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„Vieles, was wir in Hannover längst machen“

Modernisierung der CDU „Vieles, was wir in Hannover längst machen“

Dirk Toepffer, Vorsitzender der hannoverschen CDU, zweifelt, ob die am Montag vorgestellte Strategie "Meine CDU 2017" allzu viel bringen wird. Seine Erfahrung ist, dass Erneuerung nicht zwangsläufig zum Erfolg führt, weil hohe Hürden im Weg sind. Zu dem Papier sagt er: „Im Papier steht vieles drin, was wir in Hannover längst machen.“

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Da sein, wo die Leute sind: CDU-Chef Dirk Toepffer

Quelle: Nico Herzog

Hannover. Vorweg muss man sagen: Dirk Toepffer, Vorsitzender der hannoverschen CDU, gefällt es natürlich, wenn Berliner Parteifreunde Pläne schmieden, um aus der Union eine moderne Partei zu machen. Junge Leute ansprechen, Migranten gewinnen und Frauen überzeugen, bei einer Mitmach- und Onlinepartei dabei zu sein. Toepffer zweifelt nur, ob die am Montag vorgestellte Erneuerung allzu viel bringen wird. Seine Erfahrung ist, dass Erneuerung nicht zwangsläufig zum Erfolg führt, weil hohe Hürden im Weg sind. Zur Strategie  „Meine CDU 2017“ sagt er: „Im Papier steht vieles drin, was wir in Hannover längst machen.“ Sie haben der CDU nicht die Bude eingerannt. Es stehen nicht einmal sehr viele Leute vor der Tür. Zu wenig Frauen, zu wenig Migranten.

Der CDU-Chef ist seit Jahren dabei, die Partei in der Landeshauptstadt zu dem zu machen, was in der Politik gerne „moderne Großstadtpartei“ genannt wird. Eine bunte Mischung der Mitglieder gehört dazu, eine positive Haltung zur Homo-Ehe und eine Organisation, die der Basis Beteiligung ermöglicht, statt brav Beschlüsse ferner Vorstände durchzuwinken. In Hannover gibt es Arbeitskreise, die Themen der Stadtpolitik diskutieren, in Onlineforen wird über die Linie der Partei abgestimmt, darüber etwa, ob eine Stadtbahntrasse streckenweise durch einen Tunnel führen sollte.

Toepffer glaubt, dass eine Partei bei den Menschen so wahrgenommen wird, wie sie sich auf Bundesebene darstellt, also im Fernsehen. Das kann beim Merkel-Bonus nützen. Ändern sich dann hergebrachte Dinge vor Ort, werde das aber kaum wahrgenommen. Zu einer Landtagswahl stellte Hannovers CDU einmal einen Kandidaten mit Migrationshintergrund auf. Er wurde nicht gewählt. Als ein Homosexueller Toepffer erklärte, er könne nicht die Union wählen, weil die ja gegen die Homoehe sei, verwies der Parteivorsitzende auf einen Beschluss des Bezirksverbandes, der die rechtliche Gleichstellung aller Partnerschaften fordert. Der Mann wusste es nicht, er kannte nur die ablehnende Haltung der Bundespartei.

„Meine CDU 2017“ wird wohl nichts ändern an der Entwicklung, dass Menschen immer weniger Interesse haben, einer Großorganisation anzugehören und in ihrer Freizeit eher bei einzelnen Projekten helfen, statt einer Partei beizutreten. „Migranten dauert es oft zu lange, bis sie in eine Funktion kommen, Frauen wollen sich die Knochenmühle in einer Partei nicht antun.“ Was bleibt? Trotzdem weitermachen, empfiehlt Toepffer. Ein Weg sei auch, wenn Mitglieder „verstärkt im vorpolitischen Raum“ mitwirkten, bei Feuerwehr und Schützenverein. Dort bekämen sie Kontakt zu Bürgern, die wiederum wüssten, dass Menschen aus der CDU unter ihnen sind. Es ist altmodisch: Da sein, wo die Leute sind.

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