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Aus der Stadt Hannover hilft – und Neuseeland ist gerührt
Hannover Aus der Stadt Hannover hilft – und Neuseeland ist gerührt
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00:15 04.07.2013
Von Sonja Fröhlich
„Danke Hannover!“: Robbie Ritchie mit seinen beiden Söhnen. Quelle: Privat
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Hannover

Die Familie von Robbie Ritchie in Neuseeland ist tief bewegt. Sie hatte sich mit einem Hilferuf an die Hannoveraner gewandt - und damit nun eine Welle der Unterstützung ausgelöst. „Wir sind hier alle ganz hin und weg von den vielen lieben Angeboten“, sagt Ina Murphy, eine Freundin der betroffenen Familie. Der 33-Jährige leidet unter einer seltenen und lebensbedrohlichen Gehirnmissbildung; im August soll der Vater zweier kleiner Jungen im International Neuroscience Institute (INI) in Hannover operiert werden.

Für den etwa zweiwöchigen Aufenthalt sucht die Familie des Betroffenen eine unentgeltliche Bleibe in der Nähe der Privatklinik in Groß-Buchholz. Der Aufruf in der HAZ war erfolgreich, mehr noch, als die Neuseeländer gehofft hatten: „Ich habe schon mehr als 300 Nachrichten erhalten, und es kommen immer noch mehr“, freut sich Murphy, eine gebürtige Deutsche. „Ich bin stolz auf meine Landsleute.“ Bei den meisten Angeboten handelt es sich um leerstehende möblierte Wohnungen oder Appartements in Hannover, die die Eigentümer den Ritchies gern überlassen würden. Auch Menschen haben geschrieben, die in der entsprechenden Zeit sowieso im Urlaub sind. Murphy sagt begeistert: „Sie schreiben tatsächlich, sie hinterlassen die Schlüssel für das Haus und das Auto - und die Nachbarn kümmern sich um das Essen.“ Viele Hannoveraner haben Fotos von sich und den Unterkünften nach Neuseeland geschickt.

Auch Werner und Ruth Schmidt aus Kirchrode bieten den Neuseeländern eine Unterkunft an - eine Vier-Zimmer-Wohnung in ihrem Haus mit „wunderschönem Garten“. Ihre Kinder seien aus dem Haus, sie hätten genug Platz, sagt Werner Schmidt. „Wir sind zwar nicht in Groß-Buchholz, aber ein Bus fährt von hier aus, sie können aber auch unseren Wagen haben.“ Ein weiteres Angebot gibt es vom Deutschen Roten Kreuz für leerstehende Zimmer im nahegelegenen Altenheim.

Manche Unterstützer bieten den Transport oder die Übernahme von Kosten für Bahnfahrten und Essen an, ein anderer will der Familie die Stadt per Segways zeigen - sobald es dem Vater besser geht. „Ich bin so gerührt, dass ich beim Lesen immer wieder schlucken musste“, sagt Murphy, die jede E-Mail persönlich beantworten möchte. Sie hat eine Auswahl der Angebote getroffen, die ihr am praktikabelsten erscheinen. Heute will sie diese mit den Ritchies durchgehen.

Unterdessen läuft auch in ihrer Heimatstadt Auckland eine Sammelaktion für die Ritchies, die für die Behandlungskosten rund 150000 Euro aufbringen müssen. Robbie Ritchie ist alleinverdienend, seine Frau ist als engagierte ehrenamtliche Helferin bekannt. Vor einigen Jahren gründete sie die Organisation Bellyfull, die in Not geratenen jungen Müttern hilft. „Die Familie ist genauso überwältigt wie ich und bedankt sich schon einmal bei allen, die an sie gedacht haben“, richtet Murphy aus. Die Ritchies waren erst am INI in Hannover auf Spezialisten gestoßen, die den komplizierten Eingriff vornehmen wollen.

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