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Mehr als 3000 Hannoveraner verlassen 2017 die Kirchen

Standesamt legt Zahlen vor Mehr als 3000 Hannoveraner verlassen 2017 die Kirchen

Die Zahl der Kirchenaustritte bleibt hoch. Allerdings kann die katholische Kirche die Zahl ihrer Mitglieder nahezu stabil halten. Denn viele Katholiken aus Süddeutschland ziehen nach Hannover. 

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Die Kotholische Kirche in Hannover, hier die Basilika St. Clemens, profitiert vom Zuzug aus Süd- und Westdeutschland.
 

Quelle: Samantha Franson

Hannover. Bei den Gottesdiensten Heiligabend waren die Kirchen in Hannover wieder voll. Allerdings können die beiden großen Glaubensgemeinschaften nicht vom großen Andrang zu Weihnachten profitieren. Im Gegenteil. Die schon seit Langem anhaltende Austrittswelle lässt sich nicht stoppen. Im gerade ablaufenden Jahr werden etwas mehr als 3000 Hannoveraner aus den beiden großen christlichen Kirchen austreten, berichtet Stadtsprecher Udo Möller. Mehr als 2300 von ihnen haben die evangelische Kirche verlassen, knapp 700 die katholische Kirche. 

Immerhin konnte zumindest die evangelische Kirche den Abwärtstrend erneut leicht verbessern. Im Jahr 2016 waren 3211 Hannoveraner aus den beiden Glaubensgemeinschaften ausgetreten. Davon hatten 2536 die evangelisch-lutherische Kirche verlassen, 675 die katholische Kirche. Rekordjahr bei den Kirchenaustritten war 2014: Damals hatten fast 4000 Hannoveraner ihren Austritt aus den beiden Kirchen erklärt. 

Die katholische Kirche profitiert auch im Jahr 2017 von vielen Zuzügen von Menschen aus dem Süden und dem Südwesten Deutschlands nach Hannover, die der katholischen Kirche angehören, berichtet Probst Martin Tenge. Das gleiche sich mit den Austritten ungefähr aus, erläutert er.

In die evangelische Kirche sind in diesem Jahr 440 Frauen und Männer wieder eingetreten, berichtet Birgit Klein die das Kirchenbuch in der Stadtkirchenkanzlei führt. Das sind etwas mehr als im Vorjahr, als es 410 Wiedereintritte gab. Pastor Stephan Lackner führt den Anstieg auf das Reformationsjahr zurück. „Die Kirche stand 2017 viel stärker in der öffentlichen Diskussion“, erläutert er. 

„Das Reformationsjahr hat gezeigt, dass es weiterhin eine hohe Definition mit dem Christentum gibt“, sagt Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann. „Wir sind immer noch eine deutlich sichtbare Gruppe von Menschen.“ Auch wenn sich viele Menschen von der Institution verabschiedeten bleibe die „Sehnsucht nach einer Friedensbotschaft und Liebesbotschaft“, betont er. Das zeigten die nach wie vor vielen Besucher in den Weihnachtsgottesdiensten. 

Ähnlich äußert sich auch Tenge. „Jeder Mensch trägt in sich die religiöse Frage“, sagt er. Und die tauche an Weihnachten immer wieder auf. Für viele Menschen habe der Besuch des Weihnachtsgottesdienst jedoch inzwischen mehr mit Kultur als mit Religion zu tun, meint der Stadtdechant der katholischen Kirche. 

Die Kirchen müssten versuchen sich so zu präsentieren, dass sie von den Menschen als relevant für ihr Leben empfunden würden. 

Von Mathias Klein

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