich auch Tenge. „Jeder Mensch trägt in sich die religiöse Frage“, sagt er. Und die tauche an Weihnachten immer wieder auf. Für viele Menschen habe der Besuch des Weihnachtsgottesdienst jedoch inzwischen mehr mit Kultur als mit Religion zu tun, meint der Stadtdechant der katholischen Kirche. 

Die Kirchen müssten versuchen sich so zu präsentieren, dass sie von den Menschen als relevant für ihr Leben empfunden würden. 

Von Mathias Klein

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

An Weihnachten steht das öffentliche Leben in Hannover nicht still: Ob klassische Weihnachtsmusik, Bühnenaufführungen oder Bagaluten-Wiehnacht mit Torfrock und ausgelassene Partys – hier ist ein Überblick über alle Veranstaltungen am zweiten Weihnachtstag.

26.12.2017

An und zwischen den Feiertagen haben viele Dienstellen und öffentliche Einrichtungen geänderte Öffnungszeiten. Ein Überblick wer wann öffnet und schließt für alle Stadtteile. 

26.12.2017

Die meisten Gäste bei der Singleparty im Brauhaus Ernst August suchen Weihnachten nicht den Mann oder die Frau fürs Leben, sondern wollen einfach ungezwungen feiern, Spaß haben  und tanzen.

29.12.2017
Anzeige